Freitag, den 25. März 2011 um 08:08 Uhr

Piper
Broschiert, 224 Seiten
ISBN: 9783492275972
14,95 €
Ein kurzer Einblick
Haute Couture und Intellekt, »toujours l‘amour« und herrlich ungesundes Essen: Stephen Clarke, dessen fast wahre Erlebnisse mit den Franzosen Kultbücher sind, lässt uns das Herz seiner Wahlheimat auf Nebenpfaden entdecken.
»Dass Paris speziell ist, dämmerte mir schon als Achtjährigem. Mum und Dad verreisten für ein Wochenende – allein! Den glücklichen Ausdruck auf ihren Gesichtern, als sie mich bei Tante Esther abholten, habe ich nie vergessen…« Wenn auch Sie Paris verfallen und dabei seine Einwohner verstehen wollen: Stephen Clarke, Wahlpariser und Bestsellerautor, liefert die charmant-witzige Anleitung dazu. Er weiht in die hohe Kunst des Flanierens und in die eines ersten Rendezvous ein, in die Geheimnisse von Kunsthändlern und Taxifahrern. Er verrät, welche Vorzüge ein Pariser Hotel haben sollte und wie Sie sich für den Besuch in der Fromagerie wappnen. Und was er als hochoffizieller Juror beim »Grand Prix de la Baguette de Paris« alles erlebte.
Unsere Bewertung
Stephen Clarke ist der Experte, wenn es um die Franzosen im Allgemeinen und die Pariser im Speziellen geht. Seine Bücher um den Engländer Paul West, der in Paris nach dem Glück und der Liebe sucht, sind Kult. Nun hat er sich an eine andere Art von Paris-Buch gemacht: Eine Piper'sche „Gebrauchsanweisung“ und auch wenn man bei diesen Gebrauchsanweisungen nicht von Vollständigkeit ausgehen darf, kann man dennoch einen gewissen Anspruch danach erwarten. Clarke geht in den sechzehn Kapiteln auf die – seiner Meinung nach – wichtigsten Eckpfeiler ein, die Paris ausmachen: Angefangen bei den Parisern (und dem richtigen Umgang mit ihnen), über die Métro und Demonstrationen und Streiks bis hin zu Kunst und Mode. Und da „Sex sells“ kommt auch dieser Aspekt wahrlich nicht zu kurz. Ein eigenes Kapitel beschäftigt sich mit der ruchlosen Seite von Paris und rückt die Pigalle in den Fokus, jenes kleine Fleckchen von Paris, das als Sexmeile gilt und in dessen unmittelbarer Nähe auch das berüchtigte Moulin Rouge steht. Ebenso ein eigenes Kapitel hat die Verführung bekommen und spätestens hier wird überdeutlich, wer das Buch geschrieben hat: Stephen Clarke, Schöpfer der Romanfigur Paul West, der sich durch die Pariser Betten schlief. Für einen normalen Touristen ganz und gar nicht interessant, wird hier ein Image von Paris gepflegt, das zwischen all dem anderen, was diese Stadt zu bieten hat, etwas platt wirkt, denn Paris ist mehr als nur Liebe und Romantik, auch wenn diese eine große Rolle spielen. Die Kultur, Kunst und Mode werden eher pflichtschuldig am Ende in aller Schnelle abgehakt. Dort wartet Clarke dann aber auch mit einigen heißen Tipps auf, die abseits von Louvre und Co. ebenso sehenswert sind.
Als Dreingabe gibt es eine einfache Karte von Paris, auf der die Arrondissements und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten eingezeichnet sind. Diese ist vor allem nützlich, wenn Clarke in einem eigenen Kapitel die Bewohner der verschiedenen Arrondissements beschreibt.
Stephen Clarkes „Gebrauchsanweisung für Paris“ gibt einen tollen Rundumblick über die Stadt der Lichter und der Liebe, wobei hier vor allem die Liebe zum Tragen kommt. Man merkt eben, wer das Buch geschrieben hat, aber sind wir mal ehrlich: Wie man einer Französin gekonnt Avancen macht, um sie ins Bett bzw. vor den Traualter zu kriegen, das ist für einen „normalen“ Touristen nicht unbedingt so interessant ...
3,5 von 5 Punkten
Wir danken Piper für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.



