Montag, den 19. Januar 2009 um 18:53 Uhr

Lübbe
Broschiert, 256 Seiten
ISBN: 978-3-7857-2323-4
16,95 €
Kurzer Einblick
Was muss eine Amerikanerin beim Bettenmachen in Deutschland beachten? Warum ziehen die Deutschen nicht nur mit Kind und Kegel um, sondern nehmen jedes Mal auch ihre komplette Küche mit? Und wie kommt man eigentlich am besten mit der scheinbar endlosen Auswahl an Brot, Wurst und Käse an den Verkaufstheken der Supermärkte zurecht?
Als Carol Kloeppel 1992 für ihre große Liebe den Sprung über den großen Teich wagte und von Amerika nach Deutschland auswanderte, wusste sie nicht, was alles auf sie zukommen sollte. In diesem Buch erzählt sie von den merkwürdigen Eigenheiten ihres neuen Heimatlandes, aber auch von positiven Errungenschaften wie köstlichen Brötchen, geselligen Sonntagsspaziergängen und gemütlichen Weihnachtsmärkten.
Inzwischen hat Carol Kloeppel ein zweites Zuhause in Deutschland gefunden und lebt mit ihrem Mann Peter und ihrer Tochter in Bonn.
Unsere Bewertung
Bücher über „binationale“ Familien sind spätestens seit „Maria ihm schmeckts nicht!“ up to date und Berichte dieser Art schießen wie Pilze aus dem Boden. Da verlangt es den Leser doch schon etwas nach Innovation. Die fehlt jedoch leider bei „Dear Germany“, auch wenn es durchaus eine unterhaltsame Kurzlektüre ist. Die einzelnen Kapitel sind beinahe komplett einzeln lesbar und behandeln voneinander unabhängige Themen. Dies wäre nicht schlecht, besonders für eine schnelle Lektüre, aber es entsteht leicht der Eindruck als wenn eine Liste abgearbeitet worden wäre.
Das überraschend Erfrischende an Carol Kloeppels Erinnerungen ist die Kritik an Deutschland. Zu Anfang klingt noch das typische uneingeschränkte „Deutschland ist supertoll“ an, doch gegen Mitte traut sie sich auch, ihre zweite Heimat zu kritisieren, besonders wegen seines Bildungssystems und des Verhaltens der Deutschen in der Schlange an der Kasse. Dies ist vollkommen legitim und auch normal, denn nichts ist vollständig positiv und genauso sieht das auch Carol Kloeppel.
Ansonsten sind die Themen, die durchgeackert werden, zu vorhersehbar und wenig innovativ. Natürlich sind Fasching und das Oktoberfest für einen Einwanderer etwas Besonderes, aber trotzdem wäre etwas anderes auch mal nett gewesen.
Am interessantesten ist es, wenn Kloeppel von ihrer Heimat Amerika erzählt und Vergleiche zu Deutschland zieht. Das sind regelrechte „Insiderinformationen“ aus erster Hand, von denen man sonst nicht so einfach erfährt.
„Dear Germany“ ist eine nette Lektüre für zwischendurch, es mangelt ihm jedoch an innovativen Ideen und Neuem, die man auch von einem Tatsachenbericht erwarten kann.
2 von 5 Punkten


Wir danken Lübbe für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.




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