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Geschichten schreiben ist eine Art, sich das Vergangene vom Halse zu schaffen.
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Droemer
Hardcover, 160 Seiten
ISBN: 3-426-27516-3
14,95 €




Ein kurzer Einblick

»Die Bibliothek ist der Ort, der dem Paradies am nächsten kommt«, sagt Jacques Bonnet. Er weiß es genau, schließlich teilt er seine Wohnung mit mehreren zehntausend Büchern. Doch wie lebt es sich Seite an Seite mit all den Schätzen? Mit Witz und Esprit erzählt er von seiner verhängnisvollen Leidenschaft, vom Glück, das man nur in Büchern findet, und vom geheimen Leben seiner vielseitigen Geliebten



Unsere Bewertung

Eine Bibliothek mit 20.000 Bänden – das können nur sehr wenige vorweisen. Jacques Bonnet ist so jemand und er berichtet von seiner tiefen Liebe zu Büchern. Von seiner Sammelleidenschaft, seiner Bibliomanie.
Er erzählt, wie er seine Bücher ordnet, wie er den Überblick über solch eine Masse behält – und übt auch Kritik an der heutigen Medienwelt. Diese Kritik hinterlässt bei jemandem, der viel liest und sich trotzdem das Internet zunutze macht, einen faden Beigeschmack, denn Bonnet geht davon aus, dass durch die neuen Medien eine Bibliothek wie seine unmöglich wird bzw. schon ist. Das eine schließt das andere ja nicht aus ... Nur weil die allgemeine Quote des täglichen Fernseh- und Computergebrauchs steigt, heißt das nicht, dass die Menschheit auch im Kollektiv zu einem hoffnungslosen Fall verkommt. Denn schließlich ist auch in alten Zeiten eine Bibliothek wie die Bonnets eine Ausnahme und nicht der Regelfall ...

Für all diejenigen, die ihren immer höher werdenden Stapel ungelesener Bücher mit Sorge – und schlechtem Gewissen – ansehen, hält Bonnet auch eine Beruhigung bereit. Ein Bibliomane kann einfach nicht anders, auch die schlechten Bücher werden aufgehoben, auch die, die man wohl niemals lesen werden wird. Man könnte ja schließlich irgendwann einmal.

Insgesamt ist „Meine vielseitigen Geliebten“ stellenweise recht theoretisch, es werden allerlei Autoren und andere Bibliomane aufgeführt und nachdem man es zugeschlagen hat, bleibt man etwas unbefriedigt zurück. Man hat sich da etwas mehr versprochen als nur eine ausführliche Aufzählung von Personen - zu der das Buch besonders gegen Ende hin leider immer mehr verkommt.
Für einen normalen Leser oder jemanden, der nur sehr sporadisch liest, ist das Buch ohnehin nichts. Man wird es lesen können, aber niemals wird man dann Jacques Bonnet verstehen – Gelegenheitsleser werden ihn vielleicht sogar für verrückt halten.



3,5 von 5 Punkten

 

 

Wir danken Droemer Knaur für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

 

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