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Weisheiten

Eine Kindheit ohne Bücher wäre keine Kindheit. Es wäre, als ob man aus dem verzauberten Land ausgesperrt wäre, aus dem man sich die seltsamste aller Freuden holen könnte.
Astrid Lindgren

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  • 19.05., 23.15 Uhr, RBB: „Jakob der Lügner“ (Jurek Becker)
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  • 23.05., 22.55 Uhr, WDR: „Mankells Wallander: Tod im Paradies“ (Henning Mankell)
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Piper
Klappenbroschur, 208 Seiten
mit 1 Karte 
ISBN: 9783492275880
14,95 €




Ein kurzer Einblick

Dass Island mehr zu bieten hat als robuste kleine Pferde und Geysire, haben wir spätestens seit dem Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull und der Finanzkrise vermutet – und seit Sängerin Björk regelmäßig in skurillen Outfits die roten Teppiche unsicher macht. Was Island ausmacht, weiß Kristof Magnusson ganz genau: Der Halbisländer gibt in seiner „Gebrauchsanweisung“ Einblicke in ein faszinierendes Land, dem schon viele Nicht-Isländer verfallen sind.


Bewertung

Kristof Magnusson hatte Glück: Väterlicherseits Isländer und mütterlicherseits Deutscher, konnte bzw. kann er aus beiden Kulturen schöpfen und da er in Deutschland aufgewachsen ist, Island mit den Augen eines Außenstehenden betrachten, sich gleichzeitig aber auch in die Seele dieser eigenwilligen Menschen einfühlen. Spürt man in anderen Reiseführern oftmals eine Distanz und eine fast wissenschaftliche Forscherhaltung dem „Untersuchungsgegenstand“ gegenüber, fällt diese Distanz in Magnussons „Gebrauchsanweisung“ weg.
In sieben Kapiteln begibt sich der Autor auf eine Reise in ein Land, das es eigentlich gar nicht geben dürfte. Bis heute führen die Isländer regelrecht Krieg gegen die Natur, die immer wieder zeigt, was in ihr steckt. Hatte der Eyjafjallajökull letztes Jahr auch dem Rest der Welt gezeigt, wie unruhig und wild diese Insel noch ist, wissen das seine Bewohner schon längst. Deswegen findet sich in der „Gebrauchsanweisung“ sogar ein eigenes Kapitel zum Thema Vulkane – selbstredend. Die Natur an sich kommt leider etwas zu kurz, die Finanzkrise hingegen wird lang und breit dargestellt, was bald ein wenig ermüdend sein kann, so dass man froh ist, wenn Magnusson endlich zum Kapitel „Natur“ kommt. Den Schwerpunkt in Sachen Fauna setzt er hierbei lieber auf wildgewordene (und bald erschossene) Eisbären als auf die robusten kleinen Pferde, die überraschenderweise im gesamten Buch nur einmal kurz erwähnt werden. Als Pferde- und insbesondere Islandpferdefan war ich hier doch ein wenig enttäuscht, denn auch wenn das Buch kein Pferdebuch ist, hätten diese besonderen Pferde, die doch so oft mit Island assoziiert werden, etwas mehr Raum verdient. Kein Wort über die Haltungsweise oder die Touristenströme, die nach Island pilgern, um einmal ein wildes Islandpferd zu reiten. Eine oder zwei Seiten hätten es da doch mal sein können … Doch genug der Pferde, auch sonst gibt das Land Island viel her. Die Vorliebe für Schwimmbäder scheint ebenso charakteristisch für die Isländer wie ihr Geltungsdrang, der sich gerne in Vergleichen ausdrückt: „am meisten“, „am größten“, „am nördlichsten“ usw.
In den abschließenden Kapiteln erfährt man etwas über Kultur und Stadtleben auf Island, was jedoch ein wenig abgehetzt wirkt im Vergleich zur zuvor lang und breit erläuterten Finanzkrise. Hier wären alltägliche Lebensgewohnheiten, die angerissen werden, wesentlich interessanter gewesen.


Fazit

„Gebrauchsanweisung für Island“ ist ein unterhaltsamer Einblick in ein Land, das so wild wie faszinierend ist. Ein Land, das mit insgesamt 330.000 Einwohnern dennoch wie ein jeder anderer Staat funktioniert. Leider ergeht sich Magnusson etwas zu sehr in Erläuterungen der Finanzkrise und scheint besonders in dem betreffenden Kapitel den Blick fürs große Ganze zu verlieren. Ansonsten macht es aber Lust darauf, gleich in den Flieger zu steigen und sich einmal selbst dieses seltsame Land anzusehen.




3 von 5 Punkten




Wir danken dem Piper Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.