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Rowohlt
Hardcover, 192 Seiten
ISBN: 978-3-498-03548-8
18,95 €




Ein kurzer Einblick

Daniel Kehlmann schreibt mit Verve und Hingabe nicht nur Romane, sondern auch über sie. Lob versammelt seine jüngsten Texte – Reden, Essays, Rezensionen –, die von Literatur erzählen und, mal mit Bewunderung, mal mit Humor, von ihren jungen und alten Meistern.

Doch klug und kenntnisreich von Shakespeare, Kleist und Thomas Mann, von Beckett, Hamsun und Thomas Bernhard, von Imre Kertész, Max Goldt und Stephen King zu reden ist das eine. Das andere sind die «sehr ernsten Scherze» über alltägliche wie ästhetische Fragen: Soll man von der wohlgepolsterten Demütigung der ersten Lesereisen berichten? Und zugeben, daß alles, was in Büchern steht, einem sowohl wirklicher als auch wahrer erscheint als die aufdringliche, laute und auch ein wenig Angst einflößende Welt? Man soll und muß – auch das zeigt dieses Buch.


Unsere Bewertung

Daniel Kehlmann gehört längst zu den Großen in der neuen deutschen Literatur; man geht davon aus, dass er Ahnung von Literatur hat. Das stellt er dann auch unter Beweis in seinem neuesten Buch, „Lob. Über Literatur“, das Zeitungsartikel, Essays und Reden des Autors enthält. Da stellt man dann auch – beinahe überrascht, so ging es mir jedenfalls – fest, dass Kehlmann solch „ordinäre“ Autoren wie Stephen King liest. Am Ende zerreißt er dessen Roman „Puls“ jedoch nur und vergleicht ihn bloß mit „Shining“, so dass man den Verdacht hat, Kehlmann habe Stephen King wohl mehr als Pflichtübung denn aus Leidenschaft gelesen.
Mit anderen Texten schafft Kehlmann es, auf die jeweiligen Autoren und Bücher neugierig zu machen. Beispielsweise bei Thomas Bernhards „Holzfällen“, J. M. Coetzee oder Knut Hamsuns Klassiker „Hunger“. Andere gehen etwas unter, besonders die Reden, die er über Max Goldt und Imre Kertész gehalten hat und die des dritten Teils des Buches.

Man wünscht sich an manchen Stellen etwas mehr Persönlichkeit und etwas mehr Leidenschaft von Kehlmann, der sich oftmals doch etwas hochhoheitlich gibt. Die im Klappentext angepriesene "Hingabe" ist zwar vorhanden, scheint aber dennoch reserviert und wenig persönlich. Das Buch hätte nämlich auch die Gelegenheit sein können, dem „normalen“ Unterhaltungsliteraturleser die „ernste“ Literatur näher zu bringen. Kehlmann jedoch bleibt lieber in dem elitären Kreis des Feuilleton, das sich selbst auferlegt, was man zu lesen hat und was man nicht lesen darf ...



3 von 5 Punkten





Wir danken Rowohlt für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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