Mittwoch, 01. April 2020

Quartalsempfehlung: 1/2020

Liebe Leserinnen und Leser,

unser aller Leben befindet sich gerade in einem Ausnahmezustand. In einer Zeit, in der wir nur zu unseren engsten Verwandten Kontakt haben sollten, ergeben sich für den ein oder die andere vielleicht unverhoffte Zeitfenster und da man gezwungen ist, zu Hause zu bleiben, ist dies dann eventuell genau die richtige Zeit für ein gutes Buch. Dafür haben wir heute ein paar Tipps für euch:

Emile Zola, Germinal

Emile Zolas „Germinal“ ist eine realistische Schilderung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der französischen Bergarbeiter im 19. Jahrhundert. Vor dem Hintergrund wahrer Begebenheiten zeichnet er ein differenziertes Bild der damaligen Verhältnisse und greift zudem eine Vielzahl an Themen auf. Es geht um den Kampf zwischen Arbeit und Kapitel, um das Ertragen von Elend, um Familie, Moral und vieles mehr. Dies alles stellt Zola so plastisch dar, dass man regelrecht mitfühlen kann und sich vergegenwärtigt, welchen Wohlstand wir in den letzten 100 Jahren erreicht haben. (Sascha)

Harald Kaup, 2014 A.D. – Black Eye (I) – Die Anfänge

Der Blick zu den Sternen verspricht nicht nur einen schönen Anblick, sondern ist seit vielen Generationen mit der Frage gepaart, ob wir Menschen alleine sind in diesem Universum. Diese Frage wird den zahlreichen, höchst unterschiedlichen und aus verschiedenen Nationen stammenden Protagonisten in diesem Roman schnell beantwortet und werden selbst mit hineingezogen in die unendlichen Weiten des Alls. Gefühle, Spannung, Science und Fiction sehr gut ausbalanciert… Wer in dieser momentanen Zeit in ganz weit entfernte Welten vordringen möchte, dem kann ich diesen Anfang der Black Eye-Reihe wärmstens ans Herz legen. (Susanne)

F. Paul Wilson & Sarah Pinborough, Die letzte Plage

Noch so ein Seuchen-Roman, dessen Epidemie nicht aufzuhalten ist und die Menschheit binnen weniger Tagen in den Abgrund reißt; so dachte ich jedenfalls. »Die letzte Plage« ist ein ungewöhnlicher Endzeit-Thriller. Eine mutierte Fliege schwärmt in schwarzen Wolken aus, ihr Ursprung liegt in Afrika. Der Fliegenbiss löst eine Autoimmunkrankheit aus, gegen die die Medizin machtlos ist. Die Zivilisation bricht zusammen, religiöse Fanatiker predigen die Endzeit und über die Strafe Gottes. Aber nicht die Seuche steht im Fokus der Handlung, sie ist lediglich eine glaubwürdige Ausarbeitung, um den Figuren Nigel, der als Enthüllungsjournalist arbeitet, und seiner Frau Abby, die als Krankenschwester Leben rettet, eine solide Grundlage für ihre Beziehungskrise zu geben. Außerdem haben die Charaktere mit ihren ganz persönlichen Problemen zu kämpfen. Der zivilisatorische Notstand zwingt die beiden dazu, füreinander dazu zu sein oder egoistisch ihre persönlichen Interessen zu verfolgen. »Die letzte Plage« ist damit mehr als ein Seuchen-Drama, er ist ebenso eine Charakterstudie über zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. (Benjamin)

Geschrieben von um 22:14 Uhr.

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