Sonntag, den 18. Januar 2009 um 21:06 Uhr

Lübbe
Taschenbuch, 335 Seiten
ISBN: 978-3-404-60596-5
8,95 Euro
Ein kurzer Einblick
Niklas glaubt, der Dreisatz wäre eine olympische Disziplin.
Latoya kennt drei skandinavische Länder: Schweden, Holland und Nordpol.
Und Tamara-Michelle hält den Bundestag für einen Feiertag.
Einzelfälle? Mitnichten. Eine ganze Generation scheint zu verblöden. Der Staatsanwalt von nebenan erzieht seine Kinder mit der Spielkonsole. Germanistikstudenten sind der deutschen Sprache nicht mehr mächtig. Eine Karriere als Popstar erscheint dem Bäckerlehrling verlockender als eine solide Ausbildung.
Dieses Buch geht der Frage auf den Grund, wie es wirklich um die Mütter, Väter und Bundeskanzler von morgen steht. Geschrieben haben es zwei Autoren, die mit der Generation Doof per Du sind. Denn es ist ihre eigene.
Unsere Bewertung
Übertreibungen über Übertreibungen finden sich in „Generation Doof“. Zunächst sagt man sich: Das sind doch wieder nur zwei Leute, die ihre Mitmenschen schlecht machen und sie als blöd hinstellen. Zunächst ...
Wenn man seine ersten Zweifel beiseite schiebt, fühlt man sich viel zu oft ertappt. Ein Schmunzeln hier und da wird wohl bei den Wenigsten ausbleiben; man erkennt sich einfach in den kleinen Anekdoten wieder. Wenn nicht, kann man sich wenigstens noch aufregen über die Dummheit anderer Leute und das ist ja bekanntlich des Deutschen liebstes Hobby ...
Leider regt es nur kurzweilig zum Nachdenken an, da recht wenig „Essenz“ herausgefiltert werden kann: Es bleibt trotz allem am Ende die Frage stehen, wie man es besser machen könnte und die wird sicher nicht mit Andeutungen beantwortet.
„Generation Doof“ ist kein Buch, dass uns die Offenbarung über unsere Generation verkündet, all das, was da drin steht, kennen wir selbst und haben es bestenfalls verdrängt oder uns ist noch gar nicht aufgefallen, wie sehr wir uns „daneben“ benehmen. Es ist auch nichts Neues, dass man sich über die jüngere Generation echauffiert, das gibt es schon seit man denken kann.
Das Buch hat zudem auch keinen wissenschaftlichen Anspruch. Kann man Berichten im Internet glauben, wurde die „Bush-Frage“ bei „Wer wird Millionär“ („Wie heißt George W. Bush mit Vornamen?“) auch so nie gestellt. Anderen Gerüchten zufolge scheinen die Autoren angegebene Antworten auf Quiz-Fragen einer Internetseite entnommen zu haben. Das würde die provokanten Thesen Anne Weiss' und Stefan Bonners über ihre Generation nur bestätigen, nämlich, es sich so einfach wie möglich zu machen.
Unterhaltsam ist das Buch allemal für zwei, drei Tage, danach verschwindet es aber auch bald wieder in der geistigen Versenkung des Kurzzeitgedächtnisses.
2 von 5 Punkten


Wir danken Lübbe für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.



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