Sonntag, 28. Januar 2018

Rezension: 3. Trilogie der Gallaghers-Chroniken 1. Gallaghers Tochter (Achim Hiltrop)

Atlantis Verlag
Paperback, 250 Seiten
ISBN: 978-3-86402-457-3
12,90 €

eBook, 5,99 €
ISBN: 978-3-86402-458-0

Ein kurzer Einblick

Nach seinem letzten Abenteuer machte Clou Gallagher sich auf, seine Familie auf der Erde zu treffen. Doch dort kam er nicht. Etwa zwanzig Jahre später, stoßen alte Freunde auf Informationen, die bestätigen, dass Clou gefangen genommen wurde. Sie stellen einen Rettungstrupp zusammen; unter ihnen der Söldner Ota Jedrell, Raymon Cartiers Sohn Armand und eine junge Frau, die persönliches Interesse hegt, Clou aufzuspüren.

Bewertung

Nach den ersten beiden Trilogien, in denen der Raumpilot, Söldner, Draufgänger, Schmuggler und Diplomat Clou Gallagher Intrigen aufgedeckt und sich in politische Machtverhältnisse eingemischt, ist dieser wortwörtlich auf Eis gelegt worden. Seine Familie hatte er auf die Erde geschickt, doch auf seiner eigenen Fluch ist er gefangen genommen und eingefroren worden. Etwa 20 Jahre später stoßen alte Freunde auf einen Hinweis und starten eine Rettungsaktion. Ota Jedrell, ein Polizei-Roboter, Armand Cartier und Rebecca Gallagher folgen den Spuren, um Gallagher aus der Gefangenschaft zu befreien. So simpel bleibt es natürlich nicht. Denn die Space Opera von Achim Hiltrop hat von Anfang an mit persönlichen Interessen, interstellaren Konflikten, politischen Machtkämpfen und Raumschlachten trumpfen können. Die Action stand dabei nie im Vordergrund, stattdessen die komplexen Strukturen aus all den möglichen Verflechtungen, die zu einer verworrenen und ebenso spannenden Geschichte führten. Die Figuren waren nie besonders detailreich, aber dafür sympathisch und schillernd beschrieben. Selbst die Antagonisten konnten trotz der aufgebauten Abneigung stets mit einem Charakter überzeugen, der auf eine ganz spezielle Art lieb gewonnen werden musste.
Hieran knüpft der Autor an: an die Charaktere und das ausgebaute und komplexe Universum, das sich in den letzten beiden Jahrzehnten deutlich verändert hat. Katachara, der ehemalige Chef der Stellar News Agency, ist zum Regierungschef aufgestiegen und herrscht so ziemlich über das ganze Universum. Nur die Erdregierung wiedersetzt sich der Galaktischen Allianz. Während Clous alte Freunde und seine Tochter auf der Suche nach ihm sinnt, rumort es im Hintergrund. Intrigen und Geheimnisse werden gesponnen und aufgedeckt. Und natürlich geraten Clou und sein Rettungstrupp mitten in einen neuen Krieg hinein. Clou jedoch ist alt geworden, hat sein Gedächtnis nach dem Kälteschlaf verloren. Mit Rebecca Gallagher und Armand, dem Sohn von Raymon Cartier, folgt eine neue Generation, die frischen Wind mitbringt. Altes bleibt erhalten, neues bewährt sich. Vertraute Personen hab sich verändert. Und so entspinnt sich eine weitere Geschichte um Clou, die wie die bisherigen, mit Raffinesse und viel Charaktercharme erzählt wird. Allerdings fallen die Intrigen nicht mehr ganz so geheimnisvoll aus, sondern werden deutlich prägnanter geschildert. Der Leser weiß immer, was Sache ist.
Mit Iljic Rajennko, der rechten Hand von Katachara, tritt ein neuer Gegenspieler auf das Spielbrett der Macht. Geschickt baut Achim Hiltrop diesen auf. Zunächst agiert dieser als Katacharas getreuer Handlanger, bevor er sich vorsichtig und schließlich öffentlich gegen seinen Chef wiedersetzt. Rajennko ist es auch, der Clou auftaut, bevor seine Freunde ihn finden. Er indoktriniert Clou, setzt ihn als Attentäter auf Katachara an. Das ist die Stärke der »Gallaghers-Chroniken«, das Zusammenspiel aus Intrigen, Figurenkonstellationen und politischer Macht. Es bleibt definitiv spannend, welche Abenteuer die neue Generation und alte Freunde in »Gallaghers Tod« bestreiten werden.

Fazit

Mit der dritten Trilogie um Clou Gallagher verabschiedet sich der Autor von Clou dem Draufgänger als Protagonist und baut eine neue Generation um Rebecca Gallagher und Armand Cartier auf. Dabei vergisst Achim Hiltrop nicht, was die Chroniken auszeichnet: Intrigen, politische Machtspiele und Freundschaften / Beziehungen zwischen den Charakteren. Flott, abenteuerlich und glaubwürdig entspinnt sich erneut ein Universum, das faszinierend ausgebaut ist.

3.5 von 5 Punkten

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Geschrieben von um 20:25 Uhr.

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