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Klett-Cotta
Hardcover, ca. 350 Seiten
ISBN:
9783608502060
19,90 €

 

Ein kurzer Einblick

Ein höllisch heißer Sommer in Kapstadt. Das amerikanische Ex-Model Roxy und ihr Mann Joe, ein zwielichtiger Waffenhändler, werden überfallen. Joe wird verwundet, und als die schwarzen Gangster mit seinem Wagen verschwunden sind, handelt Roxy kurz entschlossen und erschießt ihren Mann. Die beiden Gangster, die plötzlich unter Mordverdacht stehen, schwören auf Rache. Doch unverhofft findet Roxy einen Beschützer, den farbigen Billy Afrika, der allerdings seine ganz eigenen Ziele verfolgt. Und sie alle haben Piper im Nacken, einen liebesbesessenen Psychopathen, der brutal entschlossen ist, sich das zu holen, was er für sein Eigentum hält ...


Unsere Bewertung

Möge der Leser nach dieser Lektüre nicht blutig erwachen, auch wenn es schwerfallen wird, denn Roger Smiths erschuf mit seinem Roman eines der blutigsten Werke des Jahres. Soviel sei versichert. Krimifans dürfen zunächst auf Abstand gehen, denn wir haben es mit einem reinrassigen Thriller zu tun - nettes Mitraten also, wer wohl ein Mörder ist und wer nicht, gibt es hier nicht. Das zeigt allein bereits die Inhaltsangabe des Verlages. Stattdessen wird geschossen, gemordet und gekämpft - so sehr, dass sogar Chuck Norris zumindest überraschend die Augenbrauen heben würde. Und wie unser "One-Man-Held" aus den Filmen eine Art wandelndes Klischee darstellt, so verhält es sich auch mit den Protagonisten dieses Romans. Wir haben die Sexbombe, einen bzw mehrere gefährliche Psychopathen, eine Art "Macho-Anti-Held" und einen tollpatschigen Polizisten. Selbst die unfähigsten Regisseure würden hier mit den Augen rollen, bekämen sie einen Adaptionsauftrag für diesen Roman und seine Klischeeleichen. Doch gleichzeitig muss man auch ehrlicherweise sagen: Es kann nur so funktionieren! Dieses auf knapp 350 Seiten zusammengepresste Massaker und Blutbad würde mit "herkömmlicheren" Charakteren gar nicht interagieren. Die Handlung würde beispielsweise eine Hausfrau oder netten Familienpapa gar nicht aufnehmen und ab absurdum führen. Smith wagt sich hierbei auch an sehr grenzwertige Themen, die bisher in wenigen Werken behandelt worden sind, wie beispielsweise Kindermord und dabei ist nicht das Auffinden einer Leiche gemeint, wie in manchen Krimiwerken, sondern  "Auge um Auge"-Tötungen. Leser sollten dies also im Hinterkopf behalten, wenn sie sich an diesen Roman herantrauen möchten. Wie vielleicht auffällt, ziehen wir in dieser Rezension ein paar Filmvergleiche bzw rücken den Stoff an bewegte Bilder ran und tatsächlich spielt sich beim Lesen ein sehr turbulenter innerer Film vor den Augen ab, denn "Blutiges Erwachen" würde einem Tarantino in Bestform in nichts nachstehen. Buchmäßig lehnen sich die Schießereien und Gewaltakte an "Buch ohne Namen" ein wenig an, auch wenn das Setting natürlich anders ist. Letztendlich sollen die blutigen Tagen und die meist derbe und vulgäre Sprache jenes Setting Südafrika mit seinen Flats, wo sich Gangsterbanden Kleinkriege liefern, unterstreichen. Das klappt zumindest teils, denn unsere platten Charaktere verhindern eine bessere Identifizierung mit der Situation und der Nähe zur Realität.

3,5 von 5 Punkten

 

Wir danken Klett-Cotta für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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