Mittwoch, 18. März 2015

Filmkritik: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

Inmitten des Prager Frühlings des Jahres 1968 lebt der Chirurg Tomas ein ungezwungenes, leichtes Leben. Mit zahlreichen Frauen hat er kurze Affären, nur die Künstlerin Sabina geht ihm sowohl körperlich als auch intellektuell unter die Haut. Während eines beruflichen Aufenthaltes in einem Kurort lernt er die junge Kellnerin Teresa kennen, die eines Tages unvermittelt in seiner Wohnung auftaucht. Tomas ist zunächst belustigt, doch bald entwickelt er tatsächlich innige Gefühle für Teresa, heiratet sie sogar. Sabina gibt er jedoch nicht auf und es entsteht eine genauso eigentümliche wie innige Dreiecksbeziehung. Mit dem Einmarsch der sowjetischen Armee endet nicht nur gewaltsam der Prager Frühling, auch für Tomas, Teresa und Sabina wird nichts mehr sein, wie es war…

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Geschrieben von um 12:18 Uhr.
Freitag, 13. März 2015

Rezension: Der Vogelmann (Mo Hayder)

Goldmann Verlag
Taschenbuch
978-3-442-45173-9
9,95 €

Ein kurzer Einblick

Ein grauenhafter Anblick erwartet Detective Inspector Jack Caffery und sein Team von der Londoner Polizei in der Nähe der Themse: fünf Frauenleichen, entsetzlich misshandelt und offenbar Opfer desselben Täters. Bei der Obduktion stellt sich heraus, dass den Frauen posthum ein lebender Vogel neben das Herz gesetzt wurde – intern ist daher vom ‚Vogelmann’ die Rede. Während seine Kollegen den Täter im Milieu der Opfer, die Stripperinnen oder Prostituierte waren, vermuten, folgt Caffery entgegen offizieller Widerstände einer anderen Spur, die ihn ins Greenwich Viertel führt, wo er im Umfeld einer der Toten die Malerin Becky kennenlernt. Bald entwickelt er mehr als berufliche Gefühle für die Künstlerin und durch sie scheint er dem Killer immer näher zu kommen. Was er nicht weiß: Die Zeit drängt – Der ‚Vogelmann’ hat bereits sein nächstes Opfer im Visier…

Geschrieben von um 15:07 Uhr.
Freitag, 20. Februar 2015

Rezension: Ruhelos (William Boyd)

Berlin Verlag
Taschenbuch, 384 Seiten
ISBN: 978-3-8333-0536-8
9,99 €

Ein kurzer Einblick

Oxford 1976: Eine anhaltende Sommerhitze hält England in Schach, auch Ruth Gilmartin, bis das auffällige Verhalten ihrer Mutter Sally ihre Aufmerksamkeit erregt. Beinah manisch observiert diese den Wald hinter ihrem Garten, verlässt das Haus ausschließlich in einem Rollstuhl, den sie eigentlich gar nicht braucht, beantwortet das Telefon nur nach einem vorab verabredeten Klingelzeichen. Schließlich eröffnet Sally ihrer verblüfften Tochter die abenteuerliche Erklärung, die zurück in das Jahr 1939 führt: Tatsächlich heißt sie Eva Delektorskaja und wird, nachdem ihr Bruder ermordet wurde, in Paris für den britischen Geheimdienst angeworben. Nach und nach lässt sie Ruth teilhaben an ihrer Vergangenheit als Spionin in einer unberechenbaren Welt voller Verrat, Intrigen und Manipulation. Eine Welt, die sie scheinbar bis in die Gegenwart verfolgt: Eva ist davon überzeugt, dass ihr Leben in Gefahr ist. Nach anfänglicher Skepsis wird auch Ruth misstrauisch, denn auch in ihrem bislang unspektakulären Leben ereignen sich seltsame Dinge …

Geschrieben von um 15:21 Uhr.
Freitag, 13. Februar 2015

Rezension: So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein! (Christoph Schlingensief)

btb-Verlag
Taschenbuch, 256 Seiten
ISBN: 978-3-442-74070-3
8,99 €

Ein kurzer Einblick

2008 wird bei dem Regisseur und Aktionskünstler Christoph Schlingensief Lungenkrebs festgestellt. Im Laufe der folgenden Monate beginnt Schlingensief mit einem Diktiergerät Gedanken und Momentaufnahmen seines Lebens festzuhalten: Zwischen Chemotherapie und Operationen sinniert er über Leben und Tod, setzt sich intensiv mit Glück, Wut und Trauer auseinander, aber auch mit seinem Glauben an Gott. „Ich bin gerne auf der Welt. Ich möchte gerne auf der Welt Dinge tun.“ Der Erschütterung über die Krebsdiagnose folgt eine leidenschaftliche Lust aufs Leben.
Schlingensief stürzt sich in neue Projekte, treibt unermüdlich vor allem seinen Herzenswunsch nach einem Operndorf in Afrika voran, hofft auf eine Zukunft mit Lebensgefährtin Aino, vielleicht auch mit einem gemeinsamen Kind – und wird doch immer wieder von der verhassten Krankheit ausgebremst. Schwankend zwischen Hoffnung, verzweifelter Wut und nackter Angst stellt der Künstler fest: „Ich habe keinen Bock auf Himmel“. Und entdeckt das Leben mit allem, was es bedeutet und innehat, noch einmal vollkommen neu.

Geschrieben von um 17:00 Uhr.
Dienstag, 10. Februar 2015

Filmkritik: Hamlet (1996)

„Etwas ist faul im Staate Dänemark“: Prinz Hamlet leidet unter dem Verlust seines Vaters mindestens genauso stark, wie er seine Mutter Gertrude für ihre Vermählung mit seinem Onkel Claudius verachtet.
Erst als ihn zwei Wachposten über ein angebliches Gespenst, das des Nachts auftaucht, unterrichten, erwacht er aus seiner Melancholie und will sich selbst davon überzeugen. Tatsächlich erscheint ihm das mysteriöse Wesen und entpuppt sich als Geist des Vaters Hamlets. Kein natürlicher Tod war es, der ihn der Familie entriss, sondern kaltblütiger Mord, so berichtet der Geist, begangen vom eigenen Bruder Claudius, der nun Krone und Königin besitzt. Hamlet schwört Rache und greift zu ungewöhnlichen Mitteln: „Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode!“ bemerkt Polonius und nimmt bald wie alle anderen an, dass Hamlet dem Wahnsinn verfallen ist. Doch ist dies nur ein Teil des Plans, den der Prinz ersonnen hat, um die Wahrheit vom Königsmörder selbst zu erfahren – der drohenden Tragödie zum Trotz…

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Geschrieben von um 12:38 Uhr.
Mittwoch, 04. Februar 2015

Filmkritik: Justified – I. Staffel

Der Deputy Marshall Raylan Givens (Timothy Olyphant) handhabt die Dinge ein wenig anders als seine Kollegen. In Miami gibt er dem Auftragskiller eines Drogenkartells 24 Stunden Zeit, die Stadt zu verlassen, andernfalls würde er ihn erschießen. Als der nicht darauf eingeht, zieht Givens seine Waffe und drückt ab. Und wird nun unverzüglich von den genervten Vorgesetzten zu seinem eigenen Schutz in seinen Heimatort Lexington, Kentucky versetzt. Dort sieht er sich nicht nur einer Gruppe Neonazis gegenüber, angeführt von Intimfeind Boyd Crowder (Walter Goggins), sondern auch dem Wiedersehen mit Ex-Frau Winona (Natalie Zea) und seinem entfremdeten Vater Arlo (Raymond J. Barry). Während Givens auf seine ganz eigene Art versucht, den bedrohten, ohnehin fragilen Frieden in Lexington zu wahren und nebenbei die täglichen Verbrechen zu untersuchen, muss er sich gleichzeitig seiner Vergangenheit stellen. Und die scheint eine größere Gefahr in sich zu bergen, als er sich eingestehen will.

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Geschrieben von um 13:15 Uhr.
Donnerstag, 29. Januar 2015

Rezension: Die Hexenjagd von Salem Falls (Jodi Picoult)

Piper Verlag
Taschenbuch, 480 Seiten
ISBN: 978-3-492-24011-6
10,99 €

Ein kurzer Einblick

Als der Fremde Jack St.Bride im beschaulichen Örtchen Salem Falls auftaucht, scheint es zunächst, als würde er dort schnell seinen Platz finden. Im Restaurant von Addie Peabody und ihrem Vater übernimmt er den Job als Tellerwäscher, beeindruckt mit seinen Kenntnissen bei der Quizshow Jeopardy und macht sich bald unentbehrlich. Dass etwas ungewöhnlich ist an dem hoch gebildeten, introvertierten Jack, spürt Addie schnell, doch ist er auch der erste, bei dem sie sich sicher genug fühlt, um über den Verlust ihrer Tochter zu sprechen. Eine zaghafte Romanze beginnt. Doch Jacks Vergangenheit holt ihn nicht nur ein, sie scheint sich zu wiederholen, als die junge Gillian ihn beschuldigt, sie missbraucht zu haben. Tatsächlich ist Jack ein vorbestrafter Sexualstraftäter. Doch nichts ist wirklich so, wie es auf den ersten Blick scheint …

Geschrieben von um 15:58 Uhr.