Dienstag, 04. Februar 2020

Rezension: 2014 A.D. – Black Eye (I) – Die Anfänge (Harald Kaup)

 NOEL-Verlag
Taschenbuch, 357 Seiten
ISBN: 978-3-95493-067-8
16,90 €

Ein kurzer Einblick

Jan Eggert hatte alles: eine Ehefrau, zwei Kinder, ein Haus und einen guten Job. Doch durch die Eifersucht und Gier eines Kollegen verlor er alles und stürzte immer weiter in sein Unglück. Als ihm auch noch seine neue Freundin Nina eröffnete, dass sie aufgrund des Krebses nur noch Wochen zu leben hätte, gab es ihm den Rest. Mit dem Motorrad jagte er viel zu schnell in den unvermeidlichen Unfall. Doch anstatt zu sterben erwachte er bei Geschöpfen, die nicht von dieser Welt waren: Die GENUI brauchten seine Hilfe und mit Neugierde und gutem Verhandlungsgeschick stimmte Jan zu, als Captain seines eigenen Raumschiffes dem Planeten Erde den Rücken zu kehren.

Bewertung

Ich gebe zu, ich stehe ja wahnsinnig auf Science-Fiction-Romane und habe schon einige richtig gute gelesen. „Black Eye (I) – Die Anfänge“ kann ich guten Gewissens dazu zählen.
Zuerst brauchte ich ein paar Seiten, um mich in die Geschichte einzulesen, da es mit der persönlichen Tragödie Jan Eggerts anfängt. Doch der lebendige und unverblümte Schreibstil des Autors hat mich immer weiter getragen und schnell war klar, dass ich das Buch kaum aus der Hand würde legen können. Denn die Geschichte entwickelte schnell eine komplexe Handlung und immer mehr Personen kamen hinzu, die Jans Crew wurden und jeder seine eigene persönliche Tragödie erlebt hatten:
Die junge Pakistani Arzu Ödeniz, der Jamaikaner Bob Hillary, die Schwedin Alma Falkengren, die Deutsche Dr. Eleonore Klaffke, der Schotte Carson Cunningham, der US-Amerikaner Sam Waterhouse, der Österreicher Johann Hochreiter und eben Nina Holst und Jan Eggert müssen sich zusammenraufen und bekommen jeder genügend Zeit, ihre Geschichte zu erzählen. Das finde ich sehr gut, denn so kann man sich in die Protagonisten hineinversetzen und weiß, welche Päckchen diese zu tragen haben und was ihre Motivation ist, sich auf dieses Weltraumabenteuer einzulassen. Denn sie alle werden in die Black-Eye-Galaxie geschickt, um dem friedfertigen Volk der GENUI aufgrund der allgemeinen aggressiven Art der Menschen zu helfen.
Ich will nicht zu viel von der Geschichte verraten, denn das würde das Lesevergnügen nur unnötig schmälern, aber ich kann diesen Anfang wirklich jedem empfehlen. Was diesen Roman nämlich so richtig spannend macht, sind nicht nur die menschlichen Schicksale und die neuen unbekannten Welten und Wesen, deren Bekanntschaft die Protagonisten machen, sondern nämlich die tolle ausgewogene Balance zwischen der menschlichen Komponente und der technischen. Die ODIN ist ein beeindruckendes Schiff, das aber auch im Laufe der Geschichte kaputt geht und erstmal aufwendig repariert werden muss. Perfekt darin eingeflochten sind die existentiellen Fragen, die sich die Crewmitglieder stellen müssen, wie z.B. ob man nach Beendigung der Aufgabe zur Erde zurückkehrt oder weit entfernt vom Heimatplaneten eine Kolonie gründet.
Ein kleines Manko gibt es leider, denn hier und da finden sich Rechtschreibfehler, welche den Lesefluss kurzfristig stören. Aber die Spannung der Geschichte insgesamt schmälern diese nicht.
Beendet hat Harald Kaup seinen Roman an einer perfekten Stelle mit einem offenen Ende, der unweigerlich Lust auf den zweiten Teil macht.

Fazit

„2014 A.D. – Black Eye (I) – Die Anfänge“ ist der Anfang der Black-Eye-Reihe, die zeitlich gesehen vor der Neuland-Saga des Autors spielt. Es ist ein wunderbarer Einstieg, der dem Leser nicht nur die irdischen Protagonisten näherbringt, sondern auch die GENUI und andere Wesen, die in der unendlichen Weite des Universums zuhause sind. Harald Kaup ist mit diesem SciFi-Roman eine perfekte Mischung aus menschlichen und technischen Komponenten gelungen, die einfach Spaß macht.

4.5 von 5 Punkten

Wir danken Harald Kaup für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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Geschrieben von um 21:20 Uhr.

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