Dienstag, den 24. Februar 2009 um 10:03 Uhr

Diogenes
Taschenbuch, 80 Seiten
ISBN 978-3-257-23659-0
5,90 €
Ein kurzer Einblick
Ein seltsames Baby ist zur Welt gekommen: kein süßer kleiner Fratz, der seine Eltern beglückt, sondern ein alter Mann mit Bart. Sein Name: Benjamin Button. Ein schweres Schicksal ist ihm vorherbestimmt: Er durchläuft das Leben rückwärts – und wird von Tag zu Tag jünger. Als Benjamin schließlich im Alter von fünfzig Jahren die zwanzig Jahre jüngere Hildegarde kennenlernt, steht für ihn, der sein Leben lang nie geliebt wurde, alles auf dem Spiel. Die literarische Vorlage zum Filmereignis 2009: ›Der seltsame Fall des Benjamin Button‹. Regie: David Fincher. Hauptdarsteller: Brad Pitt, Cate Blanchett, Tilda Swinton. Eine anrührende und skurrile Geschichte, jetzt in Neuübersetzung.
Unsere Bewertung
Manchmal fällt es schwer, ein Buch ganz für sich zu nehmen, wenn man bereits die Verfilmung gesehen hat. Ganz besonders schwer fällt dies, wenn der Film ausnahmsweise gelungener ist als das Buch ...
Die Grundidee ist sehr originell – ein Kind, das als Greis zur Welt kommt und sein Leben rückwärts lebt. Allerdings ist damit schon alles Gute gesagt. Die Geschichte rührt nicht an und ist leider auch nicht sehr logisch, denn wie soll das funktionieren? Eine Frau gebiert einen Greis? Einen alten Mann von über siebzig Jahren, der ja um einiges größer ist als ein Säugling. Nun gut, es ist eine etwas fantastisch angehauchte Geschichte, aber auch der sollte eine gewisse Logik nicht fehlen! Im Film ist Benjamin ein normal großer Säugling, der allerdings Gebrechen eines Greises zeigt – steife Gelenke, grauer Star.
Insgesamt scheitert es bei „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ einfach an Raum, damit sich die Geschichte entfalten kann. Benjamin trifft seine große Liebe und verliert sie auch wieder. Jedoch nicht wie im Film, weil es einfach an dem grotesken Altersunterschied scheitert, sondern weil seine Frau es nicht ertragen kann, dass sie altert – im Gegensatz zu ihm. Das berührt nicht, man wird höchstens wütend, weil die Frau so arrogant und ignorant ist, aber nicht einmal das hält lange an. Benjamins Leben ist viel konservativer als im Film, Fitzgerald stellt sich hier als ein Kind seiner Zeit heraus. Das muss man im Hinterkopf behalten, wenn man diese Geschichte liest.
Doch ein wenig mehr muss es sein – mehr Rührung, mehr Mitfühlen. Das ist hier leider nicht wirklich möglich.
2 von 5 Punkten





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