Dienstag, 27. März 2018

Rezension: Die Magie der tausend Welten 3. Die Mächtige (Trudi Canavan)

Penhaligon
Hardcover, 704 Seiten
ISBN: 978-3-7645-3107-2
19,99 €

eBook, 15,99 €
ISBN: 978-3-641-20557-7

Ein kurzer Einblick

Das magische Artefakt Pergama – einst ein Mensch, von einem mächtigen Zauberer in ein Buch verwandelt – birgt das Wissen von Jahrtausenden zwischen den Seiten. Auf der Suche nach einem Zauber, der Pergama zurück in einen Menschen verwandelt, sieht Tyen die einzige Chance darin, einen Pakt mit Dahlie, dem ergebensten Diener des Raen, einzugehen.

Rielle lebt zurückgezogen in einer Welt, die Mosaike herstellt. Als die Vergangenheit sie einholt, flieht sie mit einer treuen Freundin und dem Gefäß des Raen an den Rand der Welten, in der Hoffnung, dass die Macht des Raen sie dort nicht finden wird. Ausgerechnet das Gefäß begibt sich in Feindeshand, um die Familie zu beschützen.

Bewertung

Tyen
Tyen ist einen Pakt mit dem Raen eingegangen. Als Spion ließ er dem mächtigsten Magier der Welten Informationen über die Rebellen zukommen. Zugleich spionierte er den Raen für die Rebellen aus. Eigenständigkeit und ein Gewissen für Gerechtigkeit und Zielstrebigkeit leiteten ihn an.
Der Balanceakt allen Gruppierungen gerecht zu werden, stellt Tyen weiterhin vor schwierige Aufgaben. Um jeden Preis möchte er Pergama zurück in einen Menschen verwandeln; doch rechtfertig das die Wiedererweckung des Raen? Die Welten versinken in Chaos und Kriegen, nur wenige leben in friedlicher Koexistenz. Wird sich der Friede von allein einstellen oder lag es tatsächlich am Raen, den Frieden zu wahren? Es ist eine Zwickmühle, die Tyen nicht nur einmal Grübeln lässt, sondern auch Freunde gegen sich aufbringt.

Rielle
Aus dem naiven Mädchen ist eine selbstbewusste Magierin geworden, die ihre Position in den Welten gefunden hat. Sie mischt sich nur ungern in Politik ein, denn zu schnell beeinflusst man mit wenigen Worten die politische Lage oder ihre Macht wird von Regierenden missbraucht. Rielle arbeitet viel lieber als Kunstschaffende, auch wenn sie die Gabe Magie zu produzieren als Alterslose verloren hat.
Als Dahli die Anstrengungen vermehrt, den Raen wiederzuerwecken, und Qall das Mannesalter erreicht hat, flieht sie an den Rand der Welten. Niemals wieder soll Qall als neuer Körper für den Raen fungieren. Mit dem übellaunigen und widerspenstigen Quall muss sie manche Gefahr umgehen, um Verfolger abzuschütteln und eine Entdeckung zu vermeiden.

Charaktere
Trudi Canavan konzentriert sich auf die Entwicklung der Charaktere, und vergisst darüber hinaus eine packende Geschichte zu inszenieren. Der Schwachpunkt kommt dem Handlungsstrang um Rielle teuer zu stehen. Nach einem anfänglichen politischen Intermezzo als Sprecherin ist sie auf der Flucht, auf der Flucht und … auf der Flucht. Zwischendurch trainiert sie Quall, doch wirklich nennenswertes passiert nicht; stattdessen dominieren unnötige Längen.
Ganz anders sieht Tyens Entwicklung aus. Er profitiert deutlich von der Handlung. Mit seinen Eigeninteressen steht er zwischen den Rebellen, Dahli und Rielle. Das Konfliktpotential gibt deutlich bessere Angriffsflächen, um Ängste, Wünsche und Hoffnungen auszubauen. Hinzu kommt die Entwicklung der Welten, denn ausgerechnet Tyens Erfindung der mechanischen Magie wird für Kriegsmaschinen missbraucht. So findet Tyen sich in einem Dilemma aus Interessenkonflikten und seinem Wunsch nach Weltenfrieden wieder.

Welten
Die Weltendarstellung entwickelt sich kaum weiter, stattdessen spitzt sich die Geschichte um die Wiedererweckung des Raen zu. Das ist vollkommen ok, denn großartige Neuerungen oder Erkenntnisse kurz vor dem Finale hätten merkwürdig deplatziert gewirkt. Gänzlicher Stillstand herrscht jedoch auch im Weltenbau nicht. So geht Trudi Canavan auf den Rand der bewohnbaren Welten ein und vertieft die Gesetzmäßigkeit, dass tote Welten ein Hinweis auf weitere benachbarte tote Welten sind. Die größte Entwicklung repräsentiert sich durch die mechanischen Kriegsmaschinen, die das Antlitz ganzer Landschaften verändern. Verheerende Explosionen und Brände bedecken ehemals grüne Wiesen und Städte mit Asche und Trümmern. Giftgaswolken töten jedes Leben und die Furcht vor der unaufhaltsamen Gewalt, lässt Bevölkerungen fliehen und Geisterstädte zurück. Trudi Canavan bleibt sich weiterhin treu und setzt auf Authentizität, Abenteuer und reibungslosen Lesespaß, statt Experimente einzugehen.

Fazit

»Die Mächtige« ist der schwächste Band der Reihe. Das Problem ist gar nicht so sehr, dass sich der Roman zu klassisch, zu eingängig, zu altbekannt liest. Vielmehr wird der Handlungsstrang um Rielle sträflich vernachlässigt. Während Tyen sich in Interessenskonflikten wiederfindet, die beständig weiterentwickelt werden, befindet Rielle sich auf der Flucht und bedient damit lediglich unnötige langweilige und fast schon nervtötende Längen.

3 von 5 Punkten

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Geschrieben von um 19:54 Uhr.

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