Samstag, 11. April 2020

Rezension: 65 Stirrup Iron Road (Brian Keene, Bryan Smith, Edward Lee, Jack Ketchum, Jesus F. Gonzalez, Nate Southard, Ryan Harding, Shane McKenzie, Wrath James White)

Festa Verlag
Hardcover, 258 Seiten
Privatdruck, keine ISBN
13,95 €
Nicht mehr erhältlich

Ein kurzer Einblick

Seit Arianne mit ihrem Mann Chuck in ihr Traumhaus gezogen ist, glaubt sie, den Verstand zu verlieren. Ihre sexuelle Begierde ist heißhungrig wie noch nie. Die perversesten Begierden befallen sie … Nach und nach kommt Arianne dem schmuddeligen Geheimnis des Hauses in der Stirrup Iron Road auf die Spur.

Bewertung

»65 Stirrup Iron Road«, erschienen im Festa Verlag, in blutroter Schrift gedruckt, limitiert auf 666 Exemplare, handnummeriert und von Edward Lee, Jack Ketchum, Brian Keene, Bryan Smith, Jesus F. Gonzalez, Wrath James White, Nate Southard, Ryan Harding, Shane McKenzie und dem Künstler Timo Wuerz signiert, ist als Privatdruck veröffentlicht worden, besitzt also keine ISBN.

Neun Autoren des Extreme Horrors zerpflücken die klassische Geisterhausgeschichte und kreieren ein sexuelles Blutfest des extremen Ekels. Schwache nerven oder gar einen schwachen Magen, darf niemand haben, der diesen Roman schlucken will. Ansonsten liegt ihr kotzend in der nächsten Zimmerecke. Sinnlose Gewalt, abartige Perversitäten und Pornos, die sich gegenseitig in ihrer Abartigkeit überbieten, freveln dem gruseligen Horror und treiben den Gore und Sex auf die vulgäre Spitze.
Die Autoren verzichten für ihr Werk auf jegliche Einnahmen, die ihrem schwer erkrankten Kollegen Tom Piccirilli zugutekommen sollen.

Arianne und Chuck glauben, ihr Traumhaus, gefunden zu haben. Doch schon kurz nach dem Einzug befallen die beiden sexuelle Begierden, die vollkommen neu für sie sind und scheinbar aus dem Nichts kommen. Arianne entdeckt auf dem Laptop ihres Mannes und ihrem Handy Pornos, die jede extreme Fantasie übersteigen. Sie ist ihrem Verlangen nach Sex total erlegen. Chuck verspürt das Verlangen zwar auch, findet aber eher Gefallen am Verhalten seiner Frau, die eher Unterstützung in ihrem Wahnsinn benötigt. Auf sich allein gestellt, kommt Arianne dem Geheimnis und der Vergangenheit des Hauses – und der tödlichen Gefahr – auf die Spur.
Die Geschichte ist dünn. Die Geschichte lebt hauptsächlich von der zunehmenden Gewaltsteigerung und der sexuellen Darstellungen. Immer krasser werden die expliziten Beschreibungen; bis kaum noch einer Steigerung fähig ist. Das haben wohl auch die Autoren erkannt und der Handlung eine Wende verpasst, die dem Roman eine wohltuende Abwechslung verpasst. Grundsätzlich muss man »65 Stirrup Iron Road« überhaupt dankbar sein, eine, wenn auch dürre, Handlung zu besitzen. Oftmals reihen sich zwar nur Ekelszenen aneinander, definieren aber nicht den Handlungsfortschritt. Die Wendung wiederum erlaubt unfertigen Szenen oder einem logischen Bruch ihre Daseinsberechtigung, macht sogar deutlich, dass die Autoren ihre Handlung nicht ernst nehmen und nur aus Spaß an der Freude (und vielleicht auch der Provokation am guten Geschmack) den Ekel auf den jauchzenden Höhepunkt treiben.

Fazit

»65 Stirrup Iron Road« ist ein typischer Vertreter des Extreme Horror. Eine dünne Story kombiniert sich mit Sex, Gewalt und Ekel. Lediglich die überraschende Wendung, die sich gar lustig über den Roman macht, sticht freudig heraus. Wirklichen Lesespaß dürften nur Fans des Genres haben.

3 von 5 Punkten

Geschrieben von um 19:26 Uhr.

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