Dienstag, den 21. Juli 2009 um 08:05 Uhr

Heyne
Taschenbuch, 272 Seiten
ISBN: 978-3-453-62031-5
8,95 €
Ein kurzer Einblick
Hatten Napoleon und Hitler tatsächlich jeweils nur einen Hoden? Sind Champagnerkelche nach den Brüsten von Marie-Antoinette geformt? Und stand Königin Viktorias Ehemann Prinz Albert auf Genitalpiercing? Der australische Journalist und Historiker Tony Perrottet lüftet die pikantesten Geheimnisse berühmter historischer Persönlichkeiten und zeigt, wie faszinierend und unterhaltsam Geschichte sein kann.
Unsere Bewertung
Die Geschichte ist bekanntermaßen nicht immer ganz so ernst zu nehmen wie manche Leute es vielleicht tun. Natürlich, viele Ereignisse sind von stark verändernder Kraft gewesen, sie haben alles bisher Dagewesene über den Haufen geworfen, aber eines sollte man nie vergessen: Dass immer ganz normale Menschen dahinter standen, wie du und ich, die genauso auf Toilette mussten ... So oder so ähnlich war wohl die Intension des Autors, als er „Das Ei des Napoleon“ schrieb. Daraus geworden ist ein Buch mit allerlei Anekdoten, Gerüchte und Geschichtchen über die große Geschichte, über Gestalten, von denen jeder einmal etwas im Geschichtsunterricht in der Schule gehört hat. Manches kennt man vielleicht schon, beispielsweise das Gerücht, Hitler habe nur einen Hoden gehabt, oder die Mutmaßungen über Napoleons Todesumstände. An diesem hat der Autor im Übrigen einen Narren gefressen, er kommt des öfteren vor, oftmals in Verbindung mit sexuellen Gerüchten. Auf sexuelle Gerüchte setzt das Buch sowieso überwiegend - „Sex sells“ eben – und das ist ein wenig schade, denn schließlich hat die Geschichte doch viel mehr zu bieten, siehe „Körperteile von Berühmtheiten – Wo sind sie jetzt?“, in dem man von zig verschwundenen, gestohlenen und versteckten Körperteilen erfährt (teils ist das recht verwunderlich oder auch mal eklig). Durch die zahlreichen Literaturangaben hat man auch das Gefühl, der Autor verstehe etwas von wissenschaftlichem Arbeiten und schreibe nicht nur Anekdoten auf, die sein Geschichtslehrer mal verraten hat – sehr angenehm. Ob das Ganze dann am Ende so stimmt wie seine Quellen es behaupten, muss der Leser dann trotzdem manches Mal selbst entscheiden.
„Das Ei des Napoleon“ ist also ein amüsantes Buch, das kurzweilig Unterhaltung für jeden Geschichtsinteressierten bietet. Alle anderen sollten hier eher die Finger von lassen, denn etwas auskennen sollte man sich schon auf historischem Terrain, sonst kommt wohl schwerlich Vergnügen auf.
3 von 5 Punkten



Wir danken dem Heyne Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.




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