Donnerstag, 18. Juni 2020

Rezension: Blackout. Im Herzen der Finsternis (Tim Curran)

Luzifer Verlag
Taschenbuch, 164 Seiten
ISBN: 978-3-95835-106-6
9,99 €

eBook, 3,99 €
ISBN: 978-3-95835-107-3

Ein kurzer Einblick

Pulsierende Lichter, ein Starkregen und ein Stromausfall künden von der Menschenernte. Schwarze Tentakel fallen aus dem Himmel und reißen die Menschen mit in die Finsternis des sternenlosen Nachthimmels. Die Bewohner des Piccamore Way werden vom außerirdischen Ernteschiff überrascht. Der Kampf ums Überleben beginnt …

Bewertung

Blitze und ein Starkregen reißen die Bewohner des Piccamore Way, eine typische und mit allen Klischees ausgestattete Vorstadtgemeinde, aus dem Schlaf. Kurz darauf verschwinden Menschen und Tentakel, die ein klebriges Sekret absondern, fallen aus dem Himmel. Dies ist die Ausgangssituation. Es gibt keinen Plan, keine Rettung, kein Happy End, wie auch der Erzähler direkt zu Beginn erläutert. Ohne Vorwarnung überrennt das Ereignis den Piccamore Way. Schnell und kurz ist auch die Novelle. Simpel und einfach ist die Geschichte. So schonungslos das Ereignis die Menschen aberntet, so gnadenlos wird der Leser einer grundsoliden, aber wenig innovativen Geschichte ausgesetzt. Das ist vollkommen legitim, garantiert aber auch, dass »Blackout« nicht lange im Gedächtnis verbleiben wird.
Tim Curran schreibt routiniert, mit viel Spaß an der Handlung, verarbeitet aber nur Tentakel-Horror aus der Mottenkiste, Versatzstücke, die man in unzähligen Romanen und Filmen bereits gesehen hat. Zugegebenermaßen fügt der Autor die Stücke zu einer stimmigen, launigen und eben auch kurzweiligen Novelle zusammen. »Blackout« ist ein Appetithappen für zwischendurch. Die Paranoia, die Angst der Bewohner vor dem Unbekannten kommt glaubwürdig herüber. So klischeebehaftet die Anwohner auch sein mögen, agieren sie doch menschlich und nachvollziehbar. Tim Curran vergisst keineswegs, technisch qualitativ hochwertig zu schreiben, versucht nur nicht, neue Ideen zu entwickeln. Der Fokus der Handlung liegt auf der mit Wucht einschlagenden Veränderung und deren Auswirkung auf den Menschen. Hintergrundinformationen, Nebenhandlungen, Charakterentwicklungen werden ignoriert. Das wirkt sich auch auf das Ende aus. Anstatt mit einem überraschenden Ereignis oder Enthüllung zu punkten, wird eine Auflösung präsentiert, die schon wohlbekannt ist.

Fazit

»Blackout« ist eine routiniert geschriebene Novelle, die jegliche Innovation missen lässt. Es ist eine durchschnittliche Geschichte, die allein literarisch qualitativ zu überzeugen vermag. Launig und kurzweilig, lesenswert und atmosphärisch landet »Blackout« schnell im Reich des Vergessens.

3 von 5 Punkten

Geschrieben von um 19:31 Uhr.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Felder mit einem * müssen ausgefüllt werden.

4 + 9 =