Samstag, den 19. Dezember 2009 um 17:47 Uhr

Oetinger
Gebunden, 240 Seiten
ISBN-13: 978-3-7891-2940-7
14,90 €
Ein kurzer Einblick
Mitten im Wald, zwischen Räubern, Graugnomen und Wilddruden, wächst Ronja, die Tochter des Räuberhauptmanns Mattis, auf. Eines Tages trifft sie auf ihren Streifzügen Birk, den Räubersohn aus der verfeindeten Sippe von Borka. Und als die Eltern den beiden verbieten, Freunde zu sein, fliehen Ronja und Birk in die Wälder …
Unsere Bewertung
„Ronja Räubertochter“ ist das letzte Werk Astrid Lindgrens und auch wenn es den anderen Büchern Lindgrens in nichts nachsteht (im Gegenteil!), merkt man einen Unterschied. „Ronja Räubertochter“ ist deutlich ernsthafter, da wird nicht ganz so viel gelacht und Unsinn gemacht wie zum Beispiel in „Pippi Langstrumpf“ oder „Ferien auf Saltkrokan“. Daher ist das Buch auch mehr für ältere Kinder (ab 9, 10 Jahren?), die aber umso mehr darin finden werden. Werte wie Freundschaft und Loyalität stehen ganz oben, aber auch die Unterhaltung kommt nicht zu kurz – viel fantastisches findet sich im Wald rund um die Burg, in der Ronja lebt. Die gefährlichen Wilddruden, vor denen man ein Schauern im Nacken spürt und die Rumpelwichte, über die man sich genauso aufregen wie auch entzücken kann. Ronjas Welt ist eine recht archaische Welt, die an alte Sagen erinnert und die den Hauch von Abenteuer verströmt. Man möchte sich am liebsten zusammen mit Ronja und Birk aufs Pferd schwingen und durch die Landschaft galoppieren.
Das Verhältnis zu ihrem Vater erfährt einen Riss, als Ronja sich mit dem Sohn des Erzfeindes ihres Vaters anfreundet – der große, rüde Mattis, der nur wenn es um Ronja geht weich wie Wachs wird, tobt. Doch Ronja und Birk gehen ihren eigenen Weg – entgegen den Vorstellungen der Eltern, sowohl was ihre Freundschaft angeht als auch ihre „Berufswahl“, denn beide wollen von dem Räubersein nichts wissen. Dass es überhaupt möglich ist für eine Frau, in die Fußstapfen des Räubervaters zu treten, zeigt einmal mehr, dass sich in Lindgrens Büchern sehr moderne Ansichten finden, was die Geschlechterrollen angeht. Ronjas Mutter hat die ganze Räuberbande fest im Griff und ihren Mann sowieso und Ronja soll ihrem Vater nachfolgen – da ist auch für ein Mädchen alles möglich bei Astrid Lindgren und nur weil man ein Mädchen ist, heißt das nicht, dass man nicht auch mal ausgiebig fluchen darf, zum Donnerdrummel!
Ein wirklich wunderschönes Buch - spannend bis zum letzten Satz - das die Fantasie und zum Nachdenken anregt – genauso sollte es sein!
5 von 5 Punkten









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