Freitag, den 03. Juni 2011 um 07:54 Uhr
Andreas Neuenkirchen auf einer Lesung in Düsseldorf.
Am vergangenen Samstag fand in Düsseldorf eine Lesung in einer Location der etwas anderen Art statt: Andreas Neuenkirchen las im reinraum aus seinem Buch "Gebrauchsanweisung für Japan". Der reinraum ist eine ehemalige öffentliche unterirdische Toilettenanlage, die inzwischen für Lesungen oder Ausstellungen genutzt - also für die Kunst und Kultur zweckentfremdet - wurde. Ich hatte die Lesung gemeinsam mit Kommilitonen eines Germanistischen Seminars organisiert, die Lesung war also gleich doppelt etwas besonderes. Die Kommilitonen vom Studiengang Modernes Japan (sozusagen Japanologie an der Uni Düsseldorf) sorgten für die bildliche Untermalung der Lesung: Sie hängten Bilder auf, die Studierende in Japan geschossen hatten, und die man ersteigern könnte. Der Erlös ging an das Hilfsprojekt "Heart on Koin - Kizuna", das Grundschulen in Miyagi unterstützt. Hierbei kamen 86,53 € zusammen. Auch das Hochschulradio beteiligte sich an der Lesung, die nämlich ins Zelt auf dem über dem reinraum liegenden Jahnplatz übertragen wurde.
Als die ersten Gäste in den reinraum strömten, wurde es langsam voll und man musste etwas zusammenrücken, was die intime Atmosphäre aber nur noch verstärkte. Nach einem kurzen Plausch mit der Presse und letztem Zurechtrücken der Technik eröffnete mein Kommilitone Kevin die Lesung mit ein paar einleitenden Worten. Andreas Neuenkirchen las drei umfangreichere Stellen aus seinem Buch - und brachte alle zum Lachen und Staunen, wenn er von Hanami in einem geschlossenen Raum und an der Wand aufgeklebten Kirschblütenbildern erzählte oder den berühmten Klippen, von denen sich einsame Japaner gerne hinunterstürzen. Mit dem hartnäckig zickigen Mikrofon ging er souverän um und machte gerne seine kleinen Späßchen, als er beispielsweise erzählte, dass ein Herr auf einer seiner Lesungen meinte, wieso ausgerechnet ein Kerl wie Andreas Neuenkirchen aus dem Buch läse - nun, meint der Autor, ich habe das Buch geschrieben! Geduldig ließ der Wahlmünchner auch die "Fotosession" über sich ergehen, der wir auch das Bild zu verdanken haben, das ihr hier sehen könnt. Danke nochmal an meine Kommilitonin Aljona, die den gesamten Abend mit der Kamera festhielt und uns das Bild zur Verfügung gestellt hat.
In der Pause konnte man sich dann - ganz stilecht - an Onigiri und kalten Getränken gütlich tun.
Ein rundum gelungener Abend, der vom ungewöhnlichen Veranstaltungsort und dem Humor des Autors lebte.
Eure Vanessa
Übrigens, am Sonntag geht ein Interview mit Andreas Neuenkirchen auf Legimus online - für alle, die mehr vom Autor erfahren wollen, die Gelegenheit!



