Sonntag, den 12. Dezember 2010 um 17:53 Uhr

Arena Verlag
Gebunden, 450 Seiten
ISBN: 978-3-401-06348-5
18,95 €
Ein kurzer Einblick
Gwendolyn ist am Boden zerstört. War Gideons Liebesgeständnis nur eine Farce, um ihrem großen Gegenspieler, dem düsteren Graf von Saint Germain, in die Hände zu spielen? Fast sieht es für die junge Zeitreisende so aus. Doch dann geschieht etwas Unfassbares, das Gwennys Weltbild einmal mehr auf den Kopf stellt. Für sie und Gideon beginnt eine atemberaubende Flucht in die Vergangenheit. Rauschende Ballnächte und wilde Verfolgungsjagden erwarten die Heldin wider Willen und über allem steht die Frage, ob man ein gebrochenes Herz wirklich heilen kann ...
Unsere Bewertung
Da ist es, das vielleicht am meisten ersehnte Buch des Winters: „Smaragdgrün“, der dritte Teil von Kerstin Giers „Liebe geht durch alle Zeiten“. Zeit hat sich die Autorin gelassen, sollte das Buch doch eigentlich schon im Herbst erscheinen, aber diese Zeit hat sich gelohnt. Hat man sich erst einmal wieder zurechtgefunden in Gwendolyns Welt, kann man das Buch kaum aus der Hand legen und die 480 Seiten lesen sich wie nichts – auch wenn es doch nicht so rasant ist wie im Klappentext beschrieben. Der Großteil des Buches ist bestimmt von Rätseln, die Gwen zu lösen hat, und von Gwens Liebeskummer wegen Gideon. Der Einstieg in das Buch ist zunächst etwas schwierig, denn es setzt nahtlos dort an, wo „Saphirblau“ endete. Doch Kerstin Gier hilft dem Leser immer wieder auf die Sprünge und irgendwann ist man dann auch wieder auf dem Laufenden (wenn man nicht zu den Lesen gehört, die die beiden Vorgänger vorher noch mal gelesen haben).
Es ist schwierig, eine Rezension zu schreiben ohne zu viel zu verraten, aber eines kann man sicherlich sagen: Die Ereignisse in „Smaragdgrün“ gipfeln in einer Erkenntnis, die Gwendolyn wieder zu etwas besonderem macht (was das ist, soll nicht verraten werden – schließlich wollt ihr das Buch vielleicht selbst lesen und wir wollen doch nicht die Spannung verderben). Auch das Geheimnis um Lucy und Paul, dessen Auflösung man vielleicht schon geahnt hat, wird aufgelöst – und zwar genauso, wie man es sich gedacht hat. Es ist natürlich ein wenig schade, dass dieser Teil der Story so vorhersehbar ist, da dies einen gewissen Teil der Spannung raubt. Hinzu kommt, dass dieser Handlungsstrang nicht weiter ausgebaut wird.
Das Ende kommt dann im Verhältnis zum lange ausgedehnten ersten Teil der Geschichte sehr plötzlich. Hier geht es nach all dem Rätselraten richtig zur Sache und Gwendolyn hat Gideon dabei wieder an ihrer Seite. Oftmals ist es etwas verwirrend, was hier alles zusammenkommt und was den ersten beiden Bänden an Auflösung gefehlt hat, wirkt hier schon fast zu viel. Manche Handlungsstränge bleiben, da man nur so viel erfährt wie Gwendolyn selbst, auch am Ende noch offen und auch wenn es sich nur um Kleinigkeiten handelt, hätte man hier alles zu einem Ende bringen können.
Eine große Stärke des Buches ist wie bei den beiden Vorgängern der unglaubliche Witz. Nicht nur Xemerius, der kleine Dämon, reizt immer wieder mit seinen Kommentaren zum Lachen, auch die Selbstironie Gwendolyns sprühen vor Humor. Dem gegenüber steht ein gewisser Kitsch, der sich besonders zwischen Gwen und Gideon entfaltet. Aber das Risiko muss man schließlich eingehen, wenn man eine Lovestory liest ...
„Smaragdgrün“ ist ein würdiger Abschluss der Trilogie, der spannend, witzig und romantisch ist. Nur das ein oder andere Detail bringt einen halben Minuspunkt. Ein Buch für Marzipanherzenmädchen! Und wenn ihr nicht wisst, was das sein soll, lest das Buch!
4,5 von 5 Punkten
Wir danken dem Arena Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.



