Samstag, 15. Februar 2020

Rezension: Der Besudler auf der Schwelle (Edward Lee)

Festa Verlag
Hardcover, 354 Seiten
Privatdruck, keine ISBN
39,99 €

eBook, 9,99 €
ISBN: 978-3-86552-413-3

Ein kurzer Einblick

Hazel Green und die schwangere Lehrerin Sonia Heald werden auf ihrem Ausflug in die Wälder von New England in einen Strudel aus Wahnsinn und Perversion gerissen. Ein Kult strebt die Reinigung der Welt an, alte Götter erheben sich aus dem Vergessen. Hazel, die Nymphomanin ist und auf die irrsinnigsten Fetische steht, erlebt sexuelle Lustbarkeiten, die jenseits jeder menschlichen Vorstellungskraft liegen.

Bewertung

»Der Besudler auf der Schwelle«, erschienen im Festa Verlag, limitiert auf 999 Exemplare, handnummeriert und von Edward Lee und dem Künstler Alan M. Clark signiert, ist als Privatdruck veröffentlicht worden, besitzt also keine ISBN.

Auf einem Ausflug in die Wälder New Englands, finden die Nymphomanin und die schwangere Lehrerin Sonia den Leuchtenden Trapezoeder, eine verzierte Dose und jede Menge Unterlagen, die die Regeln der Mathematik auf den Kopf stellen. Sonias Mann, Frank, der zu Gray Cottage aufgebrochen ist, berichtet in hastigen Telefonaten ebenfalls von Dokumenten, die eine These bestätigen, an der er schon lange arbeitet. Immer tiefer gerät Hazel in einen Sog aus Tag- und Alpträumen, entdeckt Geheimnisse der Einwohner, von denen die Auserwählten alle einen roten Ring am Finger tragen. Und im Hintergrund wird über Nyarlathotep geflüstert …
Klingt doch ziemlich spannend – wenn die Lovecraft-Thematik und die Handlung nicht unbedeutend in den Hintergrund rücken würden. »Der Besudler auf der Schwelle« ist ein Hardcore-Porno, der nicht verhehlt, dass Gore und Ekel im eigentlichen Interesse stehen. Vergewaltigungen, Fäkalien, Monster-Sperma … So fesselnd und plastisch Edward Lees Stil auch ist, dafür muss man dem Autor wirklich Respekt zollen, hat er definitiv den guten Geschmack maßlos ignoriert. Lee traut sich etwas, das ist ok, übertreibt es aber. Wenn der Leser kotzend über den Buchseiten hängt und Scheiße vermischt mit Pisse und Sperma auf den Boden trieft, ist das Lesen selbst zur Qual geworden. Krank, kranker, Lee. Anstatt wenigstens Abwechslung zu bieten, plagt Hazel sich, die natürlich Nymphomanin ist und auf jeden Schweinskram steht, durch eine Wiederholungsschleife aus gleichförmig ablaufenden Sexszenen, die lediglich in ihrer Abartigkeit immer heftiger werden.
Fans von Edward Lee, werden eventuell auf ihre Kosten kommen. Fans vom Lovecraft-Mythos werden sich entsetzt vom plakativen Ekel abwenden. Mit den Großen Alten hat dieser Roman herzlich wenig zu tun, er bedient sich lediglich einiger Elemente.

Fazit

»Der Besudler auf der Schwelle« ist mehr Porno, denn Lovecraft-Roman. Vergewaltigungen, die erbleichen lassen, Fetische abseits jeden guten Geschmacks, … lassen die interessante Handlung um den Leuchtenden Trapezoeder als Nebensächlichkeit verblassen. Dabei könnte Edward Lee so sehr viel mehr aus dem Roman herausholen, denn plastisch und spannend schreiben kann der Autor.

2 von 5 Punkten

Geschrieben von um 20:14 Uhr.

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