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Weisheiten

Eine Kindheit ohne Bücher wäre keine Kindheit. Es wäre, als ob man aus dem verzauberten Land ausgesperrt wäre, aus dem man sich die seltsamste aller Freuden holen könnte.
Astrid Lindgren

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  • 15.05., 00.50 Uhr, 3 SAT: „Die Bartholomäusnacht“ (Alexandre Dumas d.Ä.)
  • 16.05., 22.00 Uhr, SWR: „Tanz auf dem Regenbogen“ (Utta Danella)
  • 16.05., 22.25 Uhr, Kabel eins: „Rob Roy“ (Walter Scott)
  • 17.05., 20.15 Uhr, Das Erste: „Sherlock: Ein Skandal in Belgravia“ (1/3) (Arthur Conan Doyle)
  • 17.05., 20.15 Uhr, SAT 1: „Alice im Wunderland“ (Lewis Carroll)
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  • 17.05., 00.15 Uhr, SAT 1: „Das geheime Fenster“ (Stephen King)
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Lauren Oliver
Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

Roman, Carlsen
Hardcover, 2010

448 Seiten, Euro 19,90
ISBN-13: 978-3-551-58231-7


Ein kurzer Einblick

Was wäre, wenn heute dein letzter Tag wäre? Was würdest du tun? Wen würdest du küssen? Und wie weit würdest du gehen, um dein Leben zu retten?
Samantha Kingston ist hübsch, beliebt, hat drei enge Freundinnen und den perfekten Freund. Der 12. Februar sollte eigentlich ein Tag werden wie jeder andere in ihrem Leben: mit ihren Freundinnen zur Schule fahren, die sechste Stunde schwänzen, zu Kents Party gehen. Stattdessen ist es ihr letzter Tag. Sie stirbt nach der Party bei einem Autounfall. Und wacht am Morgen desselben Tages wieder auf. Siebenmal ist sie gezwungen diesen Tag wieder und wieder zu durchleben. Und begreift allmählich, dass es nicht darum geht, ihr Leben zu retten. Zumindest nicht so, wie sie dachte ...

Unsere Rezension

Selbstaufopferung statt beliebtes Modepüppchen – so könnte ein reißerischer Artikel betitelt sein, der diesen Roman beschreiben soll. Samantha Kingston und ihre Freundinnen wollen eigentlich nur eines: beliebt sein, angehimmelt werden, den heißesten Typen zum Freund haben, sich in der Aufmerksamkeit ihrer Mitschüler sonnen und sich Freiheiten nehmen, die andere sich aufgrund ihres niedrigen Status nicht erlauben können; jede Menge Spaß gehört natürlich selbstverständlich dazu. Und so wäre Samanthas Leben wohl weiter gegangen, wenn sie nicht bei einem Autounfall ums Leben gekommen wäre.
Der Autounfall ist Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Denn hier beginnt und endet alles.
Doch zuvor beginnt und endet ein und derselbe Tag sieben Mal. Dass Samantha Kingston, auch Sam genannt, eine ihr unbekannte Aufgabe erfüllen muss, sollte eigentlich keine große Überraschung darstellen, ist dies doch meist die Thematik, die sich anbietet. Das Finden dieser Aufgabe ist weitaus schwieriger. So ergeht es auch Sam, die nicht weiß, warum gerade sie immer am selben Morgen aufwacht.
Sam erlebt innerhalb dieser Tage eine Art Selbstfindung, die konsequent zum überraschenden Ende führt. Vom Modepüppchen zur Selbstaufopferung – der Weg könnte schwieriger und weiter nicht sein. Anfänglich versucht Samantha den Tag einfach nur nach ihren Wünschen zu gestalten. Denn es ist doch egal, was sie tut, wenn am „nächsten“ Tag alles wieder neu beginnt. Doch mit der Zeit entwickelt sie sich, erkennt mit den Wiederholungen, dass vieles in ihrem Leben nicht ihren Vorstellungen entspricht, sondern nur dem hippen Status dient, dass der heißeste Typ nicht unbedingt der beste Freund ist, dass Menschen, die als allgemeine Belustigung herhalten, zum psychischen Wrack werden, dass man ihnen mehr antut, als sie bloß zu stellen. Zunehmend wird die Kluft zwischen Sam und ihren Freundinnen größer. Nicht, was die Freundschaft anbelangt (denn diese ist unheimlich wichtig und eine richtig feste Freundschaft ist sehr wertvoll), sondern der allgemeinen Haltung gegenüber ihren Mitmenschen. Beliebt sein, muss nicht auf Kosten anderer laufen. Ihren Freundinnen dies begreiflich zu machen, ist jedoch unmöglich, denn wo Sam sich entwickelt und Erfahrungen sammelt, dort ist für ihre Freundinnen einfach nichts passiert. Sam bleibt also nichts anderes übrig, als selbst tätig zu werden. Sehr zur Verwunderung ihrer Freundinnen, die sie gar als verrückt abstempeln, ihre Taten aber tolerieren – echte Freundschaft eben!
Ein Zeitstillstand lässt vieles bewusst werden, lässt Dinge erkennen und Erkenntnisse erwachen, die eigentlich selbstverständlich sind, aber im Trubel des Alltags schnell untergehen. Wiederholung ist Erkenntnis.

„Wenn du stirbst (...)“ ist ein inspirierender Roman, der zwar keine neuen Erkenntnisse bieten kann (das muss auch gar nicht sein!), aber immer währende Themen beleuchtet, in Frage stellt und auch den Leser selbst auf eine Sinnsuche im Leben schickt. Lauren Oliver legt ein überraschend tiefgründiges und emotionales Jugendbuch vor, das sich eher an das weibliche Publikum richtet.

3,5 von 5 Punkten