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Herausgegeben von
Reinhold Beckmann
Taschenbuch, 272 Seiten mit s/w-Abbildungen
ISBN: 978-3-423-34576-7
9,90 €





Ein kurzer Einblick

Ob es der Alltag in den 20er-Jahren, Hitlers Einzug in Hamburg, Giscard d'Estaing an der Hausbar oder die letzten Dinge sind: Anschaulich und pointiert erzählt diese selbstbewusste und engagierte Frau aus ihrem Leben. Ein überaus sympathisches und einnehmendes Buch, in dem die Persönlichkeit von Loki Schmidt und natürlich auch die ihres Ehemannes, Altbundeskanzler Helmut Schmidt, der gelegentlich am Gespräch teilnimmt, ganz präsent werden. Sie zeigt sich ohne jegliche Sentimentalität, auch was die Gedanken an den Tod angeht, nüchtern, humorvoll, anständig im altmodischen Sinn, kann gut erzählen und lässt sich kein X für ein U vormachen. Das hat sie zeit ihres Lebens nicht getan.



Unsere Bewertung

Hannelore Schmidt, von allen nur Loki genannt, hat beinahe ein ganzes Jahrhundert erlebt. Die 20er Jahre, die nationalsozialistische Diktatur, die Nachkriegszeit, immer an der Seite ihres Mannes, Altkanzler Helmut Schmidt, den sie fast ihr ganzes Leben lang kennt – und liebt.
Im Gespräch mit Reinhold Beckmann erfährt man viel über sie und ihr Leben, gerade wie in einer Biographie. Aber viel lebendiger und direkter als in einer solchen. Mit hanseatischer Direktheit und Bestimmtheit spricht Loki Schmidt über ihre Kindheit, ihren Beruf als Lehrerin, das Leben als Minister- und Kanzlergattin, ihre Reisen und ihr Engagement. Neben diesen biographischen Themen kommen ganz persönliche hinzu: Der Verlust ihres Sohnes, der als Kind starb, die harten „Bonner Jahre“, die Späßchen mit ihrem Mann über das Alter und man gewinnt einen umfassenden Eindruck von dieser starken Frau. Ab und an missachtet sie Beckmanns spitzbübische Ironie, wenn der Fragen stellt und manchmal wirkt sie etwas streng, oftmals gefühlskalt aufgrund ihrer Vernunft, aber trotzdem wächst sie einem beim Lesen ans Herz. Sie ist eine starke Persönlichkeit, ganz hanseatisch, und trotzdem liebenswert.
Leider sind manche Themen unausgesprochen bekannt zwischen ihr und Beckmann, so dass dem Leser die ein oder andere Hintergrundinformation fehlt, was aber gleich dazu verleitet, zum Lexikon zu greifen und nachzuschlagen. Dennoch ist das ein Manko des Buches, dem ein Register ganz gut getan hätte. Doch so steht nur das Gespräch zwischen Loki Schmidt und Reinhold Beckmann (und manchmal Helmut Schmidt, wenn er auf eine Zigarettenlänge vorbeikommt) für sich alleine. Ein Gespräch über ein ganzes Menschenleben, in dem immer der Partner wichtiger Faktor war, doch genauso die Unabhängigkeit.

Wem Biographien zu trocken sind und wer trotzdem etwas über diese beeindruckende Frau erfahren möchte, sollte zu diesem Buch greifen!




4 von 5 Punkten

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