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Droemer
Hardcover, 512 Seiten
ISBN: 978-3-426-27532-0
19,99 €




Ein kurzer Einblick

Wer ist die schönste Frau Hollywoods wirklich? Hure oder Heilige, Süchtige oder Familientier, die Brad Pitt domestiziert hat und selbst nach dem nächsten Oscar greift, nachdem sie ihn bereits für Durchgeknallt bekommen hat? Unfassbar der intime Bruderkuss in aller Öffentlichkeit, unnachahmlich ihre bizarren Tattoos und unbeirrt ihr Engagement für die Armen und Verfolgten dieser Welt. Dem Celebrity-Biographen Andrew Morton gelingt ein hautnahes Porträt dieser faszinierenden Persönlichkeit. Mit vielen sensationellen Fotos aus Privatbesitz.



Unsere Bewertung

Zur Zeit geht Andrew Mortons Biographie von Angelina Jolie als „Skandalbuch“ durch die Presse. Viele intime Details sollen dort ausgeplaudert werden, skandalöse Begebenheiten aus ihrem Leben aufgedeckt und ihre Kindheitserlebnisse analysiert werden. Noch dazu soll es da Bilder geben, die Angelina Jolies Ehe gefährden könnten. Sicherlich ist Angelina Jolies Leben nicht das eines „All American Girls“, aber etwas aufgedeckt wird hier bei weitem nicht. Oftmals wirkt es im Gegenteil so als habe Andrew Morton die Archive sämtlicher Klatschmagazine der letzten zwanzig Jahre durchforstet und alles zusammengetragen, was der normale Leser dort genauso finden könnte. Die Geschichten ihrer Ehe mit Billy Bob Thornton, während der die beiden pikante Details ihres Sexlebens auf dem roten Teppich ausplauderten. Die Drogen- und Tattooexzesse. Die Affäre mit Brad Pitt ebenso wie die Horde an Kindern, die sie um sich geschart hat. Dabei gelingt es Morton nicht immer, hundertprozentig objektiv zu bleiben, manchmal liest man zwischen den Zeilen ein Schmunzeln, besonders wenn es um ihre zahlreichen Männergeschichten geht. Dem Leser erscheint Jolie auch nicht immer sympathisch, so rastlos und haltlos wie sie ist. Selbst die Adoption ihres ersten Adoptivsohnes Maddox wirkt kindisch und naiv. Ihre ständig wechselnden Liebschaften scheinen das Ergebnis einer Kindheit, geprägt von der Scheidung der Eltern und ihre Drogenexperimente sind sicherlich nicht das, was sie als Vorbild auszeichnen. Und auch wenn sie zu ihrer Mutter ein besseres Verhältnis als zu ihrem Vater hatte, ist diese dem Leser wesentlich unsympathischer als der Vater.
Bis man jedoch von dieser Angelina Jolie etwas erfährt, muss man sich durch hundert Seiten quälen, die bestimmt sind von der Biographie ihrer Eltern und den ersten Jahren ihrer Kindheit, die immer wieder unterbrochen sind von Beschreibungen anderer Ereignisse, die nicht sehr viel mit ihr zu tun haben. Viel zu viele Namen und Fakten beschweren die Biographie unnötigerweise, manches hätte man ohne Probleme streichen können, aber dann wäre wohl nur noch die Hälfte der Seiten übrig geblieben. Irgendwann ertappt man sich dabei, ganze Absätze zu überspringen und nach interessanteren Stellen zu suchen – und ist froh, wenn man das Buch (halbwegs) gelesen zuklappt.
Die „sensationellen Fotos aus Privatbesitz“, die im Klappentext angepriesen werden, sind übrigens aus dem Privatbesitz des Autors, denn Angelina Jolie selbst kommt in dem Buch nicht zu Wort.

Insgesamt ist Andrew Mortons Biographie der „schönsten Frau Hollywoods“ bei weitem nicht das Skandalbuch als das es die Presse ausgibt und was noch viel schlimmer ist: Es ist nicht mal gut geschrieben. Hat man die Klatschpresse der letzten Jahre mitverfolgt, hält es nichts Neues bereit, das noch schockieren könnte – auch Brad Pitt nicht.



1,5 von 5 Punkten




Wir danken Droemer für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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