Samstag, den 04. Juni 2011 um 14:12 Uhr

Knaur
Softcover, 475 Seiten
ISBN: 9783426652466
14,99 €
Ein kurzer Einblick
Niemand spielt Paganini so virtuos wie die berühmte Geigerin Ane Larrazábal. Doch dies war ihr letztes Konzert nach der Aufführung des Capriccio Nr. 24, des schwierigsten Geigenstückes aller Zeiten, findet man sie stranguliert in den Räumen des Konzertgebäudes. Auf ihrer Brust prangt in blutiger Schrift das arabische Wort für "Satan"; und ihre einzigartige Stradivari mit dem geschnitzten Teufelskopf ist unauffindbar.
Sollte das Instrument tatsächlich mit einem Fluch beladen sein, wie Kenner sich zuraunen? Kommissar Perdomo, einer der erfahrensten Ermittler der Madrider Polizei, macht sich auf, jede Spur zu verfolgen bis hin zum makabren Tod des Meisters Paganini selbst, vor nahezu 200 Jahre.
Bewertung
Die Welt der Musik ist doch wahrlich bezaubernd. Beethoven, Mozart oder Vivaldi, sie alle nahmen ihre Hörer in den Bann mit kraftvollen Klängen und einmaligen Kompositionen und nichts ist von der Faszination der klassischen Musik bis heute verloren gegangen. Heutzutage zeigen ein David Garrett oder eine Vanessa Mae, wie modern ein an sich sehr altmodisch anmutendes Instrument wie die Geige klingen kann und mutiertern in den letzten Jahren zu wahren Stars. Im Thriller "Die Violine des Teufels" nahm sich der Autor "Joseph Gelinek" der Geschichte Paganinis an, jenem Virtuosen, der schon zu Lebzeiten nicht nur berühmt, sondern auch gefürchtet war. Nahm man doch an, dass Paganini einen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben muss, um in dieser Perfektion die Geige zu beherrschen. Die Vergangenheit Paganinis, die eine Art Nebenhandlung bietet, komponiert mit dem Hauptstrang (im "Ein kurzer Einblick" geschildert) des Romans. Und dieser bietet eine weltweit gefeierte Violinistin, einen Mord und einen leicht tollpatschigen und dafür sehr symphathischen Polizisten, der ihn aufklären soll. Joseph Gelinek (ein Klaiverlehrer zu Zeiten Mozarts) selbst ist übrigens ein Pseudonym eines spanischen Musikwissenschaftler, der bereits "Die 10. Symphonie" verfasste und mittlerweile im Thrillerbereich gut Fuss gefasst hat. Ein wahrer Schatz, den die "Violine des Teufels" bietet, ist die Möglichkeit in die Welt der klassischen Musik einzutauchen, denn der erwähnte Hauptcharaktere Perdomo ist nicht wirklich ein Kenner der musikalischen Welt. Selbst Leser, die noch nicht mit Klassik und Orchestern in Berührung gekommen sind, lernen somit von der ersten Seite an viele interessante Fakten und Informationen, nicht im sachlichen Kauderwelsch, sondern schön verpackt in der Handlung des Romans. Lobenswert! Woran es noch ein wenig hapert, ist der Krimifaktor an sich. Die Liste der Verdächtigen ist vergleichsmäßig kurz und nach einer Weile kann man bereits erahnen, wer der Mörder und Dieb wohl gewesen ist. Ganz sicher kann sich ein Leser gewiss nie sein, doch hier wurde ziemliches Potential verschenkt. Die Charaktere weisen viel Licht und Schatten auf, so sind Perdomo und sein Sohn Gregorio die Symphthieträger des Romans, während andere Protagonisten, besonders der Mörder, eine fast schon stereotyp artige Gesinnung aufweisen.
Fazit
Trotz kleinerer Mängel bietet die "Violine des Teufels" bewährte und gute Thrillerkost. Eine gelungene Komposition aus Thrill-, und Krimifaktoren und dem großen Plus des Romans, das Setting und Szenario der klassischen Musik, das sich absolut angenehm von dem Einheitsbrei des Massenmarktes abhebt. Senor Gelinek, wir erwarten mit Freude den dritten Roman!
4 von 5 Punkten




Wir danken Knaur für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.



