Montag, 30. September 2019

Quartalsempfehlung: 3/2019

Liebe Leserinnen und Leser,

die warmen, sonnigen Tage neigen sich langsam dem Ende zu. Stattdessen erwarten uns wieder kühlere, nassere und windigere Herbsttage. Diese sind immer ein guter Anlass, sich mit einem warmen Getränk und einem interessanten Roman auf das Sofa zurückzuziehen. Für solche Tage haben wir heute ein paar Tipps für euch:

Robert Seethaler, Der Trafikant

Robert Seethalers „Der Trafikant“ erzählt die Geschichte des Erwachsenwerdens von Franz Huchel. Doch diese Zeit ist nicht wie jede andere, sondern Franz muss sich im Wien der 1930er durchschlagen. Diese Zeit zwingt Franz, sich in kürzester Zeit entscheidend zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen. Dabei prägt ihn nicht nur seine erste große Liebe zu Anezka, sondern vor allem auch seine freundliche Beziehung zu Professor Sigmund Freud. Die einfühlsame Sprache Robert Seethalers macht diesen schweren Stoff zu einem wahren Lesevergnügen. (Sascha)

Susanne Ertl, Seelensterne

„Seelensterne“ hat zwei große Vorteile: Erstens fällt es bereits durch das wunderschöne Cover auf, dass es zu einem Blickfänger im Bücherregal macht. Dazu beinhaltet es alle vier Einzelbände der Seelenstern-Reihe, so dass man die vier Geschichten in einem Rutsch lesen kann, wenn man möchte. Der flüssige Schreibstil der Autorin lädt einen auf jeden Fall dazu ein. Getragen wird „Seelensterne“ aber vor allem durch die wunderbar fantasievolle Welt, in deren Mittelpunkt die Stadt Lewara steht. Diese wird zum Schauplatz des Ungleichgewichtes zwischen dem Licht und der Dunkelheit und hier erlebt man mit der Jägerin Namila und ihren Freunden und Verbündeten hautnah den Kampf, um die Menschen und alle Seelensterne zu retten. (Susanne)

Mark Z. Danielewski, Das Fünfzig-Jahr-Schwert

Dem geschuldet, dass ich kaum zum Lesen gekommen bin, war die Auswahl des Quartal-Highlights klein. Andererseits hätte es mich auch nicht verwundert, wenn »Das Fünfzig-Jahr-Schwert« sowieso meine Empfehlung geworden wäre. Mark Z. Danielewski ist ein Ausnahmeautor, dessen Romane genauso Kunst wie Literatur sind. Ein Meisterwerk und Schwergewicht wie »Das Haus« hat er leider nicht mehr veröffentlicht, dafür erfindet er sich in seinem kreativen Rahmen immer wieder neu. Der Stil und die Aufmachung der Romane sind nicht um der Effekthascherei außergewöhnlich, sondern weil den Romanen eine Idee zugrunde liegt, die sich nicht nur textlich, sondern auch bildlich realisiert. Stickkunst, Typografie und der Erzähler aus mehreren Stimmen ergeben ein Gesamtbild, das nicht leicht zu erfassen ist, doch lässt man sich auf den extravaganten Stil ein, entdeckt man, wie viel Herzblut der Autor investiert, um das Märchen für Erwachsene auf ganz besondere Art zu erzählen. (Benjamin)

Geschrieben von um 19:58 Uhr.

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