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Geschichten schreiben ist eine Art, sich das Vergangene vom Halse zu schaffen.
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Lübbe
Gebunden, 237 Seiten
ISBN: 978-3-431-03755-5
19,95 €




Ein kurzer Einblick

Schluss mit dem Mythos über die düstere Zeit willkürlicher Kriege, blutrünstiger Hexenverfolgungen und hygienischer Katastrophen - her mit dem Mittelalter, wie es auch war. In ihrem ersten Sachbuch erzählt uns die Bestsellerautorin Rebecca Gablé die Geschichte des englischen Mittelalters neu: kompetent und informativ, herrlich farbenprächtig und mitreißend wie ein Roman - und immer mit einem Schmunzeln. Lesen Sie, wie die Wikinger in Ermangelung anderer Hobbys England eroberten - unabsichtlich unterstützt vom englischen König Æthelred, dessen Ruf seitdem ruiniert ist. Erleben Sie mit, wie Jahrhunderte später Eleanor von Aquitanien die Bühne betritt, eine der "unterhaltsamsten und wunderbarsten Skandalnudeln, die je auf Englands Thron gesessen haben". Und erfahren Sie, warum Thomas Becket, Sohn eines Einwanderers, der es zum steinreichen Immobilienspekulanten gebracht hatte, unter der erlesenen Garderobe stets ein Gewand aus kratzigem Ziegenhaar trug. Neugierig geworden? Dann lesen Sie los!


Unsere Bewertung

Rebecca Gablé, den Lesern vor allem durch ihre historischen „Schinken“ bekannt, hat sich das erste Mal an ein Sachbuch gewagt – und hat ihre Sache gut gemacht. Studenten der Mediävistik werden Rebecca Gablé wohl für dieses Werk sehr dankbar sein, da es zwar fundiert, aber trotzdem laienhaft das beschreibt, was manchmal sehr verwirrend scheint. Wenn sie mit einem Augenzwinkern große Gestalten des englischen Mittelalters auf die Schippe nimmt (die ja schließlich ihr Studieninhalt sind und waren!), macht sie das sehr sympathisch, denn oftmals sind solche Beschreibungen ja todernst und vor allem staubtrocken. Aber natürlich ist das Buch auch für Laien sehr interessant, wobei man hier ganz ehrlich sagen muss, dass es teilweise viel zu viele Informationen auf viel zu wenig Raum sind. Das Buch hätte leicht doppelt so umfangreich sein können – trotz seiner im Untertitel angepriesenen „Kurzweiligkeit“, die jedoch angesichts der vielen Fakten genau richtig scheint.
Für die vielen Namen kann auch Frau Gablé nichts, auch nicht, dass es schnell ermüdend wird, wenn der dritte Edward oder der fünfte Henry den scheinbar tausendsten Feldzug planen. Das Mittelalter wirkt eben oftmals wie eine ewige Wiederholung. Das bremst leider auch den Lesespaß zum Ende hin immer mehr herab, so dass man – zumindest als Laie – irgendwann die Lust an der Materie verliert. Das Mittelalter mag spannend sein, aber ein mitreißender Roman mit perfekter Spannungskurve und Höhepunkt ist es eben nicht.

 

 

3 von 5 Punkten

 

Wir danken Lübbe für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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