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Heyne
Gebunden, 480 Seiten mit zahlreichen Bildern
ISBN: 978-3-453-16925-8
19,95 €





Ein kurzer Einblick

Der König des Heavy Metal hat es geschafft: Seine Memoiren erscheinen noch zu Lebzeiten. Und sie werden alle begeistern, Jung und Alt: Die Fans seiner wegweisenden Band Black Sabbath und die Millionen Zuschauer der Kult-TV-Serie "Die Osbournes". In bester Monty-Python-Manier erzählt Ozzy von seiner Kindheit, seinem Traum vom Rockstarleben, dem Schock des Berühmtseins und den vielen ungesunden Nebenwirkungen.



Unsere Bewertung

Am Ende seiner „Memoiren“ berichtet Ozzy Osbourne davon, dass ein Arzt ihn fragt, wieso zum Teufel er noch am Leben sei – nach all den Jahren des Drogen- und Alkoholmissbrauchs, nach vierzig Jahren Dauersuff. Denn es ist wirklich nahezu ein Wunder, dass dieser Mann noch lebt – seine Erzählungen sind fast nicht zu glauben: Ein normaler Mensch würde das nicht überleben. Doch Osbourne ist ein Suchtmensch, der alles exzessiv macht und so liest sich auch sein Leben, als ein einziger Exzess. Egal ob der herzhafte Biss in eine lebende Fledermaus oder der Versuch, seine Frau zu ermorden (im Drogenrausch), das alles wird ihn bis an sein Lebensende und darüber hinaus verfolgen und darüber ist er sich auch im Klaren.
Den geringsten Teil seiner Autobiografie macht überraschenderweise seine Band Black Sabbath aus, denn aus der ist er ja recht früh ausgestiegen und hat sich als Solokünstler in die Annalen der Rockmusik eingeschrieben. Zwischenzeitlich lesen sich Ozzys Erinnerungen als eine pure Aneinanderreihung von Drogenexzessen, es reihen sich Namen wie Hasch, Speed und Kokain aneinander, bald wird es langweilig und anstrengend. Auch die reuige Art, die er immer wieder durchblicken lässt, es täte ihm heute leid, was er damals getan habe, ist zwar verständlich, aber allzu sehr auf Buße ausgerichtet.
Die Musik kommt oftmals etwas zu kurz, man hat den Eindruck, als seien die Alben, die so erfolgreich waren, aus heiterem Himmel entstanden. Da ist wenig von anstrengenden Monaten im Studio zu lesen, viel mehr sind da wieder die Drogen ein Thema.

Haben wir Ozzy jedoch in den letzten Jahren vor allem durch die Reality-Serie „The Osbournes“ als zitternden, schlurfenden, nuschelnden Verrückten empfunden, wird im letzten Teil seiner Erinnerungen klar, dass hinter diesem äußeren Eindruck jemand steckt, der sich selbst als ab- und erschreckend empfindet und sich auch schämt, sich so nuschelnd zu erleben.

Wenn er von Begegnungen mit Elizabeth Taylor oder Paul McCartney schwärmt, kommt der kleine Junge aus Aston hervor, der er trotz des Reichtums und Erfolgs auch noch geblieben ist.
Schöne Momente sind sicherlich auch die, in denen er von seinen Kindern schreibt und man spürt, dass er, trotz dass er nicht gerade ein guter Vater war, seine Kinder über alles liebt und genauso seine Frau Sharon. Es sind rührende und emotionale Momente, wenn „Meine wunderschönen Töchter“ als Bildunterschrift unter einem Bild seiner drei Töchter steht oder sein Sohn Jack ihm sagt, er hätte sich einen Vater gewünscht.


Ozzy Osbournes Leben sollte jedem angehenden Rockstar ein abschreckendes Beispiel sein. Das, was dieser Mann erlebt hat, reicht für zehn Rocker und ist so extrem, das es schwer fällt, dieses Buch ohne andauerndes Kopfschütteln zu lesen. Für Ozzy-Fans sicherlich ein Muss, ansonsten ein Buch, das sich zu sehr in Beschreibungen des Drogenexzesses ergeht.




2,5 von 5 Punkten

 

 

Wir danken dem Heyne Verlag für das uns zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

 

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