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Weisheiten

Eine Kindheit ohne Bücher wäre keine Kindheit. Es wäre, als ob man aus dem verzauberten Land ausgesperrt wäre, aus dem man sich die seltsamste aller Freuden holen könnte.
Astrid Lindgren

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  • 15.05., 00.50 Uhr, 3 SAT: „Die Bartholomäusnacht“ (Alexandre Dumas d.Ä.)
  • 16.05., 22.00 Uhr, SWR: „Tanz auf dem Regenbogen“ (Utta Danella)
  • 16.05., 22.25 Uhr, Kabel eins: „Rob Roy“ (Walter Scott)
  • 17.05., 20.15 Uhr, Das Erste: „Sherlock: Ein Skandal in Belgravia“ (1/3) (Arthur Conan Doyle)
  • 17.05., 20.15 Uhr, SAT 1: „Alice im Wunderland“ (Lewis Carroll)
  • 17.05., 22.40 Uhr, VOX: „Im Sumpf des Verbrechens“ (John Katzenbach)
  • 17.05., 00.15 Uhr, SAT 1: „Das geheime Fenster“ (Stephen King)
  • 18.05., 20.15 Uhr, RTL II: „Die Bourne Identität“ (Robert Ludlum)

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Cecilie Dressler Verlag
Gebunden, 224 Seiten
ISBN: 978-3791530109
12,90 €

 

Ein kurzer Einblick

"In diesem Buche will ich Kindern einiges aus meiner Kindheit erzählen. Nur einiges, nicht alles. Sonst würde es eines der dicken Bücher, die ich nicht mag, schwer wie ein Ziegelstein, und mein Schreibtisch ist ja schließlich keine Ziegelei, und überdies: Nicht alles, was Kinder erleben, eigent sich dafür, dass Kinder es lesen! Das klingt ein bisschen merkwürdig. Doch es stimmt. Ihr dürft mir's glauben."
Erich Kästner hält, was er verspricht: Nicht alles hat er erzählt, aber doch so viel, dass die Leser am Ende eine Menge mehr wissen, von ihm, seinen Eltern, Vorfahren, Onkeln und Tanten und seiner Geburtsstadt Dresden. Er erzählt nicht von Streichen und Heldentaten, sondern von alltäglichen, lustigen und nachdenklich stimmenden Erlebnissen. Ein Stück Zeitgeschichte wird lebendig, als Erich Kästner ein kleiner Junge war.

 

Unsere Bewertung

Schon wenn man das mit "Liebe Kinder und Nichtkinder!" beginnende Vorwort zu diesem Buch liest, ist man eigentlich verzaubert. Beim Titel ließe sich eigentlich vermuten, dass man ein Buch nach der Manier "früher war alles besser" zu lesen bekommt. Doch wer Kästner kennt, weiß es besser. Ihm gelingt es wieder einmal ganz wunderbar, sich mit seinen Leserinnen und Lesern auf Augenhöhe zu begeben. Er ist nicht einfach irgendein Großvater, der auf sein Leben zurückblickt und im Nachhinein so einiges idealisiert.

Erich Kästner beschreibt seine Kindheit, die nach eigenen Worten mit Beginn des Ersten Weltkrieges endet. Er wuchs im Dresden der Kaiserzeit auf und berichtet hauptsächlich von seinem Alltag und seiner Familie. Grade seine Mutter beschreibt er als unglaublich liebevolle Frau, die alles für ihr einziges Kind getan hat. Doch wenn man liest, dass sie an manchen Tagen kurz vor dem Selbstmord gestanden hat und dass die Eltern an Festtagen einen Wettstreit der Geschenke veranstaltet haben, verschlägt es einem schon mal den Atem. Wie die Eltern sich für ihren Sohn zerrissen haben, ist unheimlich tragisch zu lesen.
Wirklich schön zu lesen ist, dass man nicht als einziges eine etwas verschrobene Familie hat. Zumindest Erich Kästner würde dies nachvollziehen können. Er teilt in seinem Buch ein paar lustige Geschichten über seine Verwandtschaft.

Dieses Buch ist einfach nur lesenswert! Es gibt einen Einblick in ein Stück deutsche Geschichte, aber eben auch in die Kindheit einer der berühmtesten deutschen Autoren. Wer aufmerksam liest, erkennt vielleicht, welche Anekdoten und Erlebnisse den jungen Kästner so geprägt haben, dass sie sich später in seinen Werken wiederfinden.
Zwischen Tragik und Komik ist hier alles zu finden - mit diesem Buch kann man wirklich lachen und weinen und sich Stück für Stück einem wirklich sympathischen Menschen nähern. Und wenn Kästner schreibt, dann glaubt man ihm einfach, dass es genau so gewesen ist.
Dass dies kein Buch nur für Kinder ist, macht ja schon das Vortwort deutlich.

 

5 von 5 Punkten

 

Unsere Rezension zu "Das doppelte Lottchen"