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Eine Kindheit ohne Bücher wäre keine Kindheit. Es wäre, als ob man aus dem verzauberten Land ausgesperrt wäre, aus dem man sich die seltsamste aller Freuden holen könnte.
Astrid Lindgren

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Heyne
Taschenbuch, 448 Seiten
ISBN: 978-3-453-43499-8

8,99 €




Ein kurzer Einblick

Auf einem einsamen Spaziergang begegnet Grady Adams etwas Unglaubliches: zwei hundeähnliche Wesen, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen. Woher aber kommen sie dann? Und noch wichtiger: Weswegen sind sie hier? Im Namen der nationalen Sicherheit riegeln Soldaten und Wissenschaftler das Gebiet ab. Aber wer ist die eigentliche Gefahr? In einer Welt, die von Tag zu Tag mehr dem Bösen anheimfällt, muss Grady Adams die Entscheidung seines Lebens treffen. (Verlagstext)



Bewertung

Koontz Roman „Blindwütig“ schnitt in unserer Rezension nicht gerade genial ab, um es einmal vorsichtig zu formulieren. Der neueste Streich „Die Unbekannten“ soll es besser machen, auch wenn man mit dem Attribut „neu“ vorsichtig sein sollte, denn eigentlich erschien Koontz´ Werk bereits 2009 in den USA und ist nun als Taschenbuch bei uns in Deutschland erhältlich. Der Horror-Meister steigt auch direkt mit der Geschichte ein, keine langen Erklärungen über das Leben von Grady Adams, keine unnötigen Detailschilderungen, die in der Inhaltsangabe geschilderten Wesen werden sofort im ersten Kapitel gesichtet und … ja, was dann eigentlich? Die Handlung beginnt etwas vor sich hinzuplätschern und artet in einem fast schon ominös ruhigen Szenario aus, wo Adams und Protagonistin Cammy, die ihm zur Seite steht, die Wesen spielerisch zu erforschen versuchen. E.T lässt grüßen! Die mittlerweile fast schon plakativ böse Regierung hat lange Sendepause und greift erst im letzten Viertel des Buches so richtig ins Geschehen ein. Zum Glück gibt es noch einige Nebenstränge, beispielsweise um Tom Bigger oder Henry Rouvroy, Charakteren, die zwar auch keine besondere Tiefe besitzen, deren Handlungen und Aktionen jedoch um einiges interessanter sind, als das Gespann Adams/Cammy. Dummerweise sind es in „Die Unbekannten“ gerade diese Nebenstränge, die den Roman noch einigermaßen am Leben halten, da die Haupthandlung mehr und mehr einzuschlafen droht. Da das Werk insgesamt knapp vierhundert Seiten umfasst, bleibt aber zum Beispiel nur wenig Raum, um Henry Rouvroys Verschwörungsgeschichte wirklich groß aufzuziehen. Letztendlich wirken die verschiedenen Stränge wie ein Sammelsurium von diversen Ideen und Einfällen, die in die Struktur des Romanes gemischt worden sind, um ihm einiges an guter Würze zu verleihen. Doch nach „gut“ kommt bekanntlich „gut gemeint“. „Die Unbekannten“ krankt zudem an einem sehr frei konzipiertem Ende. Ähnlich wie schon in „Blindwütig“, das jedoch zum Schluss zu einem wahren Rohrkrepierer wurde anhand der abstrusen Ideen, haben wir hier den Fall, dass die Handlung sich zu einem „open end“ öffnet, das nicht wirklich nachvollziehbar ist. Natürlich müssen im Bereich von Horror und Phantastik nicht die Gesetze von Logik gelten, aber als Leser mag man die letzte Seite durchlesen und mit einem Schulterzucken zur Kenntnis nehmen a la: Irgendwie ändert sich nun was und es geht weiter. Was auch immer das sei wird.

 

Fazit

Wir haben Koontz aufgrund seiner vielen guten Romane einen Horror-Meister genannt, doch ob Horror, Phantastik oder Übersinnliches, langsam muss der Autor um diesen Titel kämpfen, denn auch „Die Unbekannten“ bringt zu wenig Potential auf. Zu wengi jedenfalls, wenn man in der ersten Liga um die Krone mitspielen will.



2,5 von 5 Punkten

 

 

 

Wir danken Heyne für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.