Dienstag, 26. Mai 2020

Rezension: Die Chronik des Schwarzen Steins (Scott R. Jones)

Festa Verlag
Hardcover, 288 Seiten
Keine ISBN, Privatdruck
vergriffen

Ein kurzer Einblick

Irgendwo in Osteuropa steht der Schwarze Stein, den ein inzestuöses Dorf anbetet. Die Hexe Anicka möchte ihren Wurm-Gott beschwören, doch die Prophezeiung besagt, dass nur der Blitz und das Gefäß die Massenorgie einleiten können. Scott R. Jones »Blackstone Erotica Stories« baut auf Robert E. Howards Kurzgeschichte »Der schwarze Stein« auf.

Bewertung

»Die Chroniken des Schwarzen Steins«, erschienen im Festa Verlag, limitiert auf 999 Exemplare, handnummeriert und von Justin Geoffrey (Scott R. Jones) signiert, ist als Privatdruck veröffentlicht worden, besitzt also keine ISBN.

H. P. Lovecraft und Robert E. Howard würden sich im Grabe umdrehen, wenn die Autoren wüssten, dass Justine Geoffrey, ein Pseudonym von Scott. R. Jones, auf ihrer Geschichte und ihrem Grundwerk Horror-Erotik-Geschichten aufbaut. Zugegebenermaßen ist »Die Chronik des Schwarzen Steins« verdammt guter Horror-Porno. Scott bedient sich der Großen Alten und des Lovecraft-Mythos, baut seine Handlung aber auf Robert E. Howards Kurzgeschichte »Der schwarze Stein« auf. Die einzelnen Geschichten Scotts (»Beschwörungsrituale: Anicka und Kamil«, »Im Rausch des Monolithen«, »Beschwörungsrituale: Yvettes Vorstellungsgespräch«, »Grüne Fieberträume«) lassen sich unabhängig voneinander lesen, bauen aber aufeinander auf. Zuletzt berichtet Scott in einem Nachwort, warum er bizarre Erotik schreibt.
Bizarre Erotik ist ein gutes Stichwort, denn Scott schreibt unverblümten Sex und nimmt definitiv kein Blatt vor dem Mund. Ob Inzucht, Sex mit Außerirdischen, Latex, lesbisch oder homosexuell – dauertriefende Mösen und ein unstillbares Verlangen nach spezieller Befriedung treibt die Protagonistin Justine voran. Dass diese genauso wie das Pseudonym Scotts heißt, ist bestimmt kein Zufall. Hemmungsloser Sex steht in jedem Höhepunkt der Kapitel im feuchten Vordergrund. Trotz allem, gelingt es dem Autor, eine zwar notgeile und oberflächliche Protagonistin aufzubauen, ihr aber auch Persönlichkeit zu verleihen. Gleiches gilt für die Geschichte, deren stupider Dauersex zwar abwechslungsreich geschildert wird, aber abseits davon eine durchweg faszinierende Geschichte zu erzählen vermag. Hier muss jeder Leser selbst entscheiden, ob der Hang zur fokussierten Erotik abtörnt oder Verlangen weckt. Sicher ist nur, dass die Geschichte so simpel wie die Charaktere ist, trotzdem Interesse zu wecken vermag, welches Geheimnis hinter dem schwarzen Stein steckt oder welcher Gott in den Kellern des Spas in London mit Lusttropfen gemäßigt wird.

Fazit

Harter Sex, Dauergeilheit und eine lovecraft’sche Story – »Die Chronik des Schwarzen Steins« ist kein Must-Read, aber eine tentakelige Lustorgie, die gut unterhält. Hätte Scott R. Jones sich etwas mehr auf die Geschichte konzentriert, hätte fantastische Lovecraft-Erotik dabei herauskommen können.

3.5 von 5 Punkten

Geschrieben von um 20:40 Uhr.

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