Dienstag, den 31. Januar 2012 um 08:47 Uhr
Liebe Leserinnen und Leser,
falls ihr immer noch nicht so wirklich wissen solltet, was ihr mit den ganzen Buchgutscheinen, die ihr zu Weihnachten bekommen habt (;-) ), anfangen sollt, wir hätten da ein paar Tipps! Zu den Rezensionen gelangt ihr wie immer durch Klick auf die Cover.
Natsuo Kirino, "Die Umarmung des Todes"
Krimis aus Schweden und Thriller aus den USA - wer genug hat von der Masse an ewig gleichen Romanen, die es irgendwie immer wieder in die Bestsellerlisten schaffen, der sollte mal dieses Buch aus dem fernen Osten zur Hand nehmen. Hier findet man keine Mörder, die mit zum Erbrechen symbolträchtiger und zumeist lächerlicher Wirkung ihre Taten begehen und die Polizei an der Nase herumführen, Handlungsmuster 0815, aus einem Hollywoodfilm stammend, lässt grüßen. Vielmehr taucht der Leser in eine Welt der sozialen Extreme ein, in Charaktere, die das normale äußerliche Leben führen und die Schattenseiten einfach zur Kenntnis nehmen. Natsuo Kirino hat ein fesselndes, schockierendes kleines Meisterwerk geschrieben. Meine Empfehlung des Monats. (David)
Jonas Wolf, "Heldenwinter"
Jonas Wolf hat mich in diesem Monat mit seinem Roman "Heldenwinter" überzeugt. Klassische Fantasy mit Hobbits, Elben und allem was dazugehört. Ich brauchte zwar etwas um mich einzulesen, aber ich kam auch an den Punkt, an dem ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Interessante Charaktere runden die Geschichte ab sorgen für den richtigen Lesespaß. (Jana)
David Nicholls, "Zwei an einem Tag"
David Nicholls schreibt in „Zwei an einem Tag“ von zwei eigentlich völlig verschiedenen Menschen, Emma und Dexter, die nach einer gemeinsamen Nacht am Ende ihres Studiums eine tiefe Beziehung verbindet. Über zwanzig Jahre erzählt er davon, wie die beiden jeweils den 15. Juli erleben. Hierbei erlebt man zwei Menschen, die trotz aller Gegensätze füreinander geschaffen zu sein scheinen, und wie sie sich selbst sowie ihre Beziehung im Laufe der Zeit verändert. Eine romantische Liebesgeschichte, die zeigt, dass Liebende auch gleichzeitig beste Freunde sein können. (Sascha)
Gero Reimann, "Sonky Suizid"
Sonky Suizid wandelt durch die Straßen eines krankhaften Hannovers ohne Ziel und Plan. Während Sonkys geistige Fantasien das Antlitz der Stadt in ein rauchendes Trümmerfeld verwandeln (Ist dies wirklich geschehen? Wie konnte Sonky der Stadt seinen Willen aufzwingen?), fühlen sich immer mehr Existenzen von ihm angezogen. Gero Reimann schrieb mit "Sonky Suizid" einen Roman der suggestiven Einbildungskraft, in dem Wirklichkeit nicht mehr von Fantasie und Verfall getrennt werden kann. Sprachlich ist Reimanns Roman auf hohem Niveau, ansonsten macht der Autor alles falsch, was ein Autor in seinem Handwerk nur falsch machen kann! Doch genau dies ist - wie auch immer Gero Reimann dies gelingt - die größte Stärke des Romans. Wie auch Sonky nur "im Tod und in der Verwesung aufblühen kann" (S. 111), so kann auch der Roman nur mit einer latenten Handlung und unnahbaren Charakteren seine volle Wirkungskraft entfalten. (Benjamin)
Helene Jarmer, "Schreien nützt nichts"
Manche Geschichten schreibt nur das Leben - da kann Hollywood nicht mithalten. So ging es auch Helene Jarmer, die als Kind gehörloser Eltern selbst durch einen Unfall ertaubte. Sie gibt uns Einblick in die Welt der Gehörlosen und weist auf Barrieren im Alltag hin. Schule, Studium, Beruf - all das wirft Probleme auf, um die sich kaum jemand so richtig zu kümmern scheint. Also wurde Helene selbet Politikerin und Abgeordnete.
Ein bewunderswertes Leben und oft erschreckende Erkenntnisse, wie Gehörlose in unserer Gesellschaft ausgegrenzt werden, schildert dieses Sachbuch. (Jasna)
Euer
Legimus-Team

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