Samstag, den 12. März 2011 um 14:22 Uhr

Droemer Verlag
gebunden, 528 Seiten
ISBN: 9783426198919
19,99 €
Ein kurzer Einblick
Special Agent Pendergast kehrt auf den Stammsitz seiner Familie zurück. Hier erwarten ihn viele sorgsam verdrängte Erinnerungen auch die an seine Frau, die vor zwölf Jahren bei einem schrecklichen Unfall umgekommen ist. Doch nun findet Pendergast Hinweise, dass Helen in Wahrheit das Opfer eines heimtückischen Mordes wurde. Gemeinsam mit seinem besten Freund D Agosta beginnt er zu ermitteln und muss bald erkennen, dass Helen ihn anscheinend aus vielen Gründen geheiratet hat, nur nicht aus Liebe.
Aber warum musste Helen sterben? Und was hat dies alles mit einem Künstler aus dem 19. Jahrhundert zu tun, von dem sie geradezu besessen war, einem Genie, das unter einer rätselhaften Fieberkrankheit litt? Nur eins steht fest: Helen hat ein Geheimnis mit ins Grab genommen und es gibt immer noch jemanden, der bereit ist, dafür über Leichen zu gehen ...
Unsere Wertung
Die Inhaltsangabe lässt bereits vermuten, in welche Richtung das Erfolgsduo Preston und Child den Weg eingeschlagen haben: Für Special Agent Pendergast wird es persönlich! Hatten vergangene Romane wie beispielsweise "Cult" oder auch "Darkness" noch den Charakter von großen Katastrophen in sich getragen, die viele Menschen betreffen, mutet der neue Roman "Fever" fast wie ein familiärer Krimi an. Pendergast auf einem Feldzug, um den Tod seiner Ehefrau zu rächen? Ein mutiger Schritt von Preston/Child weit abseits der großen katastrophen wie Zombies, Schiffsunglücken oder verrückten Killern die die Besucher eines Museums ermorden wollen.
Dem oftmals merkwürdig anmutenden Hauptprotagonisten wird einmal mehr der New Yorker Polizist D´Agosta gestellt. Somit bildet sich die bekannte Konstellation der zwei Ermittler, die bereits mehrere Abenteuer zu bestehen hatten. In einer Nebenrolle treffen wir zudem auf Constance Greene, vielleicht dem einzigen Charakter, der noch seltsamer udn rätselhafter ist als Pendergast selbst. Allen Fans der Reihe sei gesagt, dass, obgleich dieser Part zu einer Nebenhandlung gehört, hier eine größere Überraschung zu erwarten ist, was das Kind von Greene betrifft. Auf den Inhalt gehen wir selbstverständlich nicht ein, können aber sagen, dass die beiden Autoren ein wenig die Handlung für den nächsten Part der Pendergast-Reihe vorgeben. Generell haben sich Preston und Child wohl drauf geeinigt, dass die komplette Reihe auf Pendergast zugeschnitten wird - das zeigt deutlich das Vorgehen in diesem Roman, wo es wirklich um einen persönlichen Rachefeldzug geht.
Der frühere "Austragungsort" der Handlungen, das naturhistorische Museum in New York spielt mittlerweile keine Rolle mehr, auch das etwas lieblose Ausradieren des Charakters Smithback in "Cult", der über Jahre hinweg den kessen und symphathischen Reporter gespielt hat, macht deutlich, dass es wohl auch in Zukunft "nur" um Pendergast gehen soll. "Fever" an sich bewährtet absolute bewährte Thrillerkost - vielleicht nicht mehr so actionreich und sensationsgradig wie frühere Romane, aber dennoch baut sich kontinuierlich Spannung auf, wenn die Leser den Weg von Pendergast und D´Agosta mitverfolgen. Abermals verglichen mit früheren Werken ist der Start und der Aufbau des Romans ebenfalls ruhiger angelegt, man spürt sofort, dass es hier um die persönlichen Emotionen des Protagonisten geht, die mit dem gewaltsamen Tod seiner Ehefrau verbunden sind, als um sensationelle Entdeckungen. Preston und Child bleiben weiterhin in der Erfolgsspur und errichten eine neue Linie in ihrem mittlerweile breitem Romanfeld. Was die Zukunft bringen wird, werden wir wohl bald erleben.
4 von 5 Punkten




Wir danken Droemer für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.



