Dienstag, 30. Juni 2020

Quartalsempfehlung: 2/2020

Liebe Leserinnen und Leser,

nun hat der Sommer mit seinen heißen Tagen und Hitzegewittern richtig begonnen. Damit ist für viele auch die Urlaubszeit angebrochen. Für diejenigen, die sich in dieser Zeit, Zeit für ein Buch nehmen wollen, haben wir heute ein paar Tipps…

Knut Hamsun, Segen der Erde

Knut Hamsun zeigt in seinem wohl bekanntesten Werk, dass die Natur alles Essentielle zum Leben bietet und wie man mit unermüdlichem Tatendrang sich daraus ein sehr gutes Leben machen kann. Gleichzeitig verdeutlicht er eindrücklich, wie aus der Ödnis nach und nach eine belebte Gegend mit funktionierendem Wirtschaftssystem entsteht und dass es dafür nur zwei Menschen braucht, die sich ein gutes Leben aufbauen wollen. Dies setzt Hamsun dem städtischen Leben entgegen. Vor allem in der zweiten Romanhälfte hätte dies jedoch etwas pointierter dargestellt werden können. (Sascha)

Philip K. Dick, The Man in the High Castle. Das Orakel vom Berge

Was wäre, wenn … Hitler den Zweiten Weltkrieg gewonnen hätte? Was wäre, wenn Amerika (und der Rest der Welt) zur Hälfte unter den Mächten Deutschland und Japan aufgeteilt worden wäre? Philip K. Dick entwirft eine Spekulation über ein alternatives Geschichtsszenario, das authentisch Komplex ist, sich aber der Historie lediglich bedient, um eine fesselnde Erzählung zwischen der Kultur Japans, der Versessenheit der Japaner auf und der Identität von amerikanischen Artefakten, und dem Forschungsdrang der deutschen Wissenschaftler zu entfesseln. Der Autor entwirft dabei nicht nur eine alternative Dimension unserer Zeitgeschichte, sondern erweckt diese zum Leben, indem er sich nicht auf einen klassischen Beginn und ein typisches Ende einlässt, sondern die Charaktere ein Stück ihres Lebensweges begleitet. »The Man in the High Castle«, erschienen 1962, ist zurecht ein Klassiker der Literaturgeschichte. (Benjamin)

Geschrieben von um 22:15 Uhr.
Mittwoch, 01. April 2020

Quartalsempfehlung: 1/2020

Liebe Leserinnen und Leser,

unser aller Leben befindet sich gerade in einem Ausnahmezustand. In einer Zeit, in der wir nur zu unseren engsten Verwandten Kontakt haben sollten, ergeben sich für den ein oder die andere vielleicht unverhoffte Zeitfenster und da man gezwungen ist, zu Hause zu bleiben, ist dies dann eventuell genau die richtige Zeit für ein gutes Buch. Dafür haben wir heute ein paar Tipps für euch:

Emile Zola, Germinal

Emile Zolas „Germinal“ ist eine realistische Schilderung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der französischen Bergarbeiter im 19. Jahrhundert. Vor dem Hintergrund wahrer Begebenheiten zeichnet er ein differenziertes Bild der damaligen Verhältnisse und greift zudem eine Vielzahl an Themen auf. Es geht um den Kampf zwischen Arbeit und Kapitel, um das Ertragen von Elend, um Familie, Moral und vieles mehr. Dies alles stellt Zola so plastisch dar, dass man regelrecht mitfühlen kann und sich vergegenwärtigt, welchen Wohlstand wir in den letzten 100 Jahren erreicht haben. (Sascha)

Harald Kaup, 2014 A.D. – Black Eye (I) – Die Anfänge

Der Blick zu den Sternen verspricht nicht nur einen schönen Anblick, sondern ist seit vielen Generationen mit der Frage gepaart, ob wir Menschen alleine sind in diesem Universum. Diese Frage wird den zahlreichen, höchst unterschiedlichen und aus verschiedenen Nationen stammenden Protagonisten in diesem Roman schnell beantwortet und werden selbst mit hineingezogen in die unendlichen Weiten des Alls. Gefühle, Spannung, Science und Fiction sehr gut ausbalanciert… Wer in dieser momentanen Zeit in ganz weit entfernte Welten vordringen möchte, dem kann ich diesen Anfang der Black Eye-Reihe wärmstens ans Herz legen. (Susanne)

F. Paul Wilson & Sarah Pinborough, Die letzte Plage

Noch so ein Seuchen-Roman, dessen Epidemie nicht aufzuhalten ist und die Menschheit binnen weniger Tagen in den Abgrund reißt; so dachte ich jedenfalls. »Die letzte Plage« ist ein ungewöhnlicher Endzeit-Thriller. Eine mutierte Fliege schwärmt in schwarzen Wolken aus, ihr Ursprung liegt in Afrika. Der Fliegenbiss löst eine Autoimmunkrankheit aus, gegen die die Medizin machtlos ist. Die Zivilisation bricht zusammen, religiöse Fanatiker predigen die Endzeit und über die Strafe Gottes. Aber nicht die Seuche steht im Fokus der Handlung, sie ist lediglich eine glaubwürdige Ausarbeitung, um den Figuren Nigel, der als Enthüllungsjournalist arbeitet, und seiner Frau Abby, die als Krankenschwester Leben rettet, eine solide Grundlage für ihre Beziehungskrise zu geben. Außerdem haben die Charaktere mit ihren ganz persönlichen Problemen zu kämpfen. Der zivilisatorische Notstand zwingt die beiden dazu, füreinander dazu zu sein oder egoistisch ihre persönlichen Interessen zu verfolgen. »Die letzte Plage« ist damit mehr als ein Seuchen-Drama, er ist ebenso eine Charakterstudie über zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. (Benjamin)

Geschrieben von um 22:14 Uhr.
Dienstag, 31. Dezember 2019

Quartalsempfehlung: 4/2019

Liebe Leserinnen und Leser,

das Jahr 2019 liegt in den letzten Zügen und nun schlägt auch langsam der Winter mit frostigen Temperaturen zu. In der ein oder anderen Region könnt ihr vielleicht sogar Schnee erleben. Dies ist genau die richtige Zeit, um sich mit einem Buch und einem warmen Getränk auf das Sofa zurückzuziehen. Wir haben heute ein paar Tipps für euch, welche Bücher sich dafür eignen:

Jonas Jonasson, Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten

Neun Jahre, nachdem Jonas Jonasson Allan Karlsson aus dem Fenster stiegen ließ, lässt er ihn nun die Welt retten. Der Leser begegnet liebgewonnene Charakter wieder und die humorvolle Schreibweise Jonas Jonasson lässt ihn voller Heiterkeit die Handlung erleben. Dies hilft dem Leser darüber hinweg, dass der zweite Roman um Allan Karlsson ähnlich wie der erste anmutet und sich die Geschehnisse fast spiegeln könnten. Im Gegensatz zum ersten Roman möchte Jonas Jonasson mit diesem Roman offensichtlich eine Botschaft senden und seine Kritik überdeutlich machen, was dem Roman nicht immer zuträglich ist. (Sascha)

Nina Casement, Jagdsaison. Ein mörderischer Reisebericht

Die Protagonistin Frederika macht das, wovon auch ich im Geheimen träume – einfach die Koffer packen und auf eine lange Reise gehen. Ihr Weg führt sie nach Schweden und in die Gesellschaft zweier Männer, die mehr sind, als ihr auf dem ersten Blick klar ist. Neuanfang, Freundschaft, Trauer, widersprüchliche Gefühle und Mut. All das beinhaltet „Jagdsaison“ und ist ein psychologisch höchst spannender Roman mit detaillierten Landschafts- und Ortsbeschreibungen. Als Reisebericht beschrieben mag es vielleicht den ein oder anderen Leser abschrecken. Doch dieser Krimi macht einfach Spaß und hat bei mir noch lange nachgehallt, so dass ich Nina Casements Roman jedem Schwedenfan empfehlen kann. (Susanne)

Larry Correia, Monster zähmen leicht gemacht

Da ich in den letzten 3 Monaten hauptsächlich die sehr durchschnittliche Serie »Garth und Torian« von Wolfgang Hohlbein gelesen habe und Markus Heitz Kurzgeschichtensammlung »Der Tannenbaum des Todes« zwar hervorragend war, aber keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, bleibt nur »Monster zähmen leicht gemacht«. Es ist nicht der beste Roman der Reihe, aber mit seiner gnadenlosen Action, der Aufwartung von Waffengewalt und geschnetzelten Monstern und in vielen Teilen auch der sprachlichen Bildgewalt, die eines Zack Snyders würdig wären, bleibt die Reihe um Monster Hunter International nach wie vor eine Empfehlung. Langeweile kommt hier wohl kaum auf, die Logik hat sich gar nicht erst getraut, in Erscheinung zu treten. Doch Larry Correia versteht es, dass Logik manchmal dem Spaß unterliegen muss. (Benjamin)

Geschrieben von um 11:51 Uhr.
Montag, 30. September 2019

Quartalsempfehlung: 3/2019

Liebe Leserinnen und Leser,

die warmen, sonnigen Tage neigen sich langsam dem Ende zu. Stattdessen erwarten uns wieder kühlere, nassere und windigere Herbsttage. Diese sind immer ein guter Anlass, sich mit einem warmen Getränk und einem interessanten Roman auf das Sofa zurückzuziehen. Für solche Tage haben wir heute ein paar Tipps für euch:

Robert Seethaler, Der Trafikant

Robert Seethalers „Der Trafikant“ erzählt die Geschichte des Erwachsenwerdens von Franz Huchel. Doch diese Zeit ist nicht wie jede andere, sondern Franz muss sich im Wien der 1930er durchschlagen. Diese Zeit zwingt Franz, sich in kürzester Zeit entscheidend zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen. Dabei prägt ihn nicht nur seine erste große Liebe zu Anezka, sondern vor allem auch seine freundliche Beziehung zu Professor Sigmund Freud. Die einfühlsame Sprache Robert Seethalers macht diesen schweren Stoff zu einem wahren Lesevergnügen. (Sascha)

Susanne Ertl, Seelensterne

„Seelensterne“ hat zwei große Vorteile: Erstens fällt es bereits durch das wunderschöne Cover auf, dass es zu einem Blickfänger im Bücherregal macht. Dazu beinhaltet es alle vier Einzelbände der Seelenstern-Reihe, so dass man die vier Geschichten in einem Rutsch lesen kann, wenn man möchte. Der flüssige Schreibstil der Autorin lädt einen auf jeden Fall dazu ein. Getragen wird „Seelensterne“ aber vor allem durch die wunderbar fantasievolle Welt, in deren Mittelpunkt die Stadt Lewara steht. Diese wird zum Schauplatz des Ungleichgewichtes zwischen dem Licht und der Dunkelheit und hier erlebt man mit der Jägerin Namila und ihren Freunden und Verbündeten hautnah den Kampf, um die Menschen und alle Seelensterne zu retten. (Susanne)

Mark Z. Danielewski, Das Fünfzig-Jahr-Schwert

Dem geschuldet, dass ich kaum zum Lesen gekommen bin, war die Auswahl des Quartal-Highlights klein. Andererseits hätte es mich auch nicht verwundert, wenn »Das Fünfzig-Jahr-Schwert« sowieso meine Empfehlung geworden wäre. Mark Z. Danielewski ist ein Ausnahmeautor, dessen Romane genauso Kunst wie Literatur sind. Ein Meisterwerk und Schwergewicht wie »Das Haus« hat er leider nicht mehr veröffentlicht, dafür erfindet er sich in seinem kreativen Rahmen immer wieder neu. Der Stil und die Aufmachung der Romane sind nicht um der Effekthascherei außergewöhnlich, sondern weil den Romanen eine Idee zugrunde liegt, die sich nicht nur textlich, sondern auch bildlich realisiert. Stickkunst, Typografie und der Erzähler aus mehreren Stimmen ergeben ein Gesamtbild, das nicht leicht zu erfassen ist, doch lässt man sich auf den extravaganten Stil ein, entdeckt man, wie viel Herzblut der Autor investiert, um das Märchen für Erwachsene auf ganz besondere Art zu erzählen. (Benjamin)

Geschrieben von um 19:58 Uhr.
Sonntag, 30. Juni 2019

Quartalsempfehlung: 2/2019

Liebe Leserinnen und Leser,

die heißen Sommertage sind nun angebrochen und werden uns wohl auch noch eine Weile erhalten bleiben. Da bei Temperaturen zwischen 30 und 40° C sowieso nicht an Bewegung zu denken ist, haben wir heute ein paar Tipps für euch, mit welchen Büchern ihr euch auf den Balkon, an den See oder ins Freibad zurückziehen könnt:

Cheryl Kaye Tardif, Versunken

In diesem Quartal gibt es neben Leonard Clines »Die dunkle Kammer« und Steven Saviles »London Macabre« nur einen Kandidaten, der nachhaltig beeindrucken konnte: »Versunken« von Cheryl Kaye Tardif. Ich als vorwiegender Fantasy- und Horror-Leser bin von den meisten Thrillern eher abgeneigt, fehlt diesen Romanen doch einfach das gewisse phantastische Etwas. Ganz anders ist da »Versunken«. Der Roman ist weniger Thriller und mehr menschliches Drama aus der Not heraus. Menschlichkeit ist die wichtigste Gabe und darf niemals von Bürokratie erstickt werden; schon gar nicht, wenn Leben gerettet werden können. Aber auch Verlustängste, körperliche Gewalt, Trauer oder Sucht spielen eine Rolle. Die Autorin spielt mit den Gefühlen aus Ängsten, Selbstschuld, Verzweiflung, Trauer, Liebe oder Hoffnung. »Versunken« ist ein bodenständiger, anrührender Drama-Thriller, mit einem Sog, der definitiv an die Seiten fesselt. Die Spannungskurve wird den Roman über kaum erhöht, das hat der Roman aber auch gar nicht nötig. (Benjamin)

Steffi Bieber-Geske, Sabrina Pohle, Abenteuer an der Mecklenburgischen Ostsee. Lilly, Nikolas und das Geheimnis des Buddelschiffes
In diesem Quartal habe ich drei tolle Kinderbücher gelesen, doch das Ostseeabenteuer von Lilly und Nikolas hat mir besonders gut gefallen. Nicht nur findet man in dem Buch viele Urlaubstipps für sich und seine Familie, die mit vielen Bildern illustriert werden, sondern die Geschichte hat auch einen spannenden roten Faden. Zudem ist sowohl die Schriftgröße, als auch die einfache Sprache für Schulanfänger bzw. Vorschüler geeignet, da das Gesamtpaket zum gemeinsamen Lesen einlädt. Diese Detektivgeschichte mit Urlaubsfeeling ist daher genau richtig für die Urlaubszeit. (Susanne)

Rafael Arozarena, Mararía

Rafael Arozarenas „Mararía“ gilt nicht umsonst als der bekannteste Roman der Kanaren. Der Roman fasziniert einerseits durch seine Beschreibung der landschaftlichen und kulturellen Charakteristik Lanzarotes. Andererseits wird spannend, wie bei einem Krimi, nach und nach das Leben der einst schönsten Frau des Dorfes enthüllt. Der Leser lernt eine starke Frau kennen, die nach und nach durch die Gemeinschaft der Männer zerstört wird, und mit der man sich im Laufe des Romans immer stärker verbunden fühlt. (Sascha)

Geschrieben von um 21:31 Uhr.
Sonntag, 31. März 2019

Quartalsempfehlung: 1/2019

Liebe Leserinnen und Leser,

die dunklen, kalten Tage haben wir nun so langsam hinter uns gebracht. Jetzt wartet noch der April, der bekanntlich macht, was er will, auf uns und dann werden die frühlingshaften Tage beginnen. Also höchste Zeit, mit einem Buch die ersten warmen Sonnenstrahlen zu genießen. Dafür haben wir heute ein paar Tipps für euch:

Juli Zeh, Corpus Delicti

Juli Zeh entwirft in „Corpus Delicti“ in beeindruckender Art und Weise eine Gesellschaftsordnung, die durch eine Gesundheitsdiktatur und damit einhergehende ständige Überwachung geprägt ist. Sie spitzt heutige Kritiken zu und zeigt auf, was passiert, wenn man irgendwann aufhört, Dinge zu kritisieren. Individuelle Freiheit und Selbstbestimmung werden als zentrale Momente des menschlichen Lebens betont, die es gegen eine Gleichmacherei aller zu verteidigen gilt. (Sascha)

Nina Casement, Jagdsaison. Ein mörderischer Reisebericht

Wie wäre es, einmal alles hinter sich zu lassen und mit leichtem Gepäck eine Zeit lang einfach nur zu reisen – dahin, wo es einen bewusst oder unbewusst hintreibt? Nina Casements Protagonistin Frederika hat das nach einer Enttäuschung gemacht und ist in Schweden gelandet. Dort hat sie aber nicht nur die weite nordische Natur und nette Gespräche mit Einheimischen gefunden, sondern auch zwei reisende Männer, die ihr anbieten, sie mitzunehmen, da sie den selben Weg wie Frederika haben.

Diese Geschichte hat viel von einem Reisebericht und nimmt den Leser auf eine ruhige Fahrt mit. Doch gleichzeitig dreht die Autorin die Spannungsschraube immer mehr an. Und während die Hintergründe der Figuren mehr und mehr offenbart werden, hofft und bangt man mit dem schwedischen Polizisten mit, der versucht, eine Serie von Verbrechen aufzuklären… (Susanne)

George R. R. Martin, Armageddon Rock

Abgesehen von »Game of Thrones« habe ich mittlerweile fast alles von George R. R. Martin, das auf Deutsch erschienen ist, gelesen. Da meine ich, einen Autor gut zu kennen, und werde doch überrascht; und zwar nicht nur ein bisschen. »Armageddon Rock« hat mich förmlich aus den Socken gehauen. Der Roman ist ein Brett von Roman. Martin vermischt Thriller, Mystery und Rock zu einem Roman, zu einem schriftlichen Rocksong und schafft es dabei nicht nur eine Handlung zu erzählen, die extrem vielfältig und bewegend ist, zugleich eine spannende Geschichte zu erzählen, sondern den Rock ’n’ Roll zum Leben zu erwecken. Man spürt förmlich jeden Gitarrenriff, die Begeisterung der Fans und hört die kreischenden Fans. Es ist ein phantastisches Abenteuer, die Nazgûl auf dem Weg zu ihrem Comeback zu begleiten und zugleich mit Sandy Blair einen Mord aufzuklären. Kaum zu glauben, dass »Armageddon Rock« beim Erscheinen ein Flop wurde. »Armageddon Rock« ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Roman, des Fantasy-Autors. (Benjamin)

Geschrieben von um 13:11 Uhr.
Montag, 31. Dezember 2018

Quartalsempfehlung: 4/2018

Liebe Leserinnen und Leser,
mit dem Ende des vierten Quartals liegt nun auch das Jahr 2018 schon wieder hinter uns. Das letzte Quartal dieses Jahres war geprägt durch winterlicher werdendes kalt, drübes Wetter. Auch wenn es dieses Jahr mal wieder nicht mit weißen Weihnachten geklappt hat, so können wir doch noch auf Schnee im neuen Jahr hoffen. Für solche Tage haben wir heute ein paar Lesetipps für euch:

Oliver Twist, Charles Dickens

Charles Dickens „Oliver Twist“ ist ein insbesondere auch sprachlich gelungener Klassiker der Literaturgeschichte. Der Roman zeigt nicht nur eine Charakterstudie eines liebenswürdigen, gutmütigen Jungens auf, sondern schildert auch eindringlich die gesellschaftlichen Verhältnisse im 19. Jahrhundert. Schnell gewinnt die Hauptfigur das Herz des Lesers, sodass dieser mit Spannung das Auf und Ab in Olivers Leben nachvollzieht und mit ihm fühlt. Dabei lernt der Leser auch die verschiedensten Milieus zu dieser Zeit kennen. (Sascha)

Der kleine Fuchs hört einen Mucks, Anne-Kristin zur Brügge, Tanja Jacobs

Diesen Monat habe ich ein Kinderbuch entdeckt, dass nicht nur ebenfalls die total niedlichen Zeichnungen von Tanja Jacobs zeigen, sondern auch verdeutlichen, dass es ganz unterschiedliche Geräusche im Wald gibt. Dazu kommt, dass es sehr gut für Kleinkinder geeignet ist, da es zum Einen dickere Seiten hat, die es stabiler machen und der Text zudem in Reimform ist, was ihn sehr einprägsam macht. (Susanne)

Dead Man River, George R. R. Martin

Wenn man mit großen Erwartungen an einen Roman herangeht und dann immer noch überrascht wird, muss der Autor etwas richtig gemacht haben. Bereits im Vorhinein hatte ich viel Gutes vom Roman gehört. Unter anderem solle es eines der besten Werke George R. R. Martins sein. Ich muss sagen, das stimmt absolut. Martin mischt amerikanische Südstaaten-Historie mit Vampiren, denen er einen eigenen Mythos verleiht. Weder sind es die reinen blutrünstigen Monster noch die aristokratischen Gentlemen-Vampire. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Die Charaktere sind prägnant gezeichnet, das Flair der Dampfschiffe ist stimmig in Szene gesetzt, die Handlung vielschichtig umgesetzt. Mythen, Geheimnisse, Sklaverei, der Umbruch vom Hoch der Dampfschifffahrt hin zu expandierenden Eisenbahngesellschaften … Amerika ist im Umbruch, sowie die Vampire unter der Führung von Joshua York im Wandel sind, den roten Durst zu besiegen. (Benjamin)

Geschrieben von um 15:06 Uhr.
Sonntag, 30. September 2018

Quartalsempfehlung: 3 / 2018

Liebe Leserinnen und Leser,

nach heißen und trockenen Sommertagen hat uns nun der Herbst erreicht. Die kühler und dunkler werdenden Tagen laden geradezu dazu ein, sich mit einem Buch und einem warmen Getrank auf das Sofa zurückzuziehen. Für solche Anlässe haben wir heute ein paar Tipps für euch:

Unterleuten, Juli Zeh

Juli Zehs „Unterleuten“ ist ein moderner Gesellschaftsroman, der zugleich viele polarisierende Spaltungslinien aufgreift: Stadt-Land, Ökologie-Wirtschaft, Tradition-Moderne, Eigeninteresse-Moral. Der Leser lernt im Roman die verschiedensten Perspektiven kennen und kann sich selbst ein Bild über die facettenreichen Verstrickungen zwischen den Roman-Figuren machen. Dies wird eindrücklich durch Juli Zehs angenehm leichtfüßigen Schreibstil und die stetige Spannung der Handlung unterstützt. (Sascha)

Ronnie und seine Freunde bauen ein Flugzeug, Martin Sodomka

Rezensiert habe ich dieses Buch noch nicht, da ich es selbst noch nicht ganz durchgelesen habe. Doch ich kann bereits jetzt eine ganz klare Empfehlung dafür aussprechen. „Ronnie und seine Freunde bauen ein Flugzeug“ ist perfekt für Kinder, die sich für Flugzeuge und deren Innenleben interessieren. Es ist dabei eine perfekte Mischung aus aufregender Geschichte und technischem Wissen (kindgerechte Exkurse zur Aerodynamik, Wetterkunde, Navigation etc.). Empfohlen wird es ab 6 Jahren, doch bereits mein Sohn mit seinen nicht ganz 3 Jahren liebt es, sich das Buch mit mir anzuschauen und wirft mit Begriffen wie Doppeldecker, Kurbelwelle und Auspuffrohr um sich… (Susanne)

Das Gleismeer, China Miéville

China Miéville ist ein Weltenerfinder. Er besitzt nicht nur das Talent, Welten leben einzuhauchen, sondern auch Mythen & Legenden so in der Gesellschaft zu verankern, dass diese glaubwürdig an den Leser herübergetragen werden, egal auf welch fremder Basis die Überlieferungen aufbauen. China Miéville schreibt mehr als Fantasy. China Miéville schreibt wahr gewordene Geschichte, die aus einem anderen Universum in unseres herübergetragen wurde. Dabei kann die Fremdartigkeit auch aus dem Bekannten entstehen, wenn die Übersetzung in das Weltenverständnis plausibel & konsequent umgesetzt ist. Das Gleismeer, also ein endliches Meer aus Gleisen & der Anlehnung der Zugkapitäne an unsere Schifffahrt, beweist dies auf beeindruckende Weise. Und wer sich nun fragt, warum das & nicht ausgeschrieben wird, lest die Rezension – oder besser, den Roman. (Benjamin)

Geschrieben von um 13:12 Uhr.
Samstag, 30. Juni 2018

Quartalsempfehlung: 2 / 2018

Liebe Leserinnen und Leser,

die Winter- und Frühlingstage sind nun bereits an uns vorbei gezogen und wir schreiten mit großen Schritten auf den Sommer, weitere heiße Tage und Badewetter zu. Zugleich verabschieden sich in den nächsten Wochen die meisten von uns in einen längeren Urlaub. Damit dieser auf jeden Fall mit gutem Lesestoff gefüllt ist, haben wir heute ein paar Empfehlungen für euch:

Overworld, Dan Wells

Mit „Overworld“ hat Dan Wells einen knackigen zweiten Band seiner Mirador-Reihe geschaffen. Darin bekommt der Leser einen besseren Einblick in das Spiel, da Marisa und ihre Freundinnen eine Einladung für ein exklusives Overworld-Turnier erhalten. Aber es geht in dieser Fortsetzung nicht nur um die Etablierung ihres Teams, sondern um weit mehr und gefährlichere Angelegenheiten, als sich die Mädchen ausgemalt hätten. Rasante Action, ordentliche Charakterentwicklungen und insgesamt ein spannender Plot, das macht „Overworld“ zu einer klaren Empfehlung von mir. (Susanne)

Mohr und die Raben von London, Vilmos und Ilse Korn

Passend zum Karl Marx-Jahr ist der aus der DDR bekannte Kinderbuchklassiker „Mohr und die Raben von London“ von Vilmos und Ilse Korn in einer neuen Auflage erschienen. Darin wird nicht nur von der Zeit Karl Marx‘ und seiner Familie in London erzählt, sodass man den Autor von „Das Kapital“ besser kennen lernt, sondern es werden auch eindringlich die Lebensbedingungen der Arbeiterschicht im 19. Jahrhundert aufgezeigt. Dabei können Kinder und Jugendliche, an die sich das Buch insbesondere richtet, gut ihre eigenen Lebensverhältnisse reflektieren. (Sascha)

Planetenjäger, George R. R. Martin & Gardner Dozois

George R. R. Martin ist für sich genommen bereits ein phantastischer Autor, der nicht nur Fantasy, sondern auch Horror und Science-Fiction schreiben kann. Gemeinsam mit Gardner Dozois, in Deutschland leider eher unbekannt, schrieb er »Planetenjäger«. Man darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Roman nur eine seichte Handlung hat. Wer komplexe Figurenkonstellationen und Interessenskonflikte erwartet, wird enttäuscht. Vielmehr punktet die Handlung mit gut geschriebenen Dialogen und gegensätzlichen Charaktereigenschaften, die nicht immer vom menschlichen Standpunkt aus betrachtet werden dürfen. Daraus ergibt sich die ein oder andere witzige Szenerie, in der man nicht nur über den Menschen lachen kann, sondern anfängt, darüber nachzudenken, was Menschlichkeit und Menschsein auszeichnet. Dabei versteht der Roman sich keineswegs als Philosophielehre, sondern als Unterhaltungsliteratur. (Benjamin)

Geschrieben von um 15:35 Uhr.
Sonntag, 01. April 2018

Quartalsempfehlung: 1 / 2018

Liebe Leserinnen und Leser,

das erste Quartal diesen Jahres hat uns neben einigen stürmigen Tagen auch einiges an Schnee gebracht. Aber es gab auch erste sonnige, frühlingshafte Tage. Nun wartet der abwechslungsreiche April, der laut Sprichtwort macht, was er will, auf uns. Um bei wechselhaften Wetter ausreichend mit Lesestoff versorgt zu sein, haben wir heute diese Empfehlungen für euch:

Was vom Tage übrig blieb, Kazuo Ishiguro

In „Was vom Tage übrig blieb“ erzählt Literaturnobelpreisträger Kazuo Ishiguro aus der Perspektive des Butlers James Stevens von Geschehnissen rund um das Herrenhaus Darlington Hall während Stevens Tätigkeit. Ishiguro gelingt es dabei eindrücklich, dass sich der Leser voll und ganz in Stevens hineinversetzen und die Widersprüche, die ein Leben als Butler mit sich bringt, nachvollziehen kann. Der Leser muss sich dabei mit Ergebenheit, persönlicher Zurückhaltung und gesellschaftlichen Machtverhältnissen auseinandersetzen. (Sascha)

Overworld, Dan Wells

Meine Rezension zum zweiten Mirador-Roman von Dan Wells kommt zwar erst in wenigen Tagen online, doch will ich es mir nicht nehmen lassen, „Overworld“ bereits jetzt weiter zu empfehlen. Nach „Bluescreen“ ist „Overworld“ die gelungene Fortsetzung um Marisa und ihre Freunde, die dieses Mal gleich einen ganzen Haufen an Problemen zu bewältigen haben. Mehr will ich dazu noch nicht verraten, doch lasst euch versichern, „Overworld“ rockt! (Susanne)

Carlton Mellick III, The Haunted Vagina & Ugly Heaven

China Míeville hat es mit »Der Eiserne Rat« geradeso nicht in die Empfehlung geschafft. Die irren Ideen von Carlton Mellick III sind wegen ihrer Abstrusität eine Spur erinnerungswürdiger. Eine verwunschene Vagina, Latexmenschen, masturbierende Engelsputten, elektrische Wasserfälle in einem verfallenen Himmel – in welcher Geschichte jagt eine Verrücktheit die nächste in einer glaubwürdigen Konsistenz (bitte nicht mit Logik verwechseln!) mit durchgehend hoher Qualität? Mir fällt da nur der Bizarro-Fiction Autor Carlton Mellick III ein. Gönnt euch die Achterbahnfahrt, denn so kurzweilig das Abenteuer auch ist, so unterhaltsam und aufregend ist es ebenfalls. (Benjamin)

Geschrieben von um 14:07 Uhr.