Donnerstag, den 08. Juli 2010 um 07:28 Uhr

Arena Verlag
Hardcover, 352 Seiten
ISBN: 978-3-401-06334-8
14,95 €
Ein kurzer Einblick
Manchmal ist es ein echtes Kreuz, in einer Familie zu leben, die jede Menge Geheimnisse hat. Der Überzeugung ist zumindest die 16jährige Gwendolyn. Bis sie sich eines Tages aus heiterem Himmel im London um die letzte Jahrhundertwende wiederfindet. Und ihr klar wird, dass ausgerechnet sie das allergrößte Geheimnis ihrer Familie ist. Was ihr dagegen nicht klar ist: Dass man sich zwischen den Zeiten möglichst nicht verlieben sollte. Denn das macht die Sache erst recht kompliziert!
Unsere Bewertung
Hält man „Rubinrot“ in den Händen, bleibt einem zunächst fast nichts anderes übrig, als den Schutzumschlag zu betasten, denn so albern es klingt: das haptische Erlebnis ist hier wunderbar. Der Umschlag fühlt sich papiern, fast wie Pergament an, die Verzierungen sind reliefartig und mit Lackfolie hervorgehoben. Das Ganze natürlich farblich passend zum Titel des Buches und dann auch noch zu einem mehr als fairen Preis – das gibt es nicht allzu oft.
Doch genug der „äußeren Werte“, auch mit der Story kann „Rubinrot“ punkten. Durch das Cover und den Untertitel „Liebe geht durch alle Zeiten“ entsteht leicht der Eindruck, dass es sich hier um eine schnulzige Lovestory handelt, doch weit gefehlt. Im ersten Band der Trilogie steckt wesentlich mehr, und allem voran eines, nämlich Humor. Spätestens wenn Gwendolyn erfährt, dass ihr das Zeitreisegen vererbt wurde, das in ihrer Familie weitergegeben wird, erreichen ihre ironischen Kommentare ihren Höhepunkt. Von einem Tag auf den anderen erfährt sie all die Geheimnisse, die ihr zuvor verborgen geblieben sind und tappt dennoch im Dunkeln, da niemand ihr so recht traut und niemand zu viel verraten will. Durch das Zusammentreffen der unterschiedlichsten und skurrilsten Charaktere erhält das Buch zusätzlich eine humorvolle Komponente. Da sind auf der einen Seite Gwendolyns Tante und ihre Cousine, die eigentlich für den „Genträger“ gehandelt wurde, auf der anderen Seite die sogenannten Wächter, welche das Geheimnis der Zeitreisenden bewahren. Niemand ist so wirklich begeistert, dass die Ausbildung von Gwendolyns Cousine Charlotte umsonst war und nun Gwendolyn diejenige ist, die in die Vergangenheit reisen kann – am wenigsten begeistert davon ist wohl ihre Mutter. Bis es jedoch zu Gwendolyns erstem Zeitsprung kommt, vergehen einige Seiten. Das bremst die Geschichte anfangs etwas runter, bis es endlich hoch hergeht.
Zu allem Übel muss Gwendolyn nicht nur mit der neuen Situation klarkommen, sondern auch mit ihren Gefühlen, denn ihr „Partner“ bei den Zeitreisen ist Gideon, ein gut aussehender junger Mann, der ihr mehr Rätsel aufgibt als alles andere zusammen.
Die ganzen Geheimnisse, denen Gwendolyn sich nun gegenüber sieht, nehmen schon im Prolog ihren Anfang, auch wenn man diesen bereits deuten kann – was den weiteren Verlauf der Geschichte etwas vorhersehbar macht (vorausgesetzt, meine Theorie stimmt und es kommt nicht zu einer Kehrtwende!).
Am Ende bricht die Story abrupt ab und man ist förmlich gezwungen, zum zweiten Band zu greifen, um zu erfahren, wie es weitergeht.
Steht das Buch auch in der Jugendbuchecke, ist „Rubinrot“ doch durch und durch ein „All Age“-Roman, der ähnlich wie „Harry Potter“ Jung und Alt in seinen Bann zieht. Kaum hat man es aufgeschlagen, ist man auch schon am Ende angelangt und freut sich auf den nächsten Band. Gut, dass der schon veröffentlicht ist und dass der dritte Band auch nicht mehr lange auf sich warten lässt!
4,5 von 5 Punkten
Wir danken dem Arena Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.
Unsere Rezension zu "Saphirblau"




Comments