Sonntag, den 07. März 2010 um 13:41 Uhr

Otherworld
254 Seiten
ISBN: 3800095084
18,95 €
Der Inhalt
Andrew Mayhem ist ständig knapp bei Kasse. Da erscheinen 20.000 Dollar für ein paar Stunden Arbeit als wahres Himmelsgeschenk - auch wenn er dafür einen Sarg ausgraben muss! Statt abzukassieren gerät Andrew jedoch ins Fadenkreuz eines wahnsinnigen Killers. Um sich und andere zu retten, muss er auf eigene Faust ermitteln.
Unsere Wertung
Alleine der Plot gibt bereits einen kleinen Ausblick auf eine verrückt-rasante Geschichte, die sich vor dem Leser aufbauen wird. Jeff Strand erschuf einen Roman, der im Bereich Thriller mit sehr schwarzem Humor angesiedelt werden kann. Das Buch gehört vor allem aber in Erwachsenenhände, denn einige Szenen (wie die berüchtige Passage, in denen ein besonderes Video gezeigt wird) sind wirklich hart an der Grenze des Ertragbaren. Leser mit etwas schwächeren Nerven sollten also vorgewarnt sein. Mit dem Charakter des Andrew Mayhem gelang es dem Schriftsteller aber wiederum einen Protagonisten ins Leben zu rufen, der bedingt durch seine manchmal skurril anmutende Tollpatschigkeit einen besonderen Symphathiebonus genießt und sich in die Herzen seiner Leserschaft spielen kann. Mit dem Zusatztitel "Ein Andrew Mayhem Roman" macht Jeff Strand schon einmal darauf aufmerksam, dass wir es mit dem Start einer Reihe zu tun haben. Der Nachfolgeband "Alleinstehender Psychopath sucht Gleichgesinnte" erschien übrigens im Januar 2010. Mit knapp 250 Seiten ist "Grabräuber gesucht" wie geschaffen für einen schnellen Pageturner zwischendurch und diese Anforderungen erfüllt der Roman auch mit Bravour. Die Handlung ist auf eine schnelle Struktur ausgelegt - immer wieder wird Mayhem von einem Ort zum nächsten gescheuch, lernt hier und da andere Charaktere kennen, die alle irgendwie mit den seltsamen Ereignissen zusammen zu hängen scheinen, um die sich die Story dreht. Dabei kann man bei so einem knappen Umfang keine wirkliche Charaktertiefe ergreifen. Vielmehr haben die Protagonisten die Rollen wie in einem Kriminalstück. Sie werden mit ihren "Funktionen" vorgestellt (wer übt welchen Beruf aus, was schließt man daraus) wie bei einem Vorstellungsgespräch und dann darf der Leser mit Mayhem mitraten, welche Figur wohl Verbrechen begehen könnte und welche nicht. Da auch nicht allzu viele Figuren auf dem Schachbrett von "Grabräuber gesucht" stehen, wirkt die Auflösung letztendlich nur teilweise überraschend. Doch das "Ende" ist nichtmal einmal wirklich das Highlight in dem Roman, auch wenn es spannend beschrieben wird. Vielmehr präsentieren sich die Ideen des schwarzen Humors und der abstrakten und teils brutalen Geschichte als Punkte, die "Grabräuber gesucht" letztendlich von der Masse an Thrillerware abheben. Mit rund 18,95 Euro zahlt man als Leser allerdings auch einen sehr stolzen Preis für ein Werk, das zwar im Hardcover-Format erscheint, jedoch mit dem knappen Umfang nun wirklich keine "langen Winterabende" bescheren kann. "Grabräuber gesucht" macht morbiden Spass und stellt eine skurrile Geschichte vor, ist knackig kurz und etwas teuer.
3,5 von 5 Punkten




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