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Weisheiten

Eine Kindheit ohne Bücher wäre keine Kindheit. Es wäre, als ob man aus dem verzauberten Land ausgesperrt wäre, aus dem man sich die seltsamste aller Freuden holen könnte.
Astrid Lindgren

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  • 18.05., 20.15 Uhr, RTL II: „Die Bourne Identität“ (Robert Ludlum)
  • 19.05., 20.15 Uhr, 3SAT: „Der Reigen“ (Arthur Schnitzler)
  • 19.05., 23.15 Uhr, RBB: „Jakob der Lügner“ (Jurek Becker)
  • 22.05., 20.15 Uhr, Tele 5: „Gefangene der Zeit“ (1+2) (Madeleine L'Engle)
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Rotbuch
broschiert, 224 Seiten
ISBN: 978-3-86789-085-4
14,90 €


Ein kurzer Einblick

Es besteht dringender Handlungsbedarf, die herrschenden Verhältnisse zu verändern – Hanna Poddig belässt es dabei nicht bei Lippenbekenntnissen. Sie ist Aktivistin im besten Sinne des Wortes: Ob beim Einkauf im Supermarkt, am Ticketschalter in der U-Bahn oder beim Energiesparen: Sie geht in ihrem Alltag radikal, aber immer friedfertig »mit gutem Beispiel« voran. Und wo es nötig ist, greift sie zu deutlicheren Mitteln, kettet sich an Gleise, besetzt Bäume oder demonstriert vor Kernkraftwerken. Im Bewusstsein, dass jeder Veränderung die Einsicht vorausgeht, zielt Hanna Poddig auf eine Revolution im Kleinen ab. Ihr Protest genauso wie ihre mitreißenden Ideen dienen stets dazu, ihre Umwelt zum Nachdenken anzuregen. Am Ende steht keine trockene Handlungsanleitung, sondern das authentische Zeugnis einer jungen Frau, die unsere Welt mit ungewöhnlichen Mitteln aufklärt und verändert.


Bewertung

Hanna Poddig habe ich zum ersten Mal in einer Talkshow gesehen. Eine kleine, zierliche Frau in den 20ern, die richtig was zu sagen hat. Sie sprach übers Containern - wie so oft. Und als gesagt wurde, dass der Untertitel ihres Buchs "Meine Anleitung zum anders Sein" lautet, bin ich direkt neugierig geworden und wollte es lesen.

Die selbsternannte Vollzeitaktivistin beginnt auch ihr Buch mit dem Thema Containern und hat mich damit gleich gepackt. Wie viel Nahrungsmittel täglich nicht nur in Privathaushalten, sondern auch in den Geschäften weggeworfen werden, ist einfach nur grausam. Dass das Containern ein Diebstahl von "Waren im Wert von Null Euro" ist und es trotzdem Menschen gibt, die sich darüber aufregen - das ist interessant und muss dringend überdacht werden.

Das Buch ist im Plauderton geschrieben, einfach so wie Hanna Poddig auch spricht. Das wirkt zwar authentisch, aber macht das Lesen nicht gerade zu einem spannenden literarischen Erlebnis. Ihre Anekdoten aus dem Alltag eine Besetzerin, Demonstratin, Unterschriftensammlerin und Initiatorin vieler spektakulärer Aktionen, sind wirklich mal etwas Neues. Trotzdem erscheinen sie etwas ungeordnet aufeinander zu folgen und man vermisst die im Untertitel versprochenen "Anleitungen".
Wirklich klasse sind ihre nachvollziehbaren Erklärungen ihres Handelns. Die großen Zusammenhänge von Umwelt- und Menschenausbeutung werden sehr gut erläutert und machen Lust, sich weiter mit diesen Themen zu beschäftigen.
Die letzten Kapitel geben Anregungen für die Revolution im Kleinen - schwarz fahren, trampen, mit Kreide auf den Boden malen. Das sind die wirklichen anregenden Abschnitte des Buchs.

Einfach nicht den Mund halten und immer versuchen, alles zu hinterfragen und was zu bewegen - so könnte man Hannas leben zusammenfassen und das ist einfach nur bewundernswert!
Und ganz persönlich sage ich: Vielen Dank für die Schreibweise mit Gender Gap, das wünsche ich mir viel öfter.


Fazit

Literarisch nicht besonders wertvoll, aber inhaltlich sehr ansprechend. Ein bisschen mehr Struktur und konkrete Anleitung wäre schon schön gewesen - schließlich verspricht der Titel das.

 

3,5 von 5 Punkten

 

Wir danken Rotbuch für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.