Donnerstag, 19. März 2020

Rezension: Dead Souls (Michael Laimo)

Voodoo Press
Taschenbuch, 384 Seiten
ISBN: 978-3-902802-62-0
12,95 €

Ein kurzer Einblick

Johnny Petrie erhält von einem Anwalt zu seinem 18. Geburtstag einen Brief, in dem dieser ihm ein beträchtliches Vermögen vererbt. Johnny sieht seine Chance gekommen, seiner religiösen Mutter zu entkommen, und entfesselt damit die Geister der Vergangenheit.

Bewertung

Die Handlung wird auf zwei Zeitebenen in wechselnden Kapiteln erzählt.
2005 wird Johnny Petrie 18 Jahre alt. Was im Grunde ein Tag der Freude sein sollte, ist für den Jungen nur ein weiterer Tag der gesellschaftlichen Isolation. Seine Mutter ist streng religiös und achtet auf strenge Bibelstunden. Alltagserledigungen darf Johnny nur in Ausnahmen erledigen, damit sein Geist nicht vom Bösen korrumpiert wird. Sein Vater ist ein Säufer, der sich nicht um seine Familie kümmert. An diesem Tag jedoch soll alles anders kommen. Johnny erhält einen anwaltlichen Brief, in dem ihm ein beträchtliches Erbe übertragen werden soll. Johnny widersetzt sich seiner Mutter und verlässt New York, um sich endlich eine eigene Zukunft aufzubauen.
1988 begeht die Pastorenfamilie Conroy eine rituelle Beschwörung. Osiris soll ihnen das ewige Leben nach dem Tod schenken. Die Beschwörung geht schief und zunächst tritt der Alltag ein, bevor das Familienoberhaupt vollkommen dem Wahnsinn verfällt und ein fürchterliches Verbrechen begeht.

Michael Laimo verschenkt so gut wie jedes Potential, das in diesem Roman ruht. Die christlich-okkulte Ausrichtung muss nicht jedem Gefallen, die Ausgangssituation ist jedoch verdammt interessant. Laimo nutzt diese jedoch nicht, um eine hochgradig spannende Verschwörungstheorie aufzubauen, sondern zur Untermauerung der Handlung. Die Charaktere und ihre Charakterzüge sind hervorragend ausgearbeitet. Laimo schafft es jedoch nicht, ihnen allen die gebührende Aufmerksamkeit entgegenzubringen, und entflieht allzu oft in immer wiederkehrenden adjektivischen Beschreibungen, die weder Handlung noch Figuren voranbringen. Die Handlung ist durch die Ausgangssituation spannend und die Figuren tragen zum Nervenkitzel bei, die Sprünge zwischen den Zeitebenen geben den nötigen Twist, um kontinuierlich neue Geheimnisse zu enthülten. Laimo gelingt es aber nicht, eine durchgehende Spannung aufrechtzuerhalten und den Fokus des Geschehens zu definieren. Mal widmet er sich den Figuren, mal vertieft er sich in seiner Verschwörungstheorie, mal bringt er die Handlung voran. Alle Zutaten für mindestens einen guten Roman sind vorhanden, dem Autoren gelingt es nur nicht, alle Teile zu einer in sich stimmigen Einheit zusammenzufügen.

Fazit

Religiöser Fanatismus, ritueller Okkultismus – Michael Laimo entfesselt eine Faszination, die irgendwo zwischen Horror und Wahnsinn liegt. Allerdings gelingt es ihm nicht, die gut gezeichneten Charaktere, das Zusammenspiel aus Vergangenheit und Gegenwart, sowie die Verschwörungstheorie zufriedenstellend zu einer in sich stimmigen Handlungskurve zu vereinen.

2 von 5 Punkten

Geschrieben von um 20:02 Uhr.

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