Dienstag, 03. Oktober 2017

Rezension: Am Abgrund des Himmels (Sue-Ellen Pashley)

Gulliver
Hardcover, 376 Seiten
ISBN: 978-3-407-74923-9
16,95 €

Ein kurzer Einblick

Grace wagt mit ihrer Großmutter Lillie einen Neuanfang: hinfort aus Sydney und ab auf Bruney Island. Zuviel hat Grace in Sydney ertragen müssen und Lillie hofft, dass Bruney Island der richtige Ort für Grace ist. Dort angekommen lernt sie den Nachbarsjungen Nick kennen, der sich Hals über Kopf in Grace verliebt. Auch Grace fängt nach anfänglicher Skepsis an, etwas für Nick zu empfinden. Doch die junge Beziehung wird gleich auf die harte Probe gestellt, denn Nick ist ein Gestaltwandler und auch Graces Ex-Freund taucht plötzlich auf der Insel auf.

Bewertung

Drei Personen spielen in „Am Abgrund des Himmels“ tragende Rollen und aus deren Sicht wird auch der Roman erzählt. Autoren benutzen dieses Stilmittel meist, damit der Leser einen noch besseren Einblick in die handelnden Personen bekommt und sich besser in diese einfühlen kann. Der Autorin Sue-Ellen Pashley ist dies aber trotzdem nicht wirklich gelungen. Ich empfand Nick und Grace eher als anstrengend und konnte viele Gedankengänge und ihre Gefühle absolut nicht nachvollziehen.
Grace zieht mit ihrer Großmutter nach Bruney Island, um sich von ihrer Vergangenheit mit einem psychopathischen Ex-Freund zu erholen und wieder zu sich selbst zu finden. Nick ist vom ersten Moment an in Grace verliebt und kann an nichts anderes mehr denken als an sie. Diese Gedanken dominieren auch die komplette Handlung. Nick mag Grace, Grace mag irgendwann Nick, dann gibt es Komplikationen in Form eines Ex-Freundes und von Nicks Vater Henry. Und zwischen all dem Wirrwarr spielt auch noch Nicks Gabe eine erhebliche Rolle. Nach Beendigung des Romans wusste ich ehrlich gesagt nicht, was ich denn nun eigentlich gelesen habe. Eine Liebesgeschichte? Einen Fantasy-Roman? Oder gar ein Buch, was vor Gewalt in einer Beziehung warnen soll? All die Themen hat die Autorin in den Roman hineingepackt, aber es hat sich nicht zu einer schlüssigen Geschichte vereint. Für mich kam als Schwierigkeit noch hinzu, dass ich auch einfach nicht mit den Protagonisten warm geworden bin. In manchen Szenen hätte ich sie auch gerne geschüttelt oder ihnen einfach etwas zugerufen. Die Gedankengänge waren teilweise absolut nicht nachvollziehbar und haben die Geschichte auch unnötig kompliziert. Natürlich soll in einem Roman Spannung aufkommen und deswegen handeln Personenn ja auch nicht immer logisch, aber hier haben die Handlungen der Personen tatsächlich dazu geführt, dass man das Buch zur Seite legen möchte.
Auch der Schreibstil der Autorin konnte mich nicht mitreißen. Sie benutzt ziemlich einfache Sätze, die selbst für ein Jugendbuch unpassend sind. Kurz dachte ich daran, dass die Autorin vielleicht selber noch eine Jugendliche ist, aber dann habe ich gelesen, dass sie drei Kinder hat, und somit halte ich das doch eher für unwahrscheinlich.

Fazit

Das hübsch aufgemachte Cover ist wirklich das Beste an diesem Roman. Ansonsten findet man eine stellenweise mit Klischees angehäufte Geschichte mit Protagonisten, die einen gefühlsmäßig kalt lassen. In dieser Geschichte wurde versucht viel hineinzubringen, aber weniger wäre mehr gewesen.

1.5 von 5 Punkten

Wir danken dem Projekt „Blogg dein Buch“ und dem Beltz Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar. Das Buch kann direkt auf der Verlagshomepage bestellt werden,

Geschrieben von um 09:13 Uhr.

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