Rezensionsvorschau

Lest in unserer Rezensionsvorschau nach, welche Rezensionen wir planen!

Interview online

Ein neues Interview mit
Alexandra Reinwarth
ist online.

Legimus im Web

Twitter: Legimus Facebook: pages/Legimus/146329101427?ref=nf StudiVZ: /Groups/Overview/4a4f55b1b0a429c0 RSS Feed: index.php?format=feed&type=rss

Weisheiten

Eine Kindheit ohne Bücher wäre keine Kindheit. Es wäre, als ob man aus dem verzauberten Land ausgesperrt wäre, aus dem man sich die seltsamste aller Freuden holen könnte.
Astrid Lindgren

Neueste Rezension

Buch-TV

  • 15.05., 00.50 Uhr, 3 SAT: „Die Bartholomäusnacht“ (Alexandre Dumas d.Ä.)
  • 16.05., 22.00 Uhr, SWR: „Tanz auf dem Regenbogen“ (Utta Danella)
  • 16.05., 22.25 Uhr, Kabel eins: „Rob Roy“ (Walter Scott)
  • 17.05., 20.15 Uhr, Das Erste: „Sherlock: Ein Skandal in Belgravia“ (1/3) (Arthur Conan Doyle)
  • 17.05., 20.15 Uhr, SAT 1: „Alice im Wunderland“ (Lewis Carroll)
  • 17.05., 22.40 Uhr, VOX: „Im Sumpf des Verbrechens“ (John Katzenbach)
  • 17.05., 00.15 Uhr, SAT 1: „Das geheime Fenster“ (Stephen King)
  • 18.05., 20.15 Uhr, RTL II: „Die Bourne Identität“ (Robert Ludlum)

Wer ist Online?

Wir haben 9 Gäste online

Legimus Newsletter

Name:

Email:

Professor Unrat oder Das Ende eines Tyrannen (Heinrich Mann)
Fischer Taschenbuch Verlag
239 Seiten
ISBN: 978-3596259342
9,95 €


Kurzer Einblick

Gymnasiallehrer Raat, den alle nur Professor Unrat nennen, entdeckt, dass sich drei seiner besonders aufsässigen Schüler abends in einer Kneipe bei der Tänzerin Rosa Fröhlich aufhalten. Als er ihnen dort auflauert, um ihr sittenwidriges Verhalten zu überführen und sie dadurch sozial vernichten zu können, wird er selbst in den Bann der Künstlerin gezogen…


Unsere Bewertung

Es ist vor allem ein Charakterporträt, das Heinrich Mann in „Professor Unrat“ zeichnet. Der Lehrer Raat ist eigentlich ein durch und durch unsympathischer Charakter. Bei seinen Schülern versucht er ständig ihre Wissenslücken zu finden und ihr sittenwidriges Verhalten aufzuspüren. Auch gegenüber allen Stadtbewohner verhält er sich von oben herab, weil er sie als ehemalige Schüler ansieht. Sein gesamtes Leben dreht sich eigentlich nur um die Schule und seine Schüler und so versucht er sogar in seiner Freizeit noch die Unmoral der Schüler auf zudenken. Dass das sittenwidrige Verhalten dieser ihm so verhassten Schüler aufgedeckt wird, wird für ihn oberstes Ziel und dafür ist er auch bereit neben seiner Freizeit einiges zu opfern, solange diese Schüler einen Schaden erfahren.
Als er dann versucht durch seine täglichen Besuche bei der Künstlerin Fröhlich die Schüler zu überführen, wird er, eigentlich kaum nachvollziehbar, in den Bann der Tänzerin gezogen, was aber dazu führt, dass er einen der Schüler noch mehr als Konkurrenten betrachtet, und sich noch mehr in seinen Kampf gegen die drei hineinsteigert. Dass sein sittenwidriges Aufhalten bei der Künstlerin Fröhlich dabei mehr und mehr publik wird und immer mehr von der Gesellschaft verachtet wird, fällt ihm auf seinem hohen Ross erst gar nicht auf.
So kann man mit verfolgen, wie ein zwar nicht von der Gesellschaft geliebtes, aber doch geachtetes Mitglied immer mehr von der Gesellschaft geächtet wird und schließlich nicht nur seinen Job verliert, sondern auch seine gesellschaftliche Stellung. Mehr und mehr rutscht der einstige angesehene Bürger in ein Leben ab, dass er früher wohl auf das schlimmste verurteilt hätte, und versucht genau das, was er früher verhindern wollte, nämlich Menschen zu Sittenwidrigkeiten zu verleiten. Irgendwie merkt man, dass er damit zwar nicht unzufrieden ist, doch kann er sich diesem Sog auch nicht mehr entziehen.
Das ist auch insgesamt ein Manko. Die Charaktere wirken eher blass. Man erfährt nicht sehr viel über ihr Inneres und dadurch ist ihr Verhalten nicht besonders gut nachvollziehbar. So weiß man nie wirklich, was Unrat später antreibt, warum er seine Einstellungen ändert und auch die Gründe für Rosa Fröhlichs Handeln werden für den Leser nicht deutlich gemacht.

3 von 5 Punkten