Montag, den 08. November 2010 um 17:20 Uhr

Arena Verlag
Hardcover, 461 Seiten
ISBN: 978-3-401-06062-0
17,95 Euro
Ein kurzer Einblick
Christopher ist auf der Flucht. Gemeinsam mit der gleichaltrigen Serenity ist er unterwegs in der Wüste Nevadas. Irgendwo dort draußen muss Serenitys Vater leben, der Visionär und Vordenker Jeremiah Jones, der sämtlicher Technik abgeschworen hat, nachdem er erkennen musste, welche Gefahren die weltweite Vernetzung mit sich bringen kann. Doch eine Flucht vor der Technik - ist das heute überhaupt möglich? Serenity ahnt bald, auf was und vor allem auf wen sie sich eingelassen hat. Denn der schwer durchschaubare Christopher ist nicht irgendjemand. Christopher hat einst den berühmtesten Hack der Geschichte getätigt. Und nun ist er im Besitz eines Geheimnisses, das dramatischer nicht sein könnte: Die Tage der Menschheit, wie wir sie kennen, sind gezählt.
Unsere Wertung
Andreas Eschbach ist dafür bekannt, dass er sich gesellschaftlich aktuellen Themen widmet und diese in spannende Thrilleromane integriert. So wurde in "In König für Deutschland" u.a. die Frage des Wahlbetruges oder der technischen Manipulation von Wahlen thematisiert, in "Ausgebrannt" beschäftigte sich der Schriftsteller mit dem Ende der Ölressourcen. In "Black Out", einem (Jugend)-Thriller, geht es um die Cybergefahren. Was passiert, wenn Gehirn und Computertechnologie miteinander agieren und kommunizieren? Wie könnte die Dystopie aussehen, wenn Cyberkriminalität und eine dichte Vernetzung der Welt sich in negativer Weise auf die Gesellschaft auswirken? Hauptprotagonist Christopher bekommt die Auswirkungen direkt zu spüren, als jene Technologie, die er seit Kindesbeinen favorisiert hat, plötzlich hinter ihm und seinen Freunden her ist. Eschbach verbindet gekonnt spannende Kapitel mit einem angenehmen Schreibstil, der das Werk zu einem wahren Pageturner mutieren lässt.
Obgleich sich das Geschehen ziemlich auf de Hetzjagd nach Christopher verlagert, kommen auch die anderen Charaktere nicht zu kurz und besitzen eine für Thrillerverhältnisse angenehme, wenn auch einfache, Struktur/Persönlichkeit, mit der man sich identifizieren kann. Einfach deswegen, da ein wenig wieder einmal "Schwarz" und "Weiss" gegenübergestellt wird. Auf der einen Seite die Naturliebhaber, die sich von der Technik ziemlich abgewandt haben, auf der anderen Seite die Cyberfreaks. Für diese Art Sorte von Roman, wo eher Tempo, Handlungsreichtum und Spannung zählen, ist dies jedoch nicht unbedingt Negativ. "Black Out" ist zudem der erste Band einer angehenden Reihe, Fans dürfen sich also auf weitere Abenteuer um den jungen Hacker, seinen Freunden und der Kohärenz freuen. Der Roman bietet alles, was man von einem spannenden Thriller erwartet. Durch die relativ geringe Gewalt, ist er zudem auch für jüngere Altersklassen (wenn auch natürlich kein Kinderbuch!) geeignet.
4 von 5 Punkten



Wir danken dem Arena Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.



