Dienstag, 07. August 2018

Rezension: Donald Trump und das Haarteil des Grauens (Greg Sisco)

Luzifer Verlag
Klappenbroschur, 192 Seiten
ISBN: 978-3-95835-293-3
12,99 €

eBook, 3,99 €
ISBN: 978-3-95835-294-0

Ein kurzer Einblick

Donald Trump – Wohltäter und Geschäftsmann. Donald Trump – Goldklobesitzer und Egomane. Das pissgelbe Haarmonster aus dem Sumpf saugt sich an Trumps Gehirn fest. Ganz genau, eines jener Haarmonster, das zuletzt als halber Schnurbart berühmte pompöse Auftritte feierte. Amerika verwandelt sich in eine Nation der willenlosen Trump-Wähler. Nur der Dokumentarfilmer Michael Moore ist dazu berufen, das Volk aufzuwecken und mit diesem Donald »The Donald« Trump mit Fackeln zu jagen.

Bewertung

Irrsinn, Wahnsinn, Trumpkalypse – Eine Übertreibung jagt die nächste Überdramatisierung. Die Satire ist dermaßen überzogen, dass rein gar nichts ernst genommen werden kann, egal wie zielgenau so mancher politischer Kern getroffen wird. Namen realer Personen fallen: Donald Trump (Präsident), Alex Jones (rechtsgerichteter Journalist), Glenn Beck (Talkradio- und Fernsehmoderator), Michael Moore (Filmregisseur, von ihm stammt die Dokumentation »Michael Moore in TrumpLand«) … Greg Sisco wagt einen unterhaltsamen Blick auf aktuelle Geschehnisse und die wollenlose Hingabe der amerikanischen Wähler, die von Medien und Klamauk beeinflusst werden. So politisch die Satire sein mag, so sehr ist sie auch Fantasy und Science-Fiction. Simpel, zielgerichtet und auf das Wesentliche beschränkt.

Der sozial engagierte Donald Trump, der sein Vermögen spendet, um Bedürftigen zu helfen, wird vom Haarmonster, einer Kreatur des unaussprechlichen Terrors, korrumpiert und ferngesteuert. Das Wesen Trumps verwandelt sich ihn Jähzorn und Egomanie. Neben dem Haarwesen, treten Echsenmenschen auf, wird das Geheimnis der Illuminaten gelüftet, treten die Kandidaten der Präsidentschaftskandidatur in einem Rap-Battle der Beleidigungen gegeneinander an, fahren Mexikaner auf Hover-Bikes, während Amerikaner fackelschwingend ihrem Oberhaupt huldigen.

Wow, was für ein Mix wahnsinniger Ideen, aus der Gegenwartsgeschichte vermixt mit dem Absurden. Das ist ein Höllenritt der real gewordenen Fantasie. Und das Beste daran: Es funktioniert – wenn man es mag. Ich persönlich mochte es nicht, zu plump, zu stumpf trottete die Handlung vor sich hin und bediente sich der einfachsten Mittel, um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Erst gegen Mitte der Handlung fügten sich Ideen, Storyverlauf und Schreibstil zusammen. Ab dem Punkt wurde die Satire besser und besser. Hier soll jeder selbst entscheiden, ob Klamauk über Kunst steht, der Spaß über Stil siegt oder doch etwas mehr Anspruch wünschenswert gewesen wäre.

Fazit

Manch ein Stil muss stumpf sein, damit Klamauk funktioniert. Für »Donald Trump und das Haarteil des Grauens« gilt das nicht. Etwas mehr Anspruch oder Raffinesse des Stils wäre wünschenswert gewesen. Gerade in der ersten Hälfte springt der Roman von Idee zu Idee, ohne Charakter zu entfalten. Schade, denn die zweite Hälfte versteht es, ungemein zu unterhalten.

2.5 von 5 Punkten

Geschrieben von um 23:00 Uhr.

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