Mittwoch, den 23. März 2011 um 09:04 Uhr

KBV Verlag
Taschenbuch, 220 Seiten
ISBN: 978-3-940077-68-4
9,50 €
Ein kurzer Einblick
Ein frischer Wind weht durch den Eifelkrimi-Blätterwald. Stephan Everling versteht sein mörderisches Handwerk!
Als der Kriminalbeamte Schwarz von Köln in die Nordeifel versetzt wird, hat er noch die Hoffnung, daß die friedvolle Umgebung eine heilende Wirkung auf sein zutiefst erschüttertes Seelenleben hat. Während die beginnende Weltfinanzkrise ihren Weg um den Globus nimmt und unheilvolle Schatten auf eine schwierige Zukunft wirft, betraut man den frisch Eingetroffenen mit der Aufgabe, das Verschwinden eines Bankdirektors zu untersuchen. Doch der vermeintliche Zeitvertreib erweist sich als sicherer Pfad in das Pandämonium: Schüsse fallen, Gelder verschwinden, und als im Kammerwald mehrere Leichen gefunden werden, wird jedem klar, dass man von einer einfachen Lösung weit entfernt ist. Unter dem Druck der Medien entwickelt sich das friedliche Eifelstädtchen Schleiden zu einem Hexenkessel. Inmitten dieser Wirren sieht sich Schwarz seiner eigenen Hölle ausgesetzt und erlebt das Grauen seines Lebens neu. Doch noch bevor die Natur des Nationalparks Eifel und die Begegnung mit der geheimnisvollen Malerin im einsamen Forsthaus ihre heilende Wirkung auf seine Seele ausüben können, begreift er, dass nicht nur in seinem Dasein zwischen der blutigen Vergangenheit und der grausamen Gegenwart eine Brücke geschlagen wurde. Und diese unheilvolle Verbindung wird noch weiteren Menschen den Tod bringen, wenn es ihm nicht gelingt, das Schicksalsrad zum Stehen zu bringen.
(Verlagstext)
Unsere Bewertung
Totenkammerwald bietet die Vorgeschichte zu Everlings aktuellerem Eifelkrimi "Totenvogelsang". Das Werk erzählt, wie Kommissar Stefan Schwarz in die Eifel kam. Seine Erwartungen waren nicht besonders hoch. Er rechnete mit ländlicher Idylle, Ruhe und ein bisschen Langeweile. Zumindest wäre das genau das Szenario gewesen, das er gebrauchen könnte. Schwarz ist in psychologischer Behandlung, denn in seiner eigentlichen Heimat Köln kam er mit dem Alltag als Kommissar nicht mehr zurecht. Die vielen Toten, besonders Kinder, machten ihm zuschaffen. Everling schuf mit Schwarz einen sehr menschlichen Charakter, der den Leserinnen und Lesern auch mal eine andere Sicht auf Polizeiarbeit zeigt.
Everlings erster Fall in der Eifel scheint sehr simpel und unbedeutend zu sein. Er soll den verschwundenen Direktor der "Eifelbank" suchen. Diese Geschichte entwickelt sich zu einer brandheißen Geschichte, die hier aber nicht näher verraten werden soll.
Wie schon in dem anderen von uns rezensierten Everling-Eifelkrimi muss man auch hier wieder den ironisch-humorvollen Schreibstil loben, der die Eifelaner_innen genau richtig wiederspiegelt. Und ein paar Seitenhiebe eines Kölners in Richtung Düsseldorf gibt es auch zu lesen.
Der Krimi ist die ganze Zeit über spannend und bietet durch den Aktualitätsbezug auf die Finanzkrise noch eine ganz besondere Ebene.
Wieder mal ein lesenswerter Eifelkrimi, nicht nur für Eifelfans. Aber auch...
5 von 5 Punkten





Unsere Rezension von "Totenvogelsang"
Unser Interview mit Stephan Everling



