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Eine Kindheit ohne Bücher wäre keine Kindheit. Es wäre, als ob man aus dem verzauberten Land ausgesperrt wäre, aus dem man sich die seltsamste aller Freuden holen könnte.
Astrid Lindgren

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  • 19.05., 23.15 Uhr, RBB: „Jakob der Lügner“ (Jurek Becker)
  • 22.05., 20.15 Uhr, Tele 5: „Gefangene der Zeit“ (1+2) (Madeleine L'Engle)
  • 22.05., 23.45 Uhr, Hessen: „Maria Wern, Kripo Gotland – Kinderspiel“ (Anna Jansson)
  • 23.05., 22.55 Uhr, WDR: „Mankells Wallander: Tod im Paradies“ (Henning Mankell)
  • 24.05., 0.50 Uhr, Das Erste: „Misery“ (Stephen King)
  • 25.05., 20.15 Uhr, Das Vierte: „Doktor Schiwago“ (1/2) (Boris Pasternak)
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KBV Verlag
Taschenbuch, 250 Seiten
ISBN: 978-3-940077-94-3
9,50 €


Ein kurzer Einblick

Es fallen Dunkle Schatten auf die Eifel
Ein Einbruch führt Kommissar Schwarz, den Exil-Kölner, in die ehemalige Nazi-Ordensburg Vogelsang. Alles sieht zunächst nach einem Routinefall aus, doch als man bald darauf am gleichen Ort einen getöteten Journalisten findet, wird schnell klar: Die Angelegenheit ist komplizierter, als sie auf den ersten Blick scheint. Ob hinter den Taten Neonazis stecken, ob die Motive bei geheimnisvollen, alten Dokumenten, bei lang verschollenen Kunstschätzen oder bei den skrupellosen Machenschaften menschlicher Heuschrecken zu suchen sind, bleibt vorerst ein Rätsel. Dann geraten die Ereignisse außer Kontrolle: Im Schleidener Tal bricht eine Welle von Gewalt aus, die auch vor Schwarz selbst nicht Halt macht. Er kann erst dann Licht ins Dunkel bringen, nachdem er dem Tod mehr als einmal ins Auge geblickt und einen Weg gefunden hat, seine Ängste zu besiegen.

(Verlagstext)


Unsere Bewertung

Wer gerne wirklich fesselnde Krimis liest, dabei auch mal laut lachen möchte und ein bisschen – wie es der Autor in seiner Danksagung selbst nennt – „Eifelwürze“ vertragen kann, der sollte dieses Werk lesen! Stephan Everling hat eine unheimlich eingängige und vor allem abwechslungs- und metaphernreiche Art zu schreiben.
Sein Humor ist ironisch und direkt. Stellenweise parodiert er Charaktere wie den Bürgermeister oder den Zeitungschefredakteur geradezu. Die Protagonistinnen und Protagonisten wirken dabei aber trotzdem noch authentisch und echt und kein bisschen wie hölzerne „Typen“.
Besonders hervorzuheben ist dabei die Hauptfigur der Krimi-Reihe. Mit Kommissar Schwarz hat Stephan Everling eine richtig sympathische, weil menschliche, Figur erschaffen. Ein Polizist, der nicht als Übermensch erscheint, alle Rätsel lösen kann und alles wegsteckt, was er in seinem Job erlebt. Vielmehr ist Schwarz genau deshalb von Köln in die Eifel gezogen – um ein bisschen zur Ruhe zu kommen. Dies scheint ihm jedoch überhaupt nicht zu gelingen. Mit „Totenvogelsang“ steht er nun schon vor seinem zweiten größeren Fall in diesem doch ach so ruhigen Landstrich.

Der Krimi spielt rund um die ehemalige Nazi-Ordensburg Vogelsang bei Schleiden. Ein geschichtsträchtiger Ort, der gerne von Schulklassen aus dem Umland besichtigt wird und deren Besuch sich auch wirklich lohnt. Vogelsang ist ein Ort, an dem man Geschichte noch so richtig spüren kann und an dem man selbst einmal nachfühlen kann, wie die Naziideologie sich angefühlt haben muss, denn genau das strahlt das Bauwerk auch aus. Eine Kulisse wie geschaffen für Mord und Totschlag!
Everling schafft es anscheinend mühelos aktuelle Ereignisse wie drohende Arbeitslosigkeit aufgrund der Wirtschaftskrise und historische Ereignisse miteinander zu verknüpfen und mit einer kleinen Portion dichterischer Freiheit zu einer unglaublich spannenden Kriminalgeschichte zu verquirlen. Die Geschichte bietet auf jeder Seite neue Überraschungen und Wendungen, die den Fall spannend halten und beim Lesen Lust auf jedes neue Kapitel machen. Für Krimifans ein absolutes Fest!
Glücklicherweise ist Kommissar Schwarz eine Figur, die nicht so schnell langweilig wird. Es macht den Anschein, als hätte Everling noch nicht alle Fassetten seines Protagonisten dargestellt – sowohl Autor und Hauptfigur haben Potential und haben hoffentlich den Grundstein für eine Krimireihe gelegt, die uns noch lange erhalten bleibt. Das Ende des Buches scheint aber bereits anzukündigen, dass da noch mehr Werke lauern, geschrieben zu werden.
Bis dahin kann man sich die Zeit mir „Totenkammerwald“, dem ersten Teil von Everlings Eifelkrimi-Reihe versüßen.

 

5 von 5 Punkten


 

Wir danken dem KBV Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!