Freitag, den 04. Dezember 2009 um 12:19 Uhr

VGS
Gebunden, 256 Seiten
ISBN: ISBN: 978-3-8025-3681-6
16,95 €
Ein kurzer Einblick
Würde Audrey Hepburn, die grazile Muse Hubert de Givenchys, sich heutzutage ein Piercing zulegen? Und was machte ihren unvergleichlichen Stil eigentlich aus? Pamela Keogh zeigt anhand eines faszinierenden Porträts und vieler biografischer Details, wie man sich heute Audreys Chic ins eigene Leben holen und nach ihrem Beispiel auch die großen Lebensfragen beantworten kann: wie man mit Liebeskummer fertig wird, wie man die Welt ein bisschen besser machen kann und wie man dem Leben unwiderstehlichen Glamour verleiht!
Unsere Bewertung
Zugegeben, Pamela Keoghs Buch mag vor allem für Fashion Victims sein, die – immer darauf bedacht, sich modisch zu kleiden – alles in sich aufsaugen, um auf dem Laufenden zu bleiben. Ist man nicht so, sollte man das Buch nicht allzu ernst nehmen bzw. wird es wohl auch nicht. Stellenweise liest sich das Buch mehr wie ein Selbsthilfebuch zu einem bedachteren, besseren Leben – da bieten sich stattdessen wesentlich besser geschriebene Bücher an. Sicherlich sind ein paar Tipps verwertbar, doch die meisten Dinge sind auch viel zu sehr auf Audrey Hepburn zugeschnitten in der Fragestellung. Selbst die Gegenüberstellung der beiden Hepburns (Audrey und Katharine) ist teils lächerlich. Eine Frage wie die, ob die besagte Dame eine Affäre mit einem exzentrischem Milliardär, der in einer Verfilmung mal von Leonardo DiCaprio dargestellt wurde, ist einfach überflüssig. Da erfährt man nichts, was man nicht schon weiß, hat man einigermaßen Hintergrundwissen was Film angeht.
Unterteilt ist das Buch in einzelne Themen wie „Romantikalarm“ (Dates, Verlieben), „Zen-Audrey“ (Gefühlsleben), „Eine Frage des Stils“ (Mode) oder „Moderne Zeiten“ (Rolle der Frau?). Manchmal ist nicht ganz eindeutig, worum es in dem einzelnen Kapitel geht (zum Beispiel im Kapitel "Moderne Zeiten"), da vieles immer noch nebenbei erwähnt wird. Abgeschlossen wird jedes Kapitel mit „Würde Audrey je ...?“-Fragen, die recht allgemein gehalten sind und die man mit fortschreitender Lektüre bald auch selbst beantworten kann. Diese Fragen und Antworten sind spannend zu lesen, denn es ist immer interessant, sich jemanden aus früheren Zeiten in die heutige Zeit zu denken, vor allem wenn die Person ihr Leben so konstant gelebt hat wie Audrey Hepburn.
Die Stärken des Buchs liegen deutlich auf den biographischen Erzählungen, die neugierig machen auf jene Frau in den Ballerinas und dem schwarzen Rollkragenpulli, die so perfekt scheint. So perfekt, dass man sich ohnehin nur einzelne Aspekte herausgreifen kann. An der Erfüllung aller Aspekte und Nachahmung ihres Lebens würde ein Normalsterblicher scheitern. Nicht nur modisch war sie perfekt, auch charakterlich hatte sie augenscheinlich nur Vorzüge, war ausgeglichen, immer freundlich, nie wütend – da fällt selbst das Zigarettenrauchen nicht ins Gewicht ...
Nach der Lektüre des Buchs ist ein Filmabend fast unumgänglich, ganz besonders, wenn man sowieso eine Schwäche für Audrey Hepburn hat, und der ein oder andere wird vielleicht zu einer Biographie greifen – dann hat „Was würde Audrey tun?“ wenigstens in dieser Hinsicht etwas bewirkt.
2,5 von 5 Punkten
Wir danken dem VGS Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.



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