Sonntag, den 13. Februar 2011 um 13:54 Uhr

Knaur Tb.
Taschenbuch, 352 Seiten
ISBN: 3-426-78393-2
8,99 €
Ein kurzer Einblick
Farbstoffe, Glutamat und Co.: Nicht immer ist uns bewusst, was alles drin ist in unserer täglichen Nahrung. Und welche Auswirkungen die mangelnde Qualität unseres Essens auf die Gesundheit haben kann. Hans-Ulrich Grimm klärt über Risiken und versteckte Gefahren der schönen, neuen Nahrungswelt auf und zeigt, worauf wir als Verbraucher achten sollten.
Unsere Bewertung
Das Buch von Hans-Ulrich Grimm kam mit der Post und als ich es auspackte, war ich sehr überrascht, dass sogar Taschenbücher inzwischen eingeschweißt werden und wollte schon über Verschwendung schimpfen – da fiel mir der Aufkleber auf, der folgendes verkündete: „Nach Öffnen der Verpackung sofort lesen: Deckt ihren Tagesbedarf an gesundem Misstrauen zu 87%“. Herrlich!
Aber nun endlich zum Buch: Verstärkt wird von Zusatzstoffen in der Nahrung berichtet, ganz ähnlich als wenn Blinde plötzlich sehend werden. Alle sind entsetzt, dass unsere Joghurts nicht mehr nur aus Joghurt bestehen und dass in Fixprodukten einschlägiger Marken Glutamat ist – und noch vieles mehr. Die Auswirkungen dieser Zusatzstoffe werden erst nach und nach bekannt und damit beschäftigt sich Hans-Ulrich Grimm in seinem Buch „Die Ernährungslüge“. Es ist erschreckend, was Grimm hier alles ansammelt und man kann das Buch gar nicht am Stück lesen, weil man sonst paranoid wird. Die Zutatenlisten auf sämtlichen Produkten im Supermarkt wird man sowieso studieren und wenn nicht, sollte man sich sowieso Sorgen um sich selbst machen …
Grimms Schreibstil ist recht angenehm, doch durch die zahlreichen Fakten und Namen erliegt man bald einer Reizüberflutung und muss sich etwas Zeit nehmen, um alles zu verdauen – im wahrsten Sinne des Wortes. In zehn Kapiteln wird das ganze schreckliche Ausmaß ausgebreitet und mit Beispielen unterlegt. So zum Beispiel der Junge, dessen Autismus allein durch eine Ernährungsumstellung verbessert wurde oder die alte Dame, die ihr Leben lang nur Dosenobst gegessen und nicht frisch gekocht hat und nun Altsheimer hat. Das gesamte Buch scheint eine einzige Warnung zu sein. Das letzte Kapitel fasst alle Erkenntnisse der vorangehenden Kapitel sozusagen zusammen, in Form eines Lexikons aller Begriffe. Die umfangreiche Literaturliste regt dazu an, sich weiter zu informieren.
„Die Ernährungslüge“ öffnet einem die Augen und am liebsten würde man seine Siebensachen packen und aufs Land ziehen, Hühner halten, Gemüse anbauen und Joghurt selbst machen. Damit man sicher sein kann, was genau man da isst und damit man Glutamat und Farbstoffen aus dem Weg gehen kann … Also Finger weg von Fertiggerichten und Fixprodukten und greift zu bei frischem Gemüse und Obst!
3,5 von 5 Punkten
Wir danken Droemer/Knaur für das bereitgestellte Rezensionsexemplar. D



