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Eine Kindheit ohne Bücher wäre keine Kindheit. Es wäre, als ob man aus dem verzauberten Land ausgesperrt wäre, aus dem man sich die seltsamste aller Freuden holen könnte.
Astrid Lindgren

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Pattloch
Gebunden, 320 Seiten
ISBN: 978-3-629-02300-1
19,99 €




Ein kurzer Einblick

Dass irgendetwas nicht richtig läuft in der Welt, ist seit langem offensichtlich. Felix zu Löwenstein geht den ökologischen Problemen auf den Grund, seine These „Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr“ fasst provokant zusammen, was seine Absicht ist: Alternativen zur konventionellen Landwirtschaft aufzuzeigen.



Bewertung

„Was aber sollen wir unseren Kindern sagen, wenn Sie uns fragen, wieso wir es so weit haben kommen lassen mit der Vernichtung ihrer Lebensgrundlagen und Zukunftschancen?“ (Seite 285)

Wenn es einem selbst gut geht, mag man manchmal gar nichts von den armen hungernden Kindern Afrikas hören, ganz besonders nicht zur Weihnachtszeit, wenn man sich fast täglich den Bauch vollschlägt und sein Weihnachtsgeld für Konsumgüter verprasst. Doch genau das wurde mir durch „Food Crash“ ein wenig verleidet. Befasst man sich einmal mit solch weitgreifenden Themen wie dem in Felix zu Löwensteins Buch, kann man die Welt nicht mehr so unbefangen wahrnehmen und konsumieren dass die Schwarte kracht. Da wird nicht einmal mehr nur das tägliche Brot zu einer anderen Sache, sondern auch das billige Paar Ohrringe, bei dessen Kauf man daran denken muss, dass die meisten Leute in Afrika dafür Essen kaufen könnten.
Sicherlich, all diese Dinge sind nicht vorrangig das Ziel des Autors, schließlich geht es hier vor allem um Landwirtschaft, aber mit seinen anschaulichen (und manchmal persönlichen) Beispielen schafft er beim Leser ein Bewusstsein für den wirtschaftlichen Kreislauf, in dem wir alle uns befinden. Ebenso wichtiger Bestandteil seiner Argumentation sind aber auch harte Fakten, die mit Tabellen und Schaubildern untermalt deutlich machen, dass man es hier mit einem Akademiker zu tun hat, der wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben gelernt hat. Mit seinen Analysen und Vorschlägen beschränkt sich zu Löwenstein nicht nur auf die Landwirtschaft, sondern wirft auch auf die Rahmenbedingungen einen Blick. Da die konventionelle Landwirtschaft in Zukunft nichts besser, sondern eher schlechter machen wird, scheint es logisch, einmal etwas Neues zu versuchen – eben eine schonende, ökologische Landwirtschaft, die auch Sinn in Entwicklungsländern macht und die auch die Lebensgrundlagen der nachfolgenden Generationen sichern würde.
Manchmal überwiegen die Fakten besonders im Hinblick auf die Produzentenseite allerdings etwas zu sehr, als Verbraucher wünscht man sich schon eher solche Tipps wie die am Ende des Buches. Mit diesen Tipps, die jeder von uns in seinem eigenen Haushalt umsetzen kann, macht der Autor eines deutlich: Eine Umstellung des Weltmarktes und der Landwirtschaften ist langwierig, aber im Kleinen kann jeder von uns bereits jetzt etwas bewirken.



Fazit

„Food Crash“ ist ein wissenschaftlich sehr fundiertes Buch, das verständlich in ein Thema einführt, das uns alle angeht und längst kein Luxus-Problem mehr ist. Den Laien wird eben jene Wissenschaftlichkeit vielleicht manchmal abschrecken und vor allem muss man sich eben darüber im Klaren sein, dass Felix zu Löwenstein vor allem die Position des Produzenten einnimmt.



3,5 von 5 Punkten





Wir danken Pattloch für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.