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Hardcover, 400 Seiten
ISBN-13: 978-3-570-16049-7
16,95




Rezension

Unablässig belagern die Ungeweihten das Dorf, das von einem scheinbar nie endenden Wald umgeben ist. Mary sehnt sich unterdessen nach dem Meer, das sie lediglich aus den Geschichten ihrer Mutter kennt. Doch sie kann das Dorf nicht verlassen – bis es den Ungeweihten gelingt, in das Dorf einzufallen. Marys einzige Rettung ist der verbotene Pfad, der tief in den Wald hineinführt. Wird sie dort das Meer finden oder etwas gänzlich anderes?

Ein von der Außenwelt abgeschottetes Dorf, strenge Regeln und unheimliche Wesen in den umliegenden Wäldern lassen unweigerlich Erinnerungen an den Film „The Village“ aufkommen, ist das Ausgangsszenario doch zum Verwechseln ähnlich. Ryan löst sich jedoch schnell aus diesem Konzept und geht ihren eigenen Weg – gänzlich abseits jeglicher Plagiats-Vorwürfe. „The Forest“ wartet nicht mit einer überraschenden Pointe auf, sondern erzählt von Sehnsüchten und Emotionen. Und das sehr effektvoll, wird doch von Gefühlen der Großteil der Handlung getragen. Action und Zombiegemetzel sind hier fehl am Platz, stattdessen regieren die ruhigeren Töne und diese zaubern eine beklemmend gefährliche, aber auch wunderschöne Atmosphäre herauf, in der man sich als Leser sehr gerne verliert.
Die Liebesgeschichte zwischen Mary und Travis, die nicht nur einmal einer harten Probe unterzogen wird, lassen doch die Dorfregeln ein Zusammensein der beiden nicht zu, zumal Mary auch noch Harry heiraten muss, um aus der Schwesternschaft entlassen werde zu können, besitzt das Hauptaugenmerk. Immer wieder finden die beiden zueinander, doch andauerndes Glück der Zweisamkeit wird ihnen nicht gewährt.
Bei einem Kurzaufenthalt in der Schwesternschaft, erfährt sie, dass diese Geheimnisse hüten, von denen Mary nicht zu träumen wagte. Als das Dorf von Ungeweihten überrannt wird, wird Mary dazu gezwungen diese Geheimnisse selbst zu entdecken – und ist nicht unbedingt begeistert, denn das Leben außerhalb des Dorfes wartet mit immer neuen Gefahren und Geheimnissen auf. Allein ihre Sehnsucht den Ozean zu erreichen, lässt sie nicht verzweifeln. Es ist ein unstillbares Verlangen in ihr, das nicht gelöscht werden kann. Wird sie den Ungeweihten entkommen und den Ozean sehen, ihren allergrößten Wunsch, das Gewässer, dass sie aus den Geschichten ihrer Mutter kennt?
Inmitten einer Welt, einer Zombie-Apokalypse, muss Mary Abenteuer bestehen, von denen sie in ihrem idyllischen Dorf niemals geträumt hat. Liebe, Trauer und Sehnsucht sind stets treue Weggefährten. Lebendig und anschaulich versetzt Carrie Ryan den Leser in eine ptostapokalyptische Welt in der Leben das größte Gut ist. Dabei geht die Autorin nicht nur auf die Geschichte Marys ein, sondern entwickelt in verschiedenen Nebenaspekten Ideen, wie das Überleben in einer von Zombies überrannten Welt möglich ist. Sie verflechtet die dominierende Liebesgeschichte, den Überlebenskampf und eine neue Art zu leben ineinander und erzeugt ein stimmiges Gesamtbild, das ohne Wenn und Aber überzeugt.

Carrie Ryan ist ein Zombie-Roman gelungen, der abseits von Blut, Gewalt und Kampf spielt und Liebe, Freundschaft und Wünsche weit in den Vordergrund stellt. Es ist ein Roman großer Gefühle, großer Gefahren und dem Kampf um das Überleben. Traumhaft atmosphärisch schildert die Autorin die Geschichte Marys. Jugendliche werden sich bestens unterhalten fühlen, doch auch Erwachsene haben garantiert ihren Spaß mit dieser Lektüre.

„The Forest – Wald der tausend Augen“ bekommt

 

5 von 5 Punkten




Diese Rezension wurde verfasst von unserem Gastrezensenten Benjamin Kentsch. Alle Rechte vorbehalten.

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