Dienstag, 08. Mai 2018

Rezension: Constance Verity. Galaktisch-geniale Superheldin (A. Lee Martinez)

Piper Verlag
Taschenbuch, 416 Seiten
ISBN: 978-3-492-28117-1
9,99 €

eBook, 8,99 €
ISBN: 978-3-492-96580-4

Ein kurzer Einblick

Constance Verity, von Freunden Connie genannt, rettet die Welt. Mehr als einmal. Ach, beständig. Doch nach Jahren als intergalaktische Superheldin hat sie keinen Bock mehr. Sie will ein normales, langweiliges und ereignisloses Leben führen. Das Universum sieht das anders und wirft ihr Schurken, Katastrophen und Ungeheuer entgegen. Connie muss die gute Fee töten, die sie einst verzauberte. Doch das ist alles andere als einfach, denn niemand kennt den Gegenzauber. Dafür kommt Connie einer Verschwörung auf die Schliche, die ihre Person betrifft.

Bewertung

A. Lee Martinez ist ein Spaß-Unterhalter, der nicht davor scheut, verrückte Ideen unter einen Hut zu bekommen, der selbst etwas wagemutig ist. In seinen bisherigen Romanen hat das verdammt gut funktioniert. Der Humor war treffend, das Zwerchfell gefordert, die Geschichte hat die abstrusen Ideen zusammengehalten. Wirklichen Tiefgang besaßen die Romane nie, wollten diese aber auch nicht. Seichte Unterhaltung mit großem Spaßfaktor: Romane die man am Strand oder unterwegs weglesen kann, bei denen man wenig verpasst, wenn man mal weniger aufmerksam liest.
»Constance Varity« bleibt dem Prinzip treu. Die Superheldin hat keinen Bock mehr, die Welt vor Ungeheuern / Katastrophen / Schurken zu retten. Sie will einen Freund. Sie will ein normales Leben. Nur solange der Feenzauber ihr anhaftet, ist das unmöglich. Die gute Fee muss sterben, doch das stellt sich alles andere als einfach heraus. In ihrem Abenteuer bereist sie das Land der Feen, spricht in Area 51 mit Alien, bricht in eine Kuchengeheimbasis ein, flirtet mit einem absolut tödlichen Ninja … An Ideen mangelt es Martinez wahrlich nicht. Das Problem ist nur, Ideen reichen nicht aus, um einen guten, unterhaltsamen Roman zu schreiben. Ein flottes Tempo und viel Witz reicht nicht aus, um begeistern zu können. 0815-Charaktere und die seichte Story können den Roman nicht aus der Langeweile herausreißen.
Der Autor erzählt zwar eine Geschichte, doch mehr als die Grundbasis existiert nicht. Die Lücken werden mit Ideen gefüllt, die in der Reihenfolge austauschbar sind. Es gibt nichts, was die Handlung zusammenhält. Alle notwendigen Zutaten für einen typischen A. Lee Martinez-Roman sind vorhanden, bilden aber keine durchdachte Einheit. So lustig manche Szene ist, so sehr man sich auf die nächste schrullige Idee freut, dümpelt der Plot vor sich hin. Vielmehr macht der Roman den Eindruck, als ob Martinez Ideen gesammelt und in eine Box geworfen hat, diese kräftig durchschüttelte und wahllos in der Rahmenhandlung verteilte. Auch seichte Unterhaltung benötigt eine durchdachte Unterhaltung, nicht die fortwährende Erklärung: Wie das möglich war? Nun, das Universum kennt bestimmt eine Regel, nur Connie nicht. Etwas mehr Mühe hätte es dann schon sein dürfen, Herr Martinez. Laut Verlagswebsite soll hieraus eine Trilogie entstehen. Bitte nicht.

Fazit

Schrullige Ideen, ein hohes Erzähltempo und aberwitzige Actioneinlagen reichen nicht aus, wenn A. Lee Martinez dabei versagt, aus den einzelnen Teilen ein Abenteuer zu kreieren und das bei dem leichtesten Stups auseinanderbricht. Auch ein seichter Unterhaltungsroman bedarf eines Niveaus und keiner aneinandergereihten Ideen. Herr Martinez, das war nichts.

2 von 5 Punkten

Geschrieben von um 10:15 Uhr.

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