Samstag, 09. Februar 2019

Rezension: Fischmund (Malte S. Sembten, Uwe Voehl)

Edition Cthulhu Libria
Hardcover, 134 Seiten
Keine ISBN
vergriffen

Ein kurzer Einblick

Peter hat ein Haus in Fischmund gekauft. Anwalt und Freund Ben hilft ihm, das heruntergekommene Gemäuer zu renovieren. Schon bei ihrer Ankunft im Dorf, schlägt ihnen ein widerwärtiger Geruch nach ranzigem Fisch in die Nase. Als Ben dann auch noch ein Labyrinth unter dem Anwesen entdeckt, das sich scheinbar unter dem ganzen Dorf erstreckt, und ihn Visionen in seinen Träumen plagen, ahnt er, dass etwas Fürchterliches geschehen wird. Auch das Verhalten seines Freundes Peter macht ihm Sorgen.

Bewertung

Diese Ausgabe ist auf 150 Exemplare limitiert und von Uwe Voehl, Malte S. Sembten (Faksimile) und dem Illustrator Jörg Neidhardt signiert.

»Fischmund« entstand bereits 1994 als Fingerübung und wurde nun, nach Malte S. Sembtens Tod 2016, von Uwe Voehl behutsam überarbeitet und modernisiert. Es ist ein bisher unveröffentlichtes Werk zweier Autoren, die jeder Horror-Fan zumindest vom Namen her kennen sollte. Schade, dass hiervon lediglich 150 Exemplare gedruckt wurden, hätte dieses Kleinod doch ein deutlich größeres Publikum verdient.

Peter, seine Frau, seine Schwester Johanna und der engste Freund und Anwalt Ben, reisen nach Fischmund, um eine alte Villa zu renovieren. Putz bröckelt von den Wänden, die Treppen knarzen bedenklich – überhaupt liegt über dem ebenfalls verwahrlosten Dorf ein penetranter Fischgeruch. Die Dörfler besitzen aufgequollene Lippen, watscheln über die Straße und verstecken sich lieber in ihren feuchten Häusern. Voehl und Sembten erzeugen ein bedrückendes Bild, das, ohne den Klappentext gelesen haben zu müssen, förmlich danach giert, Dagon heraufzubeschwören. So ist es auch wenig überraschend, dass Ben, der eine visionäre Gabe besitzt, in seinen Träumen Kuttenträgern gegenübersteht. Tagraum und Realität verschwimmen. Traum und Psychose sind kaum zu differenzieren. Was ist wahr? Was ist irreal?
Die Geschichte mag kaum zu überraschen, doch das muss sie auch nicht. Sie lebt von den Geheimnissen, den angesprochenen Gerüchten, den Andeutungen der Fischmunder, dem merkwürdigen Verhalten Peters … Und was hat es mit dem Labyrinth unter dem Dorf auf sich? Warum ist die Kirche abgebrannt? Was hat der hiesige Comic-Künstler mit der Geschichte des Dorfes zu schaffen? Die Atmosphäre, die Kulisse, die Faszination um den Dagonkult halten die Geschichte mühelos spannend. Die Erzählung ist schaurig gut und stilistisch hervorragend erzählt.

Fazit

Der Cthulhu-Mythos und die Großen Alten wissen zu faszinieren. Uwe Voehl und Malte S. Sembten erzählen eine unheimliche Geschichte um den Dagon-Kult, wie dieser in Fischmund ein Zuhause fand. Wenig überraschend, aber deswegen kaum spannender, verstehen es die beiden Autoren mit Worten und schaurig guter Atmosphäre, eine Geschichte zu erzählen, die von Anfang bis Ende faszinierend zu verfolgen ist.

5 von 5 Punkten

Geschrieben von um 20:06 Uhr.

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