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Otherworld
Hardcover, 272 Seiten
ISBN:
9783800095186
18,95 €

 

Ein kurzer Einblick

Andrew Mayhem ist zurück - pleite, planlos und immer noch mit dem Hang, in skurill-makabre Abenteuer verstrickt zu werden. Diesmal zwingen ihn die Umstände, sich als Serienmörder auszugeben, um eine Gruppe von Psychopathen zu infiltrieren, die sich in einem abgeschiedenen Landhaus in Alaska zu einem Wochenende mit blutigen Spielen versammelt. Kann er die vorgesehenen Opfer rechtzeitig befreien - oder muss er an ihrem Ableben mitwirken, um das eigene Leben zu retten?

Unsere Bewertung

Höher, schneller, weiter ... heisst das Motto im Sport. Bei Jeff Strand müsste es folgerichtig heissen: Brutaler, tödlicher und blutiger. Mit dem markanten "Alleinstehender Psychopath sucht Gleichgesinnte" setzt der Schriftsteller seine Andrew-Mayhem-Reihe fort, die das Leben jenes leicht tolpatschigen Antihelden beleuchtet, dem die schier unmöglichsten und tödlichsten Ereignisse widerfahren. "Grabräuber gesucht" hieß der erste Streich Strands, der schockierte und gleichzeitig faszinierte und eine gute Wertung von 3,5 Punkten bei uns einfuhr. Diesmal hat der US-Autor seine Struktur im Roman etwas verändert. Haben die Leser in "Grabräuber gesucht" ein wenig mitgefiebert und mitgeraten, wer sich hinter der Maske des Mörders verbirgt, entfallen diesmal so gut wie alle kriminologischen Aspekte. Stattdessen betreten wir endgültig die reinen Gefilde des Splattergenres, in dem es ums pure Überleben und natürlich um Mord und Totschlag geht. Ein wenig schade ist es schon, machte doch vor allem jenes Detektivraten Spaß im ersten Band, auch wenn es eine eher überschaubare Verdächtigenliste gab. Doch einmal folgt Strand der Weisheit "In der Kürze liegt die Würze", anders kann man sich die abermals knappe Seitenanzahl von etwas über zweihundertundfünfzig Seiten nicht wirklich erklären. Das ist zwar nett für alle mobilen Leser, die in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit beispielsweise noch den nächsten Mord mitnehmen wollen, doch für den Preis von knapp zwanzig Euro immer noch vergleichsweise recht wenig an Inhalt. Da hilft es auch nicht, dass wir hier ein Hardcover vor uns liegen haben, über dessen Verarbeitung und Qualität man allerdings nicht meckern kann. Der Erzählstil ist einmal mehr so skurill und abgedreht, dass man im positiven Sinne den reinsten "Trash" eigentlich liest und das Ambiente einer alten Horrorkomödie oder billigen Splatterstory daherkommt, ohne wirklich billig zu wirken. Letztendlich ist der Aha-Effekt des ersten Bandes natürlich nicht mehr vorhanden, weil man schon ungefähr weiss, was auf den Leser nun zukommen wird. Erstleser können sich übrigens ebenfalls an diesen Band wagen, da nicht unbedingt ein großes Vorwissen vorausgesetzt wird und die Geschichte auch in sich abgeschlossen ist.

Letztendlich bleibt die Andrew-Mayhem-Reihe ein kurzweiliges "Vergnügen", wenn man es in Anbetracht der blutigen Umstände so nennen mag, das vor allem Splatterfans ansprechen wird und Freunde von makabrem und schwarzem Thrillerhumor.

3 von 5 Punkten

 

Wir danken dem Otherworld Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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